Halle (Westf.) und Valmiera besiegeln Partnerschaft: Wilde Ehe beendet

Valmiera/Halle, 20.07.2011. Seit 16 Jahren bereits besteht die Freundschaft zwischen Halle (Westf.) und der lettischen Stadt Valmiera. Jetzt unterzeichneten Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann und Bürgermeister Inesis Bokis die offizielle Partnerschaftsurkunde.

Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde Großbildansicht
Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann und Bürgermeister Inesis Bokis unterzeichneten die Partnerschaftsurkunden.

"Europa ist modern geworden und es ist jetzt auch modern geworden, zusammen zu wohnen, ohne verheiratet zu sein", meinte Valmieras Bürgermeister in seiner Begrüßung zur Feierstunde unter freiem Himmel im Schatten einer großen Eiche hinter dem Museum von Valmiera. "Dann kommt aber die Zeit, in der man offiziell Partnerschaft schließt."

Die Unterschrift unter den Vertrag setzten die Stadtoberhäupter während einer fünftägigen Delegationsreise mit Landrat Sven-Georg Adenauer an der Spitze. Von den 34 Teilnehmern der Reise waren allein zwölf aus Halle (Westf.), darunter zahlreiche Vertreter der Ratsfraktionen. Das Bild von Ehe und Familie zog sich durch die ganze Feierstunde. Bürgermeisterin Rodenbrock-Wesselmann begrüßte die "Partnerschaftsfamilie", Landrat Adenauer erklärte an seinen ehemaligen Landratskollegen Vitauts Stana gewandt: "Das ist unser Baby."


Lettinnen spielen KokleGroßbildansicht
Vier Frauen an der der Kokle, einem lettischen, der Zither ähnlichen Saiten-instrument, spielten bei der Vertragsunterzeichnung.

Ausgeheckt worden ist das Ende der wilden Ehe im vergangenen September, als die lettische Delegation in Halle (Westf.) war, erklärte Rodenbrock-Wesselmann. Für sie sei es an Zeit gewesen, dass die Partnerschaft offiziell besiegelt wird, denn es gebe schon wieder viele Anfragen auf deutscher Seite. "Auch unter den Mitreisenden sind viele an einer Zusammenarbeit interessiert." Sie spielte damit unter anderem auf die Realschule Halle (Westf.) an.

Schulleiter Frank Spannuth und Lehrerin Simone Brigas waren mit von der Partie. Sie haben zusammen mit den Kollegen vom Gymnasium Pargauja eine mögliche Kooperation im Rahmen eines europäischen Commenius-Projekts abgeklopft. Diese von der EU geförderten Projekte sollen in erster Linie die Zusammenarbeit von Lehrern in Europa fördern.


Publikum beim BegrüßungskonzertGroßbildansicht
Feierstunde unter freiem Himmel in Valmiera (v.l.): In der zweiten Reihe Christian Loest (Fach-bereichsleiter Stadt Halle (Westf.)), vorne Valmieras Bürgermeister Inesis Bokis, Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann, Landrat Sven-Georg Adenauer, Vitauts Stana (Parlaments-abgeordneter und ehema- liger Landrat Kreis Valmiera) sowie Hans- Joachim Schwolow (Partnerschaftskoordinator).

Mindestens drei Länder, die keine gemeinsame Grenze haben, arbeiten dabei über zwei Jahre zusammen. "Die Schüler erhalten dann einen Arbeitsauftrag, Bedingung ist ein Europabezug. Das können ganz alltägliche Dinge sein wie das unterschiedliche Essverhalten in den Ländern oder das Taschengeld. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die Schüler können zu Beispiel eine Umfrage machen oder einen Film drehen", erklärte Simone Brigas.

Landrat Adenauer gab seine Hoffnung zum Ausdruck, dass dieser ersten offiziellen Partnerschaft zwischen zwei Kommunen aus dem ehemaligen Kreis Valmiera und dem Kreis Gütersloh weitere folgen. Kandidaten wären Steinhagen und Rujiena sowie Harsewinkel und Mazsalaca, die Freundschaften geschlossen haben, aber eben noch keine offizielle Partnerschaft.


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