Hochbetrieb an Kreisschulen

Gütersloh, 20.07.2018. Vergangenen Freitag begannen für Kinder und Jugendliche in ganz Nordrhein-Westfalen die Sommerferien. Obwohl die meisten Schüler und Lehrer ihre Zeit fernab der Schule verbringen, wird auf dem einen oder anderen Schulhof keine Ruhe einkehren: Denn an den Schulen des Kreises stehen etwa sechs Wochen lang Sanierungsmaßnahmen auf dem Plan. Die Kosten betragen über eine Million Euro.

Baustelle am Carl-Miele-BerufskollegGroßbildansicht
Am Carl-Miele-Berufskolleg muss dieses Dach, dank dem man trockenen Fußes von einem Gebäudeteil zum nächsten gehen kann, teilweise zurückgebaut werden: Die modernen Rettungswagen können nicht drunter herfahren und kommen daher nicht direkt bis zur Sporthalle (im Hintergrund). Foto: Kreis Gütersloh

Der Kreis ist Träger von 18 Schulen. Darunter elf Förderschulen, fünf Berufskollegs und zwei allgemeinbildenden Schulen. Gebaut oder saniert wird in diesem Sommer an elf Schulstandorten. Als Schulträger steht der Kreis in der Pflicht für den Erhalt der Schulgebäude und einem funktionierenden Brandschutz zu sorgen. Die Gebäudewirtschaft des Kreises legt den Schwerpunkt der Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten in die Ferien, um den Unterricht so wenig wie möglich zu stören. Erste Arbeiten konnten bereits in Abstimmung mit den Schulleitungen im Frühjahr abgeschlossen werden, weitere Maßnahmen stehen für die Herbstferien an.

 

Umfangreiche Baumaßnahmen gibt es im Berufskolleg Halle, wo mit einer geplanten Flachdachsanierung für 200.000 Euro auch die teuerste Einzelmaßnahme ansteht. Für Maßnahmen zur Verbesserung des Brandschutzes am Berufskolleg Halle, dem Carl-Miele-Berufskolleg Gütersloh, dem Kreisgymnasium Halle und der Michaelis Schule Gütersloh werden rund 300.000 Euro ausgegeben. Für 250.000 Euro werden an der Peter-August-Böckstiegel-Gesamtschule in Werther und der Martinschule in Rietberg Elektroarbeiten zur Installation von W-LAN Netzwerken durchgeführt. Weitere Kreisschulen werden zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen des NRW-Förderprogrammes 'Gute Schule 2020'mit W-LAN ausgestattet. Da viele Schulgebäude mittlerweile 40 bis 60 Jahre alt sind, ist es zwingend notwendig Maßnahmen zur Sanierung und Verbesserung des Brandschutzes zu ergreifen. Laut Aussage des Kreis-Architekten Peter Westerbarkei entsprechen beispielsweise viele der alten Türen oder Brandschutzeinrichtungen nicht mehr den aktuellen Standards. Brandschutzanforderungen unterliegen einem steten Wandel, immer wieder muss nachgebessert werden. Vielerorts sollen zudem Brandmelde- und Alarmierungsanlagen ausreichend vor einem Ausfall geschützt werden.  Der Kreis trägt bei einigen Maßnahmen nur zehn Prozent der Kosten, der Rest wird über das Kommunal-Investitionsfördergesetz finanziert.

 

In den Zahlen nicht enthalten ist die Brandsanierung am Haller Kreisgymnasium. Nach aktuellem Stand wird die Schadenssumme von rund 700.000 Euro vollständig von der Versicherung getragen. Die aktuellen Brandschutzarbeiten stehen in keinem Zusammenhang mit dem Brand in Halle.


Zum Thema 'Gute Schule 2020'

Das Förderprojekt 'Gute Schule 2020' soll für Investitionen in die Sanierung, Modernisierung und den Ausbau der kommunalen Schulinfrastruktur genutzt werden. Das Gesamtvolumen der Finanzhilfen beläuft sich auf zwei Milliarden Euro. Die Tilgung der Darlehen wird vom Land Nordrhein-Westfalen übernommen. Im Zuge des Projekts sollen im Kreis Gütersloh die Schulen flächendeckend mit W-LAN Netzen ausgestattet und weitere Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Das Problem - und nicht nur im Kreis Gütersloh: Auf die Ausschreibungen folgen häufig keine Angebote. Die Betriebe sind ausgelastet - Fachkräftemangel tut sein Übriges. Das Land hat schon reagiert und die Förderphase verlängert.

 

Von Markus Richter