Halbzeit bei den Bauarbeiten am Kreisverkehr K 43: "Neue Norm in alter Straße"

Gütersloh/Schloß Holte-Stukenbrock, 02.08.2018. Selten hat es sich so bezahlt gemacht, in den Ferien eine Baustelle einzurichten: Der Kreisverkehr vor dem Rathaus in Schloß Holte-Stukenbrock wird derzeit umgebaut – erst die eine Hälfte, dann ab dem Wochenende die andere Hälfte.

Baustelle Kreisverkehr Schloß Holte-StukenbrockGroßbildansicht
Nach dem Wochenende ist diese Hälfte des Kreisverkehrs wieder befahrbar, die Baustelle verlagert sich auf die andere Seite. Foto: Kreis Gütersloh

Und das geht in der Ferienzeit besonders gut, weil sich weder Schulbusse noch Rad fahrende Schülerinnen und Schüler durch den Kreisverkehr mühen müssen, der von Schulen geradezu umzingelt ist. Nicht zuletzt für die jungen Radfahrer nimmt der Kreis hier Geld in die Hand: Es gilt den Unfallschwerpunkt Kreisverkehr, in dem immer wieder Autofahrer Radfahrer vom Sattel holten, zu entschärfen.

"Wir haben vorher alles versucht, von Schildern über Markierungen - es hat nichts geholfen", erklärt Georg Stiens, Koordinator des Bauhofs und zusammen mit Bodo Brückner in der Bauleitung des Kreises in Sachen Kreisverkehr unterwegs. "Deswegen machen wir jetzt Nägel mit Köpfen." Für 230.000 Euro wird der Kreisverkehr umgebaut und sicherer vor allem für Radfahrer und Fußgänger gemacht. Drei Wochen arbeitete das Team von Eurovia auf der Rathausseite, am Wochenende zieht der Asphaltfertiger die Deckschicht, danach verlagert sich die Baustelle auf die andere Seite und die Ampeln, die den Verkehr jetzt einseitig durch den Kreisverkehrsplatz leiten, werden umgebaut.


Kontrolleure an der Baustelle des Kreisverkehrs Schloß Holte-StukenbrockGroßbildansicht
Besuch vom Experten für Arbeitsschutz Frank Hoffmann (l.), der im Auftrag des Kreises die Baustellen kontrolliert. Georg Stiens (r.) und Bodo Brückner sind die Bauleiter des Kreises Gütersloh, die für die Baustelle Kreisverkehr zuständig sind. Foto: Kreis Gütersloh

"Wir bauen nach neuer Norm in alter Straße", erläutert Stiens die Herausforderung für die Baufirma. Neu ist vor allem die Breite der Übergänge für die Radfahrer und Fußgänger: In der Gesamtbreite erhalten die 'schwachen Verkehrsteilnehmer' hier 1,75 Meter mehr Platz, sie passieren die vier Straßen, die auf den Kreisverkehrsplatz treffen auf einer Gesamtbreite von 5,35 Meter. Der Radfahrstreifen wird flächig in rot markiert, der Fußgängerüberweg erhält einen Zebrastreifen und wird barrierefrei - Sehbehinderte erhalten ein Leitsystem. Unfälle mit Radfahrern hat es in dem Kreisverkehr immer wieder gegeben: 2015 hat es drei Unfälle gleichen Typs gegeben, stets kollidierten Auto- mit Radfahrern. Es blieb zum Glück bei leichten Verletzungen. 2016 waren es fünf solcher Unfälle, bei denen Autofahrer die Radfahrer schnitten oder offensichtlich den Schulterblick beim Ausfahren aus dem Kreisverkehr unterließen.

Der Kreisverkehr selbst wird auch umgestaltet und bekommt nicht nur eine neue Asphaltdecke. Die Steine im inneren Ring - der eigentlich nur von Lkw überfahren worden ist - werden entfernt, es gibt eine durchgehende Asphaltdecke mit entsprechend dicker Markierung. Durch die schweren Lkw sind viele Steine gebrochen, das Konzept der durchgehenden Asphaltdecke wird den Ansprüchen gerechter. Zusätzliche Sicherheit an den Übergängen werden acht Laternen bringen, die die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock installieren lässt.