Zeitreise in das alte Kreisgebiet Wiedenbrück

Gütersloh/Rheda-Wiedenbrück, 19.09.2018. Von 1816 bis zur Gründung des heutigen Kreises Gütersloh bestand der Kreis Wiedenbrück als eigene Verwaltungseinheit.

Norbert Eickholt (Vorstand Volksbank im Ostmünsterland), Gottfried Pavenstädt (Vorsitzender Freundeskreis Propstei Clarholz), Landrat Sven-Georg Adenauer, Professor Johannes Meier (Herausgeber) und Johannes Hüser (Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Wiedenbrück) präsentieren die neue Publikation der Schriftenreihe des Kreisarchivs GüterslohGroßbildansicht
Norbert Eickholt (Vorstand Volksbank im Ostmünsterland), Gottfried Pavenstädt (Vorsitzender Freundeskreis Propstei Clarholz), Landrat Sven-Georg Adenauer, Professor Johannes Meier (Herausgeber) und Johannes Hüser (Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Wiedenbrück) präsentieren die neue Publikation der Schriftenreihe des Kreisarchivs Gütersloh

In dem 15. Band der Schriftenreihe des Kreisarchivs Gütersloh 'Der Kreis Wiedenbrück in seinen ersten Jahrzehnten' nimmt der Herausgeber Professor Johannes Meier von der Universität Mainz die Leser mit auf eine historische Zeitreise in die regionale Struktur während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Wie sah die damalige Kreisverwaltung aus? Welche wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse herrschten hier? Wie war die Kirche organisiert? Die Autoren zeichnen ein anschauliches und lebhaftes Porträt des damaligen Kreises und seinen Bewohnern. Dazu gehören beispielsweise Personen wie Jodocus Temme, der in Lette geboren wurde und während der späten 1840er Jahre in Berlin für eine unabhängige Justiz und demokratische Verhältnisse kämpfte. Der als Sohn eines Landwirts in Verl geborene Anton Meinholz und die Dichterin Luise Hensel lebten zeitweilig im Kreis Wiedenbrück und hielten ihre damaligen Eindrücke und Gedanken in Form von Jugenderinnerungen und Briefen fest. Anhand dieser Aufzeichnungen geben die Autoren einen Einblick in die damaligen Lebensumstände und stellen besonders die Rolle der Kirche heraus.

Gleichzeitig stellt das Buch die Entwicklung der Strukturen des Kreises Wiedenbrück in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts heraus und zeigt dadurch auch die Unterschiede zur heutigen Zeit. War der ehemalige Kreis Wiedenbrück geprägt von einer zum Teil schwierigen wirtschaftlichen Situation und einer schlechten Infrastruktur, gehört der Kreis Gütersloh zu den wirtschaftlich stärksten Regionen in ganz Nordrhein-Westfalen. Auch die Art der Aufgabenwahrnehmung änderte sich. Aus einer Obrigkeitsbehörde ohne Selbstverwaltung und bürgerliche Beteiligung wurde eine Serviceeinrichtung, die sich am Interesse der Bürger orientiert.

Vorlage für das Buch bildeten die Vorträge zum Kolloquium 'Kirchengeschichte in der Zehntscheune', die im Jahr 2016 an die Gründung des Kreises Wiedenbrück vor 200 Jahren erinnerten. Finanziell unterstützt wurde die Veröffentlichung im Verlag für Regionalgeschichte von der Stiftung der Kreissparkasse Wiedenbrück.

 


 

Zum Thema: Zeitreise in das alte Kreisgebiet Wiedenbrück

Johannes Meier (Hg.): Der Kreis Wiedenbrück in seinen ersten Jahrzehnten. Strukturen und Personen, Veröffentlichungen aus dem Kreisarchiv Gütersloh Bd. 15,  Bielefeld 2018, 165 Seiten, zahlreiche Abb., ISBN 978-3-7395-1115-3

Erhältlich über den lokalen Buchhandel und den Verlag für Regionalgeschichte (www.regionalgeschichte.de) zum Preis von 14,90 Euro.

 

Zum Thema: Professor Johannes Meier

Johannes Meier: Geboren 1948 im westfälischen Neubeckum. Studium: Katholische Theologie in Paderborn, Würzburg, Chur und Freiburg. 1975 Promotion und 1989 Habilitation. Bis 2013: Professor für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte und Religiöse Volkskunde der Johannes Gutenberg-Universität zu Mainz.