Heimat-Jahrbuch 2019 vorgestellt: Von Revolutionen, goldenen Toren und dem bestem Chor im Westen

Gütersloh, 23.11.2018. Wieso geht es durch ein goldenes Tor in die neue Gemeindebibliothek Steinhagen? Welche Bands hatten die meisten Auftritte auf dem Serengeti-Festival in Schloß Holte-Stukenbrock? Weshalb verfiel das Bürgertum im ehemaligen Kreis Halle nach dem Ersten Weltkrieg beinahe in eine kollektive Depression? Und warum leuchtet nachts eine Erdkugel über einem Langenberger Verkehrskreisel? Die Antworten hierzu und weitere spannende Beiträge zu Geschichte und Gegenwart des Kreises Gütersloh finden sich im aktuellen Jahrbuch.

Vorstellung Heimatjahrbuch 2019Großbildansicht
Vorstellung des 'Heimatjahrbuchs Kreis Gütersloh 2019' in Rietbergs historischem Rathaus (v.l.): Autor Manfred Beine, Chefredakteur Ralf Othengrafen, Landrat Sven-Georg Adenauer, Redaktionsmitglied Dr. Rolf Westheider, Manfred Habig, stellvertretender Bürgermeister Rietberg, Verleger Friedrich Flöttmann sowie Kreisheimatpfleger Martin Maschke.

Landrat Sven-Georg Adenauer, der Flöttmann Verlag und das Redaktionsteam stellten die neueste Ausgabe jetzt im Historischen Rathaus in Rietberg vor.

 

Das Heimat-Jahrbuch würdigt zwei bedeutende Jubiläen. Mit Borgholzhausen, Halle (Westf.), Versmold und Werther (Westf.) feiern gleich vier Städte ihr 300-jähriges Bestehen. Der Historiker Sebastian Schröder zeichnet die ungewöhnlichen Umstände der Stadterhebungen nach, die im Rahmen einer Steuerreform erfolgten. Nicht ganz auf 300 Jahre, aber immerhin auf 275 Jahre kann das  Rietberger Gymnasium Nepomucenum zurückblicken. Stadtarchivar Manfred Beine beleuchtet die wechselvolle Geschichte dieser traditionsreichen Institution. Nur wenige der heutigen Schulen im Kreis Gütersloh können auf eine vergleichbare Kontinuität zurückblicken.

 

Matthias Borner und Daniela Toman nehmen den Leser mit ins Grüne. Sie stellen mit beeindruckenden Bildern den Botanischen Garten Gütersloh und seinen Schöpfer vor. Der Botanische Garten ist einer der schönsten und besucherstärksten Sehenswürdigkeiten von Gütersloh. Das Gartendenkmal wurde 1912 von Karl Rogge gestaltet, der sich als Glücksfall für die Stadt erwies. Er brachte einen modernen Stil der Gartengestaltung in die westfälische Provinz, den er in der britischen Kap-Kolonie in Südafrika kennengelernt hatte.

 

In die Natur nimmt auch Matthias Holzmeier die Leser mit. Er schildert, wie eine Streuobstwiese mit historischen und einheimischen Sorten in Verl entstand. Mit viel Engagement und Einsatz haben die Mitglieder des Heimatvereins Verl diese Streuobstwiese geplant und angelegt. Der Beitrag zeigt, dass auch Naturschutz und die Entwicklung der Kulturlandschaft zu Arbeitsschwerpunkten der Heimatvereine gehören. Er zeigt aber auch, was mit ehrenamtlichem Engagement alles erreicht werden kann.

 

Von einem solchen Engagement zeugt auch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, die sich von Gütersloh aus für eine optimale Behandlung von Schlaganfallpatienten einsetzt. Die Stiftung belässt es aber nicht dabei, sondern bemüht sich auch um eine bessere Prävention. Dank der Stiftung und ihrer Arbeit verdunkeln die Folgen eines Schlaganfalles heute nicht mehr die Zukunft bei vielen Erkrankten.

 

Auch die Kunst kommt im neuen Jahrbuch nicht zu kurz. Sara Mattana nimmt den Leser mit auf eine künstlerische Entdeckungsreise durch den Ortskern von Werther (Westf.). Seit 2003 ist es zur Tradition geworden, auf dem Weg entlang der Mühlenwiese alle zwei Jahre einen Skulpturenpfad zu veranstalten. Etwa 20 bis 25 Künstler sind mit dabei, wenn im September auf dem knapp einen Kilometer langen Weg Kunstwerke auf- und ausgestellt werden. Mit Leben und Werk des vor fast 50 Jahren verstorbenen Malers Sigmund Strecker beschäftigt sich Klaudia Genuit-Thiessen. Blumen, Früchte, Krüge, Schalen sowie Landschaften waren seine Lieblingsmotive. Seit zehn Jahren kümmert sich sein Sohn Bernhard Strecker auf der 'Museumsinsel' in Halle (Westf.) um das Erbe seines Vaters.

 

Wie sich das Serengeti-Festival in Schloß Holte-Stukenbrock zum größten Open-Air-Musikfestival in Ostwestfalen-Lippe entwickelte, beschreibt eindrücklich Redakteur Sigurd Gringel. In der Hochphase pilgerten bis zu 30.000 Fans zum Safari-Park, der WDR-Rockpalast übertrug Headliner wie die Band Seed. Nach zehn Festivals war jedoch Schluss. Zumindest vorläufig, denn Festivalmacher Walent Cerkez macht den Fans Hoffnung auf eine Neuauflage.

 

Mit katholischer Volksfrömmigkeit in Herzebrock beschäftigt sich Meike Rövekamp. Sie stellt vier Herzebrocker Bildstöcke und Wegekreuze aus dem 19. und 20. Jahrhundert vor. Sie sind Zeugnis des Glaubens, Erinnerung an verstorbene Familienmitglieder, Mahnmale gegen Krieg, zudem Orte des Innehaltens, der Begegnung und des Gesprächs.

 

Das Heimat-Jahrbuch Kreis Gütersloh wird vom Kreis Gütersloh herausgegeben und erscheint mit einer Auflage von 3.000 Exemplaren im Flöttmann Verlag Gütersloh. Die redaktionelle Leitung hat Kreisarchivar Ralf Othengrafen. Der farbige, reich bebilderte Jahresband enthält auf 226 Seiten 25 Einzelbeiträge. Im örtlichen Buchhandel oder über den Flöttmann Verlag Gütersloh kann das Buch zum Preis von 12,80 Euro erworben werden. Auf den Internetseiten des Kreisarchivs (www.kreis-guetersloh.de/sh/Kreisarchiv) finden Interessierte einen Index mit den bisher erschienenen Themen.