An Sicherheit denken - Tempo senken

Unsere Broschüre zur Verkehrssicherheit

Unfälle in Zahlen

Bild: Blitze

"An Sicherheit denken - Tempo senken!"
So lautet die Initiative des Kreises Gütersloh, um die Sicherheit auf unseren Straßen zu verbessern. Der Anlass für diese Aktion ist alles andere als erfreulich, denn im Jahr 2004 starben im Kreis Gütersloh 33 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen, 471 weitere wurden schwerverletzt.


Ursache für weit über ein Drittel der Unfälle:
Unangepasste Geschwindigkeit.

Sicherlich könnten einige der Unfallopfer noch leben, wenn sich die Verursacher an die Geschwindigkeitsregeln im Straßenverkehr
gehalten hätten. Auch bei den Unfällen mit Schwer- und Leichtverletzten gilt zu hohe Geschwindigkeit nach wie vor als eine der Hauptunfallursachen.

Deshalb besser Fuß vom Gas!

33 Verkehrstote im Jahr 2004 im Kreis Gütersloh.

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personeneschaden ist in Nordrhein-Westfalen gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken.
Im Jahr 2003 ereigneten sich 69489 Unfälle. 2004 sank die Zahl um 2,8% auf 67597.

Besonders bedauerlich ist der hohe Anteil der Ursache "überhöhte/nicht angepasste Geschwindigkeit" bei den 31 Verkehrsunfällen mit 33 tödlich Verletrzten:

Er betrug 45 % (!!)

Hauptunfallursache:
Nicht angepasste Geschwindigkeit

Eigentlich müßten es doch alle Führerscheininhaber wissen:
Grundsätzlich darf der Fahrzeugführer nur so schnell fahren, daß er sein Fahrzeug ständig beherrscht.
Es bestehen überdies natürlich besondere Geschwindigkeitsbeschränkungen. Sie ergeben sich zum Teil direkt aus der Straßenverkehrsordnung (zum Beispiel "Tempo 50" innerhalb geschlossener Ortschaft).
Zum anderen werden sie durch Verkehrszeichen angeordnet, wenn es die Verkehrsverhältnisse erfordern oder die Unfallentwicklung notwendig macht.

Geschwindigkeitsüberwachung ist notwendig
Neben der Polizei überwacht auch der Kreis Gütersloh die Einhaltung
der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf den Straßen im Kreisgebiet.
Dies geschieht seit 1991 beispielsweise mit stationären Überwachungsanlagen (sogenannte Starenkästen).
Sie sind an Stellen installiert, an denen sich solche Unfälle häufen,
die durch nicht angepaßte Geschwindigkeit verursacht wurden.

Derzeit wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Kreis Gütersloh
an 21 Standorten durch stationäre Anlagen überwacht.

Überaus positive Bilanz der "Starenkästen"

Erfolge haben sich schon bald nach der Installation der stationären Überwachungsanlagen eingestellt. Im Nahbereich der "Starenkästen" ging die Zahl der Unfälle um rund 30% zurück. Es gab dort seither gegenüber früher 35% weniger Leichtverletzte und 50% weniger Schwerverletzte - allein das belegt schon mit Nachdruck die Notwendigkeit der Anlagen.

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Mobile Messungen

Bild: Blitzcontainer
Mobile Messungen - zum Schutz

Beeinflußt werden kann das Geschwindigkeitsverhalten durch die "Starenkästen" leider nur im Nahbereich der Anlagen. Sobald dieser Bereich durchfahren ist, treten manche Fahrer häufig wieder allzu kräftig auf das Gaspedal. Das wurde in mehreren Verkehrsuntersuchungen nachgewiesen.
Es ist daher im Interesse der Verkehrssicherheit zwingend erforderlich, die Geschwindigkeit auch außerhalb der von "Starenkästen" gesicherten Unfallhäufungspunkte durch mobile Anlagen zu kontrollieren.
Derartige Kontrollpunkte werden zusammen mit den betroffenen Städten und Gemeinden sowie der Polizei festgelegt.

Dabei handelt es sich um besondere Gefahrenstellen:

  • Unfallhäufungspunkte
  • Schulwege, Schulbushaltestellen
  • Nahbereich von Seniorenheimen, Kindergärten oder Schulen
  • unübersichtliche Straßensituationen
  • Fußgänger- und Radfahrer-Quer- und Längsverkehr
  • innerörtliche Durchgangsstraßen ohne Rad- und Gehweg

Die Kontrollen dort dienen vor allem dem Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Kindern und älteren Menschen.
Die Überschüsse aus den Bußgeldeinnahmen, ca. 1,5 Mio. € / Jahr, werden im Kreis Gütersloh für Maßnahmen auf dem Gebiet der Verkehrssicherheit verwandt.

