Krisenstab bereitet sich auf Ernstfall vor

Rheda-Wiedenbrück/Schloß Holte Stukenbrock, 21.02.2019. Damit im Ernstfall die Abläufe zwischen allen Beteiligten besser klappen und alle notwendigen Entscheidungen und Vorbereitungen getroffen werden, hat der Krisenstab des Kreises Gütersloh den Ausbruch der Afrikanischen Schweinpest (ASP) geprobt.

Der Krisenstab im Sitzungssaal des Kreishauses WiedenbrückGroßbildansicht
Im voll besetzten Sitzungssaal des Kreishauses Wiedenbrück wurde der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vom Krisenstab durchgespielt und Maßnahmen zur Eindämmung der Tierseuche eingeleitet

Sollte es zu einem Ausbruch kommen, muss alles getan werden, um die Tierseuche umgehend einzudämmen. Krisenstabsleiter Thomas Kuhlbusch: "Wir wollen für den Ernstfall bestmöglich vorbereitet und sofort einsatzfähig sein." Kuhlbusch, Dezernent Gesundheit, Ordnung und Recht beim Kreis Gütersloh, begrüßte im Krisenstab unter anderem Vertreter der Jägerschaft, der Landwirtschaft, der Tierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft, des Landesbetriebes Wald und Holz, der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks. Zeitgleich wurde in ganz Ostwestfalen geübt.

 

Das Szenario: In Schloß Holte-Stukenbrock an der Hövelrieger Straße war am Montag unweit eines Parkplatzes ein verendetes Wildschwein gefunden worden. Einen ersten Verdacht auf ASP bestätigten zwei aufeinander folgende Untersuchungen. Bereits nach dem ersten positiven Befund beruft Landrat Sven-Georg Adenauer den Krisenstab ein, der am Dienstagmorgen zusammen kommt. 39 Experten, von solchen für digitale Karten über die stark vertretenen Veterinäre bis hin zu den führenden Köpfen der Landwirte und Jäger im Kreis. Der Fundort war nicht zufällig gewählt: Das Gros der Wildschweinstrecke im Kreisgebiet entfällt auf Schloß Holte-Stukenbrock.


Gruppenbild der Arbeitsgruppe JagdGroßbildansicht
Links im Bild Blick auf die Karte an der Wand, rechts Diskussion in der Ar-beitsgruppe Jagd - es galt zunächst, eine Gefährdungszone um den Fundort des verendeten Wildschweins zu ziehen (v.l.): Günter Brehs, Dieter Wortmeier, Dr. Wolfgang Schwentker, Wilfried Schmelter, Alfons Stammei-er, Ralf Reckmeyer und Marcus Elmerhaus

Die erste Aufgabe: Die Absteckung eines gefährdeten Gebiets um den Fundort herum, in dem eine Reihe von Sanktionen angeordnet werden. Zu Umfang und Grenzen dieses Gebietes wurde ein Vorschlag gemacht, die die Kenntnisse und Erfahrungen der Veterinäre, der Landwirte und die der Jäger über Bestand und Verbreitung der Wildscheine, aber auch natürliche Gegebenheiten oder Hindernisse wie etwa die Autobahn 2 berücksichtigen. Der Krisenstab verhängte für dieses Gebiet als erstes eine absolute Jagdruhe. Durch das Jagdverbot soll verhindert werden, dass aufgeschreckte Wildschweine die Tierseuche weiter in andere Gebiete tragen. Die Erfahrungen in Osteuropa haben gezeigt, dass die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest durch Wildschweine mit einem Kilometer pro Tag verläuft. Der fiktive Fund in Schloß Holte Stukenbrock könnte wie jüngst der Ausbruch in Belgien auf den Überträger Mensch zurückzuführen sein: Durch kontaminierte Lebensmittel aus ASP-Gebieten, die Wildschweine gefunden haben und fressen.

Für Landwirte und Personen, die im gefährdeten Gebiet Schweine halten, und Viehhändler wurde in der Übung vom Krisenstab zudem festgelegt, dass Transporte von Schweinen in und aus dem Gebiet nur dann erfolgen dürfen, wenn  der Transport durch die Abteilung Lebensmittelüberwachung und Veterinärwesen zuvor ausdrücklich genehmigt wurde.

 

Erst in einem zweiten, deutlich späteren Schritt würde der Krisenstab ein sehr viel kleines sogenanntes "Kerngebiet" festgelegt, das umzäunt würde und in dem anschließend sämtliche Wildschweine getötet werden müssten. "Wir orientieren uns an den Maßnahmen, die bei ASP-Ausbruch in Tschechien ergriffen worden sind. Sie gelten derzeit als Gold-Standard, weil dort die Afrikanische Schweinepest nach dem ersten Ausbruch eingedämmt werden konnte."


Volontärin Isabelle Helmke vor einer WandkarteGroßbildansicht
Auf den Fundort zeigt an einer der Wandkarten Isabelle Helmke, Volontärin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Kreis Gütersloh und im Krisenstab für die Bürger- und Medienarbeit zuständig

Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich, für Schweine, egal ob Wild- oder Hausschwein, endet sie in der Regel jedoch tödlich. Alle Maßnahmen des Krisenstabs zielen darauf ab, die Verbreitung der Seuche  zu verhindern und diese möglichst schnell einzudämmen und besiegen. Deshalb sollen Wildschweine nicht aufgescheucht und eventuell weitere Kadaver tierseuchengerecht gesammelt werden.

Eine Empfehlung aus der Übung gilt übrigens auch für die Realität: Wer ein totes Wildschwein entdeckt, das keine unfallbedingten Verletzungen aufweist, sollte dieses nicht berühren, sondern umgehend den Fundort an die Kreisleitstelle unter der Notrufnummer 112 melden.

 

 

Zum Thema: Wildschweinjagdstrecke

 

 

Hegering

Jagdjahr 17/18

Gütersloh

15

Reckenberg WD

1

Rietberg

1

Verl

20

Borgholzhausen

7

Halle/Westf.

1

Steinhagen

1

Werther

1

Versmold

1

Sch. Ho.-Stukenbrock

192

Gesamt:

240