NSG Hühnermoor

Das Hühnermoor ist das einzige noch erhaltene Hochmoor im Kreis Gütersloh und hat eine herausragende Bedeutung als Rückzugsraum für die typische Moorvegetation.
MoorflächeGroßbildansicht

Das Moor hat sich in einer abflusslosen Mulde vor etwa 4000 Jahren zwischen zwei Sanddünen gebildet. Bis 1925 wurde es abgetorft, danach hat eine erstaunlich gute Regeneration (Erneuerung) eingesetzt. Da Moore nasse, sehr nährstoffarme und extrem saure Standorte darstellen, können hier nur die Spezialisten unter den Pflanzen und Tieren überleben. Im zentralen Hochmoorbereich findet man große Flächen mit Torfmoos-Schwingrasen, Bulte aus Wollgräsern, die Moosbeere, Glockenheide und den Rundblättrigen Sonnentau.

Feuchte Birken-Bruchwaldbereiche umgeben das Moor. Problematisch ist das Aussamen der Birken auf der Moorfläche. Der Birkenjungwuchs wird regelmäßig abgeschnitten oder herausgezogen, um die typische Moorvegetation zu erhalten.

Auch Nährstoffeinträge von angrenzenden Flächen oder durch Niederschläge stellen eine Gefährdung dar. Vor einigen Jahren hat der Kreis Gütersloh benachbarte Ackerflächen erworben, die nun als Pufferzone dienen. Im Moor ist die voranschreitende Eutrophierung an der Schlangenwurz zu erkennen. Sie dringt vom Rand in das Hochmoor ein und weist auf nährstoffreichere Bedingungen hin.

Anhand der noch erhaltenen Torflager kann man die Vegetationsentwicklung von der Eiszeit bis zum Mittelalter erforschen. Da es im östlichen Münsterland nur noch sehr wenig Hochmoorreste gibt, ist das Hühnermoor für die Wissenschaft von besonderem Wert.


GlockenheideGroßbildansicht

Steckbrief NSG Hühnermoor:

Lage: östlich von Marienfeld

Größe: 8,6 ha

Kennzeichen: Hochmoorrest mit typischer Moorvegetation

Unterschutzstellung: 28. Mai 1938

Ansprechpartner:
Untere Naturschutzbehörde des Kreises Gütersloh, Ulrike Rediker-Authmann
geschützte E-Mail-Adresse als Grafik, Tel.: 05241/852723