Armands Gumbris: Bienen zum Beruf gemacht

Gütersloh/Valmiera, 04.09.2014. Alle zwei Jahre steht Armands Gumbris auf dem Weihnachtsmarkt in Rheda-Wiedenbrück. Dort verkauft er nicht nur seinen eigenen Honig, sondern Produkte aus der Region Valmiera, der lettischen Partnerregion des Kreises Gütersloh.

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Neben dem Haus im Wald befinden sich die Bienenstöcke, die Armands Gumbris zur Königinnenzucht nutzt.

Als in diesem Jahr Ende August eine über 30-köpfige Delegation mit Landrat Sven-Georg Adenauer an der Spitze die lettischen Freunde besuchte, gab es die Gelegenheit, den Imker zu Hause zu besuchen.


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Armands Gumbris zeigt den Besuchern aus dem Kreis Gütersloh auf seinem Waldgrundstück seine Imkerei. Im Hintergrund das von ihm selbst gebaute Haus.

Gehört hatten schon viele davon, wie malerisch das Grundstück von Armands Gumbris mitten im Wald liegt. Seit kurzem ist es auch ein wenig leichter zu erreichen, hat doch der staatliche Forstbetrieb die Waldpiste ausgebaut, auf der man die letzten Kilometer zum Imker zurücklegen muss. Sein Haus liegt in der Großgemeinde Beverina, südöstlich von der Stadt Valmiera. Bis zum Rathaus der Stadt sind es rund 15 Minuten mit dem Auto. In welchem Ort er genau wohnt? Gumbris kann es sich aussuchen, sein Grundstück wird geteilt durch den Bach Kengunite. Geht er über seine eigene Brücke, geht er von Kaugari nach Brenguli - oder umgekehrt. "Früher war das mein Sommerhaus", erklärt Gumbris mit Blick auf seine Datscha, die er nach und nach selbst gebaut hat. Inzwischen ist der Bau ständiger Wohnsitz.


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Wer genau hinschaut, kann die Königin mit der roten Markierung erkennen (in der Höhe des fünften Pullover-Streifens unter dem Markenlogo).

Gumbris ist seit vielen Jahren aktiv in der Partnerschaft, ständiger Begleiter, Fahrer und Übersetzer der Delegationen aus dem Kreis Gütersloh und hat zudem zahlreiche Imkerfreunde in Deutschland. Im Winter hilft in der Abgeschiedenheit der Geländewagen, den er der Witwe eines verstorbenen Imkerfreunds aus Rheda-Wiedenbrück abkaufte. Vor drei Jahren hat sich Gumbris sogar drei Monate in Australien in der Imkerei weitergebildet. Zurück in Lettland sattelte er auf Berufsimker um. Seit zwei Jahren leben er und seine Frau von dem, was die Bienen ihnen einbringen. Vorher arbeitete er parallel im Rettungsdienst und war dort für den Fuhrpark verantwortlich. "Ich habe 24 Stunden und jeden Tag im Jahr gearbeitet", blickt er zurück. War ein Auto kaputt, musste Gumbris es ersetzen oder wieder zum Laufen bringen. Die am weitesten entfernte Wache, für die er zuständig war, liegt 180 Kilometer entfernt.


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Der Imker Gumbris hat drei Geschäftsfelder: Honig, Königinnenzucht und Imkerschule. Rund eine Tonne Honig bringen die 100 Bienenvölker in guten Jahren wie 2013, in diesem Jahr ist es weniger. Der gelernte Agrar-Ökonom teilt sich mit seiner Frau Taiga die Arbeit: "Ich mache alles mit den Bienen, sie schleudert zum Beispiel den Honig." Und nicht nur das: Die Gärtnerin hat großen Anteil daran, dass das Grundstück wie ein kleines Paradies wirkt. In diesem Jahr wird Armands Gumbris die ersten beiden Wochen den lettischen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Wiedenbrück betreuen.