Partnerschaftsvertrag in Lettland unterzeichnet: Neustart für das "gelebte Europa"

Koceni/Lettland. Feierlicher hätte der Moment nicht sein können: Die lettische und die deutsche Nationalhymne erklangen vor der imposanten Hauptschule der lettischen Gemeinde Koceni, einem ehemaligen Gutshof.

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Feierlicher Akt bei der Unterzeichnung des neuen Partnerschaftsvertrags: In der Mitte Landrat Sven-Georg Adenauer, eingerahmt von Vitauts Stana, Bürgermeister der Gemeinde Koceni und Vorsitzender des lettischen Partnerschaftsvereins, und Dr. Silvana Kreyer, Kulturbeauftragte der Partnerschaft.

Auf dem Tisch und am Gebäude wehten die Fahnen der beiden Länder. Dann nahmen die Ehrengäste den Stift in die Hand und unterzeichneten die neue Partnerschaftsurkunde zwischen dem Kreis Gütersloh und dem Partnerschaftsverein auf lettischer Seite (01.07.2010).

Dieser hatte sich gegründet, nachdem im Zuge der Kommunalreform der Kreis Valmiera aufgelöst worden ist und an seine Stelle die Stadt Valmiera und sechs Großgemeinden die Aufgaben des Kreises übernommen haben.

Es war eigentlich nur eine Formalie. Aber der Landrat geht davon aus, dass die Freundschaft durch den offiziellen Akt "einen neuen Schub bekommt". Er dankte den lettischen Wählern, die Bürgermeister gewählt hätten, die so klar hinter der Partnerschaft stünden.

Mit Inesis Bokis (Stadt Valmiera), Janis Zuments (Gemeinde Naukseni) und Vitauts Stana - ehemaliger Landrat, jetzt Bürgermeister der Gemeinde Koceni und Vorsitzender des Partnerschaftsvereins - waren drei alte Bekannte bei der Vertragsunterzeichnung. Es gibt aber auch vier neue Gesichter in der Reihe der sieben Bürgermeister. Adenauer bezeichnete die Freundschaft, die 1992 begann und 1994 per Vertrag besiegelt worden ist, als "gelebtes Europa".


Unterzeichnung des neuen PartnerschaftsvertragsGroßbildansicht
Landrat Sven-Georg Adenauer und Vereinsvorsitzender Vitauts Stana unterzeichnen als erste den neuen Partnerschaftsvertrag.

Die Vertreter aus dem ehemaligen Kreis Valmiera sparten nicht an Lob vor der 31-köpfigen Delegation aus dem Kreis Gütersloh und betonten, wie wichtig die Freundschaft für die Entwicklung der Region war. "Dank der Partnerschaft ist Valmiera die beste Region in ganz Lettland", meinte etwa der ehemalige Landrat Karlis Greiskalns, der heute das Berufsbildungszentrum in Valmiera leitet.

Vitauts Stana erinnerte daran, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse derzeit nicht die besten sind. Die Wirtschaftskrise hat das baltische Land so hart getroffen wie kaum ein anderes. Als Reaktion auf die Krise wurden die öffentlichen Ausgaben teils drastisch gekürzt. Gerade jetzt, so der Tenor der Feier, sei die Hilfe aus Deutschland wichtig.

Und nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch in Form von Beratung und Austausch. "Neue Projekte gerade im sozialen Bereich", wolle man künftig im Fokus haben, sagte Adenauer. Damit griff er den vielfach geäußerten Wunsch der Bürgermeister auf. Denn viele von ihnen sehen sich durch die Kommunalreform mit neuen Aufgaben konfrontiert. So soll beispielsweise die Unterstützung hilfsbedürftiger Familien bei dem Gegenbesuch im September dieses Jahres thematisiert werden.

Feuerwehr, Rettungsdienst, Joghurtproduktion, Altenheim - bei der Feierstunde wurde auch zurückgeblickt auf die vielen erfolgreichen gemeinsamen Projekte in der Vergangenheit. "Es sind zu viele, um sie in wenigen Minuten alle aufzuzählen", meinte Vitauts Stana. Alle waren sich einig, die Liste soll noch durch viele weitere Projekte verlängert werden.


Zum Thema: Partnerschaftsverein

Gruppenbild nach der Unterzeichnung des neuen PartnerschaftsvertragsGroßbildansicht
Gruppenbild nach der Unterzeichnung des Vertrags. In der Mitte Sven-Georg Adenauer und Vitauts Stana sowie Partnerschaftskoordinator Hans-Joachim Schwolow (4.v.r.).

Durch die Kommunalreform löste sich der Kreis Valmiera auf und die Aufgaben gingen auf die Stadt Valmiera (Bürgermeister Inesis Bokis) und die Großgemeinden Koceni (Bürgermeister Vitauts Stana), Naukseni (Bürgermeister Janis Zuments), Mazsalaca (Bürgermeister Gunars Zunda), Burtnieki (Bürgermeister Janis Leitis), Beverina (Bürgermeister Maris Zvirbulis) und Rujiena (Bürgermeister Guntis Gladkins) über.

Im Zuge der Reform gab es auch kreisübergreifend neue Grenzen. Die Großgemeinde Burtnieki wurde um die Ortschaft Evele erweitert, die Großgemeinde Beverina um die Ortschaft Trikata.


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