Wettbewerb hat Zukunft, braucht aber neue Impulse

Gütersloh/Marienfeld, 03.12.2018. Rund 50 Interessierte aus 15 Ortsteilen des Kreises Gütersloh trafen sich im Bürgerhaus in Marienfeld zum Gedankenaustausch und um neue Impulse mit zurück zu nehmen.

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Benjamin Dally von der Hochschule OWL sprach über die Zukunft des Dorfwettbewerbs 'Unser Dorf hat Zukunft. Foto: Smilla Dankert/nextPlace Hochschule OWL

Die stellvertretende Landrätin Dr. Christine Disselkamp begrüßte die Teilnehmer. Sie stellte heraus, wie schön und vielfältig das Leben in unseren Dörfern sei. Kurze Wege, so Dr. Disselkamp, und der gute Kontakt zu den Menschen vor Ort sei ein Stück Lebensqualität. Für die stellvertretende Landrätin ist der Dorfwettbewerb kein Neuland, sie hat zuletzt den Kreis- und den Landeswettbewerb begleitet, etwa die Silbermedaillengewinner aus Lintel zur Preisverleihung. Zu dem Treffen in Marienfeld waren Vertreter aus folgenden Ortsteilen gekommen: Lintel, St. Vit, Batenhorst, Kaunitz, Varensell, Brockhagen, Herzebrock, Clarholz, Greffen, Benteler, Liemke, Oesterweg, Stukenbrock-Senne, Halle-Hörste und Bockhorst.

 

Dr. Disselkamp begrüßte  Benjamin Dally von der Hochschule OWL aus Detmold. Die Hochschule OWL hatte vom Kreis Gütersloh den Auftrag erhalten, zu klären, ob der Dorfwettbewerb 'Unser Dorf hat Zukunft' noch zeitgemäß ist beziehungsweise welche neuen Impulse der Dorfwettbewerb  brauche. Seine Bewertung fiel überwiegend positiv aus, der Dorfwettbewerb sei eine bekannte Marke. Es gebe aber auch Veränderungs- und Anpassungsbedarfe. Dally stellte die Frage: "Hat der Wettbewerb 'Unser Dorf hat Zukunft' Zukunft ?" Seine Antwort: Ja. Der Wettbewerb solle erhalten, aber weiterentwickelt werden. Ergänzende, neue Formate wie zum Bespiel Dorfspaziergänge, Dorfstammtische, Werkstätten und Projektideen für eine zukunftsfähige Entwicklung der Dörfer, seien weitere Verbesserungen für die Zukunft unserer Dörfer. Auch die Kommunikation und der Austausch untereinander in den Dörfern seien zu stärken. "Kümmerer beziehungsweise Regionalmanager für die Dörfer als Ansprechpartner sind wichtige Begleiter", unterstrich Dally.

 

Dally verwies im Übrigen darauf, dass die Kreise selbstständig Anpassungen an den Regularien vornehmen können. Das würde der eine oder andere Anwesende durchaus begrüßen: Hermann-Josef Brummelte von der Dorfgemeinschaft Stukenbrock-Senne: "Der Wettbewerbscharakter dürfe nicht mehr so im Vordergrund stehen, sondern die Individualität solle gefördert werden, auch mit anderen Dörfern zu kooperieren. Alle fünf Bewertungsbereiche könne nicht jedes Dorf erfüllen." Günter Kerstingtombroke vom Ortsteil Liemke unterstützte die Aussage und erklärte: "Zukunft ist, was Leben im Dorf ausmacht."

 

Dr. Waldemar Gruber von der Landwirtschaftskammer und Mitglied der Landesbewertungskommission in Nordrhein-Westfalen erklärte, die Landesbewertungskommission schaue sich den Status Quo im Ort an. Als Beispiel nannte er den Gewerbebetrieb, welcher sich mit dem Thema Umwelt beschäftige. So erkenne die Kommission, dieser Ort habe sich Gedanken gemacht und die Bürgerschaft schärfe das Bewusstsein. Der Weg sei das Ziel. Wie komme ich dahin, zum Beispiel einen Internet-Anschluss im Ort zu bekommen.

 

Die Ortsteile wurden nach Ihrer Meinung zum Dorfwettbewerb gefragt. Die verteilten Fragebögen füllten die Teilnehmer aus und gaben sie in einer Box ab. Die Auswertungen der Fragebögen werden zusammen mit der Hochschule OWL erfolgen.

 

Weitere spannende Themen des Abends waren: Feedback zum Landeswettbewerb aus dem Ortsteil Lintel, die Nutzung digitaler Medien für mehr Lebensqualität in den Dörfern, das Projekt Dorfauto in St. Vit und neue Förderprogramme der Bezirksregierung Detmold.

 

Für alle Teilnehmer der Veranstaltung stand an diesem Abend fest, unsere Dörfer im Kreis Gütersloh haben Zukunft. Neue Formate im Dorfwettbewerb können die Ortsteile stärken. Das bürgerschaftliche Engagement werde bei der Aufgabenerledigung eine wichtige Rolle spielen.