Kreis beteiligt sich an Kosten

Gütersloh, 22.01.2019. Der Kreis Gütersloh beteiligt sich an den Kosten einer Machbarkeitsstudie für die geplante Umgestaltung der Dokumentationsstätte Stalag 326 zu einer Gedenkstätte von nationaler Bedeutung. Dies entschied der Kreisausschuss bei seiner Sitzung am 21. Januar.

Ehemalige LagerbarackeGroßbildansicht
Beherbergt die momentane Dokumentationsstätte Stalag 326: Ehemalige Lagerbaracke

Die Hochschule OWL hat ein Angebot für die Durchführung der Machbarkeitsstudie vorgelegt. Die Stadt Schloss Holte-Stukenbrock wird als Auftraggeber der Studie fungieren. Bereits in der Vergangenheit hatten sich der Kreis Gütersloh und die Stadt Schloss Holte-Stukenbrock die finanzielle Unterstützung des Stalag-Fördervereins geteilt.

 

Im Stalag 326 Senne in Schloss Holte-Stukenbrock waren in den Jahren 1941 bis 1945 mehr als 300.000 Kriegsgefangene aus der ehemaligen Sowjetunion inhaftiert. Aufgrund der schlechten Lebensbedingungen gab es mehrere 10.000 Tote unter den Gefangenen. Später fungierte das Gelände als Auffanglager des Sozialwerkes für Flüchtlinge und Vertriebene aus den vormals deutschen Ostgebieten. Insgesamt 220.000 Menschen fanden hier bis in die 1970er-Jahre hinein Unterkunft. Heute beheimatet das Areal die Polizeischule Erich Klausener und die Dokumentationsstätte Stalag 326, die von einem Förderverein unterhalten wird.     

 

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie soll ein Entwicklungskonzept für das Areal erarbeitet werden. Dazu muss unteranderem das Gelände untersucht, die Rahmenbedingungen und funktionalen Anforderungen geklärt sowie verschiedene Varianten geprüft werden. Die Erstellung der Machbarkeitsstudie stellt einen notwendigen Schritt zur Erarbeitung eines Gesamtkonzepts dar und ist zugleich Voraussetzung für die Beantragung  von Fördermitteln des Bundes. Der Ausbau der Dokumentationsstätte Stalag 326 zu einer nationalen Gedenkstätte wird von einem Steuerungs- und Lenkungskreis geplant, der vom nordrhein-westfälischen Landtagspräsident André Kuper ins Leben gerufen wurde. 

 

Die Kreistagsfraktionen von CDU, SPD, Grünen und FWG-UWG hatten für die gleiche Sitzung einen Antrag gestellt, in dem sie ein Engagement des Kreises bei der Entwicklung und finanziellen Unterstützung einer Trägerstruktur unter Beteiligung des LWL für die Gedenkstätte Stalag 326 forderten. Dem Antrag wurde stattgegeben.