Vom grünen zum blühenden Rasen

Gütersloh, 22.01.2019.  Der Kreis Gütersloh plant die Umgestaltung einiger kreiseigener Flächen mit dem Ziel, die Lebensraumqualität für Insekten zu erhöhen. Die Initiative geht zurück auf eine Anregung der Grünen-Fraktion.

Heidenelken am KreishausGroßbildansicht
So kann das Ergebnis einer insektenfreundlichen Umgestaltung aussehen: Die Heidenelkenblüte am Kreishaus

Dazu wurden im vergangenen Jahr sechs Liegenschaften hinsichtlich ihrer Potenziale einer insektenfreundlichen Gestaltung begutachtet und daraus Handlungsempfehlungen erarbeitet. Über deren Umsetzung beriet der Umweltausschuss in seiner Sitzung am 22. Januar.

 

Zu den bereits erfolgten Begehungen auf den kreiseigenen Flächen stellte die Projektverantwortliche Hanna Bante von der Abteilung Umwelt des Kreises Gütersloh Details und mögliche Maßnahmen vor. "Das Ideal ist nicht der grüne Rasen, sondern der blühende Rasen", erklärt Wilhelm Gröver, Leiter der Umweltabteilung, als ein Ziel der Planungen. Dazu ist neben der insektenfreundlichen Umgestaltung auch eine veränderte Bewirtschaftung der Liegenschaften angedacht. So kann es beispielsweise helfen, nach Ende der Blütezeit den Pflanzen Zeit zum Aussamen zu bieten bevor mit dem anschließenden Grünschnitt begonnen wird. Als Vorbild können dabei Teile des Kreishausareals in Gütersloh dienen, die Gröver als 'Best Practice Beispiel' beschreibt. Bei dem hier verfolgten Mager-Rasen-Konzept wird nicht gedüngt und der einmal jährlich erfolgende Rasenschnitt abgeharkt. So konnte sich eine blüten- und artenreiche Pflanzenwelt mit beispielsweise der Heidenelke entwickeln.

 

Mit ersten Arbeiten konnte bereits am Außengelände des Berufskollegs Halle (Westf.) begonnen werden. Auch die vor einiger Zeit auf diesem Gelände gefällten Bäume sollen zeitnah ersetzt werden. "Diese wurden jedoch nicht aus Willkür entfernt, sondern aufgrund von Sturmschäden und Krankheiten", betont Bante. Weitere Maßnahmen könnten an den Standorten Michaelis-Schule Gütersloh, dem Kreishaus Gütersloh, dem Kreis Gymnasium Halle (Westf.) sowie am Berufsschulzentrum Wiedenbrück zeitnah umgesetzt werden. Die Begutachtung weiterer Flächen ist ab 2020 geplant.

 

Hintergrund ist der weitverbreitete Rückgang der Insektenfauna. Dieser wirkt sich nicht nur negativ auf die Population zahlreicher Vogelarten aus, deren Nahrungsangebot durch die fehlenden Insekten eingeschränkt wird. Auch für die menschliche Ernährung ergeben sich Probleme, da Insekten als wichtige Pflanzenbestäuber dienen. Der Kreis Gütersloh setzt sich daher bereits seit 2013 über das Projekt 'Artenreiche Feldflur', welches in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Bielefeld/Gütersloh durchgeführt wird, für die Förderung der Insektenvielfalt ein. Dieses Projekt soll über die Vitalregion GT 8 fortgeführt und erweitert werden.

 

Zum Thema: Beratung und Blühstreifen für alle 13 Kommunen

In der gleichen Sitzung wurde auch ein kurzfristig von der CDU-Fraktion eingereichter Antrag diskutiert. Die CDU beantragte, die Beratung und Förderung und Beratung zu Blühstreifen und Wiesen auf alle Kommunen auszuweiten: Hintergrund: Die Vitalregion GT 8 hat ein entsprechendes Projekt mit Eigenmittel in Höhe von 20.000 Euro auf den Weg gebracht und entsprechende Förderanträge gestellt. Im Rahmen des Projekts werden Kommunen unter anderem durch die Biologische Station Gütersloh - Bielefeld beraten. Die Biostation ist auch Antragsteller des Projekts. Damit diese ihre Aktivitäten auch auf die fünf Kommunen ausdehnen kann, die nicht Mitglied von GT 8 sind, beantragte die CDU in der Sitzung zunächst 8.000 Euro. Nicht Mitglied von GT 8 sind Herzebrock-Clarholz, Rheda-Wiedenbrück, Schloß Holte-Stukenbrock, Steinhagen und Verl. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.