Im Berufschulwesen ein Vorreiter

Valmiera/Lettland, 23.06.2016. „Eine duale Berufsausbildung hatten wir schon früher. Dann haben wir es vergessen und jetzt ganz pompös wiederentdeckt.“ Vita Zeibote muss selbst schmunzeln, wenn sie einen Blick auf die Geschichte wirft. Für die Lehrerin am Technikum, der neuen Berufsschule Valmieras, ist ihre Schule Rückbesinnung und Neuanfang in einem. Eine Delegation aus dem Partnerkreis Gütersloh informierte sich während einer mehrtägigen Reise in Lettland über den Stand der dualen Berufsausbildung im wirtschaftlichen Zentrum der Region.

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Modernste Technik in den berufspraktischen Labors.

Valmiera sei Vorbild bei der dualen Berufsausbildung, das hatte bereits Elisabeth Bauer von der Konrad-Adenauer-Stiftung der Delegation mit auf den Weg gegeben. Und wer die Unterrichts- und die Praxisräume sieht, weiß dass sie Recht hat. Modernste Einrichtung und Technik, angegliedertes Wohnheim und nachgebaute Hotelzimmer in verschiedenen Sterne-Kategorien als Übungsräume für die Hotelfachkräfte.


Gruppenfoto der Delegation Großbildansicht
Gruppenfoto der Delegation im Technikum Valmiera, der im November vergangenen Jahres eröffneten Berufsschule.

Das Technikum von Valmiera ist im Unterschied zur dualen Ausbildung in Deutschland Schauplatz des Theoretischen und des praktischen Unterrichts. Ein Umstand der teilweise der gleichen Ursache geschuldet ist wie das Wohnheim: Das Einzugsgebiet ist so groß, dass weder Betrieb noch Elternhaus bei vielen Schülern in vertretbarer Entfernung liegen.


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Modernste Technik in den berufspraktischen Labors.

Im Technikum gibt es neben den sieben Hotelzimmern unter anderem ein Fleischlabor, ein Fischlabor - ein Mal benutzt seit der Eröffnung im November vergangenen Jahres - und eine Mini-Molkerei. Derzeit besuchen 708 Schülerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten in verschiedenen Bildungsgängen und mit unterschiedlichen Abschlüssen als Ziel das Technikum. 63 Lehrer an zwei Standorten, der zweite liegt in dem Ort Ranka. In die Modernisierung des Technikums sind zwölf Millionen Euro geflossen, allein vier Millionen für die Ausstattung. Die EU-Förderquote lag bei 80 Prozent, 20 Prozent Eigenanteil musste die Stadt Valmiera aufbringen.