Bewerbertag für neu Zugewanderte

Harsewinkel. Das Jobcenter Kreis Gütersloh versucht immer wieder mit neuen Ideen Flüchtlinge beim Einstieg in einen Job zu unterstützen. Gemeinsam mit der Unternehmensgruppe H.D. Kottmeyer aus Harsewinkel wurde jetzt ein Bewerbertag insbesondere für neu Zugewanderte entwickelt und durchgeführt.

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Markus Wiegert (v. l., Wirtschaftsförderer, Stadt Harsewinkel), Rolf Erdsiek (Jobcenter Kreis Gütersloh), Hans-Dieter Kottmeyer (Geschäfts-führer Kottmeyer) und Ulrich Friemann (Jobcenter Kreis Gütersloh, 5. v. l.) sowie Teilnehmer am Bewerbertag bei der Firma Kottmeyer.

Bewerbertage im Unternehmen ermöglichen Arbeitssuchenden, mit dem Arbeitgeber direkt in Kontakt zu treten und zukünftige Arbeitsfelder vor Ort kennenzulernen. Außerdem erhalten sie Einblicke in Berufe, die sie zum Teil aus der Heimat gar nicht kennen und erfahren somit eine Berufsorientierung.

 

"Da aktuell zahlreiche Zuwanderer ihre Sprachkurse abschließen, wird die Gruppe der vermittelbaren Flüchtlinge bei uns zunehmend größer", erklärt Rolf Erdsiek, Abteilungsleiter Arbeit und Ausbildung beim Jobcenter. Denn wer die deutsche Sprache beherrsche, dem könne man natürlich viel besser zu einer Arbeitsstelle verhelfen. Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit tritt das Jobcenter daher jetzt an örtliche Betriebe heran, um für arbeitslose Neuzuwanderer, insbesondere Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, nach beruflichen Perspektiven zu suchen. So kam über die Wirtschaftsförderung der Stadt Harsewinkel der Kontakt mit der Firma Kottmeyer zustande. Der Betrieb, der in Sachen Gebäudereinigung, Oberflächenveredelung und Sanierungsarbeiten unterwegs ist, hat laufend Bedarf an Arbeitskräften.Während des öffentlichen Bewerbertages gab das Unternehmen allen Interessierten die Möglichkeit, sich vor Ort über die verschiedenen Arbeitsbereiche zu informieren. Die Mitarbeiter des Jobcenters hatten dazu gezielt im Vorfeld Arbeitssuchende angesprochen. Dabei achteten sie darauf, dass diejenigen die infrage kommen, in Harsewinkel wohnen. Denn oft ist kein Führerschein vorhanden. Einige der potenziellen Bewerber besitzen nur einen Führerschein aus ihrem Heimatland und nicht den geforderten deutschen. Dieser kann jedoch bei Bedarf berufsbegleitend und mit Unterstützung des Unternehmens gemacht werden.

 

Die Voraussetzungen für den Arbeitsbereich stellte Hans-Dieter Kottmeyer persönlich dar: "Eigentlich brauchen Sie neben dem Spracherwerb nur Ihre gesunden Hände, um Ihr Leben in Deutschland aufzubauen!" Alle vorgestellten Tätigkeitsfelder seien erlernbar und benötigten keine besonderen Qualifikationen. Auch die Frage nach der finanziellen Seite wurde gestellt: Es gilt der Tariflohn, der zum Teil deutlich über dem Mindestlohn liegt. 

 

Nach den Einblicken in das Unternehmen haben spontan sechs der Anwesenden eine Bewerbung bei der Firma eingereicht. Und so ist auch Rolf Erdsiek mit dem bisherigen Verlauf der Kooperation zufrieden und würde ähnliche Aktionen gern auch in anderen Betrieben durchführen. Interessierte Unternehmen können Anfragen bezüglich zugewanderter Arbeitnehmer und der Organisation möglicher Bewerbertage an den Unternehmensservice des Jobcenters, Kerstin Proposch (Telefon: 05241 / 85 4335, E-Mail: geschützte E-Mail-Adresse als Grafik), richten.