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Stationäre Überwachungsanlagen "Starenkästen"

Stationäre Überwachungsanlagen
[Stand: 05.09.2005]

Stadt/Gemeinde /\ Standort /\ Zulässig
Borgholzhausen /\ B 68 / Osnabrücker Straße /\ 70 km/h
Gütersloh /\ L 757 / Verler Straße /\ 50 km/h
Gütersloh /\ L 788 / Herzebrocker Straße /\ 70 km/h
Halle /\ L 782 / Theenhausener Straße /\ 70 km/h
Halle /\ L 782 / Gütersloher Straße /\ 70 km/h
Harsewinkel /\ B 513 / Münsterstraße /\ 50 km/h
Herzebrock - Clarholz /\ B 64 / Beelener Straße /\ 50 km/h
Langenberg /\ B 55 / Wiedenbrücker Straße /\ 50 km/h
Rheda - Wiedenbrück /\ B 61 / Umgehungsstraße /\ 70 km/h
Rheda - Wiedenbrück /\ 64 / Rietberger Straße /\ 50 km/h
Rheda - Wiedenbrück /\ B 64 / Abzweig L 927 /\ 70 km/h
Rheda - Wiedenbrück /\ B 61 / Beckumer Straße /\ 70 km/h
Schloß Holte - Stukenbr. /\ L 751 / Oerlinghauser Straße /\ 50 km/h
Steinhagen /\ L 778 / Brockhagener Straße /\ 50 km/h
Steinhagen /\ L 778 / Brockhagener Straße /\ 50 km/h
Steinhagen (Amshaus.) /\ B 68 / Haller Straße /\ 70 km/h
Steinhagen (Amshaus.) /\ B 68 / Haller Straße /\ 70 km/h
Steinhagen (Brockh.) /\ L782 / Sandforther Straße /\ 70 km/h
Verl /\ L 757 / Paderborner Str. /\ 70 km/h
Werther /\ L 785 / Borholzhausener Straße /\ 70 km/h
Werther /\ L 782 / Enger Straße /\ 70 km/h

 

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Bremswegberechnungen

Bild: Bremsweg
Ein erschreckendes Beispiel:
28 Meter vor dem Fahrzeug springt plötzlich ein Kind auf die trockene Fahrbahn. Bei einer Fahrzeug- (Ausgangs-) Geschwindigkeit von 50 km/h kann der Fahrer sein Fahrzeug noch rechtzeitig abbremsen, und das Kind wird nicht erfaßt. Beträgt dagegen die Geschwindigkeit 70 km/h, wird das Kind mit etwa 58 km/h getroffen. Bereits ab einer Aufprall- (Kollisions-) Geschwindigkeit ab 38km/h treten nach Feststellungen der Landesverkehrswacht Nordrhein-Westfalen absolut tödliche Verletzungen auf.

Unterschiedliche Interessenlagen

Aus der Bevölkerung, insbesondere von Anwohnern stark befahrener Straßen, von Schulen, Kindergärten und Bürgerinitiativen, wird immer wieder gefordert, zusätzliche Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen, weil "zu viel gerast" werde. Außerdem gibt es ständig Forderungen nach zusätzlichen Geschwindigkeitsbeschränkungen, Versetzen der Ortstafeln, Aufstellen von Gefahrenzeichen usw. Nicht immer kann der Kreis Gütersloh als zuständige Behörde solchen Vorstellungen und Wünschen entsprechen. Es müssen vor allem die bundeseinheitlichen Vorschriften beachtet werden, die das Anordnen solcher Regelungen festlegen. Nicht außer Acht gelassen werden darf schließlich, dass "zu viele" Verkehrszeichen an einer Straße einen "Schilderwald" bilden können, der für die Verkehrsteilnehmer zu unübersichtlich wird. Möglicherweise werden so neue Gefahrenquellen geschaffen.

Auch das sollten Sie wissen:

Wer vor Geschwindigkeitskontrollen durch Aufblenden oder Handzeichen "warnt", dient nicht der Verkehrssicherheit. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die Rechtswidrigkeit solcher Aktivitäten ausdrücklich festgestellt. Die Kontrollen sind nicht nur dazu da, Raser an den Gefahrenstellen zu ermitteln. Fahrzeugführer sollen vielmehr auch davon abgehalten werden, Geschwindigkeitsbeschränkungen zu verletzen, wenn sie sich unkontrolliert glauben.
Die Möglichkeit von Kontrollen, nicht nur an den bekannten Kontrollstellen, sondern überall und jederzeit, trägt dazu bei, dass die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen eingehalten werden.

Ein weiterer Aspekt:

Vielleicht wurde gerade der Fahrzeugführer "gewarnt", der kurze Zeit nach der Kontrolle wieder "auf die Tube" drückt und dabei ein Kind überfährt.

Gemeinsame Verantwortung

Gerade auch durch die Überwachung der Geschwindigkeit auf unseren Straßen wird die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer deutlich verbessert. Einen nachhaltigen Erfolg kann es aber letztlich nur dann geben, wenn bei Auto- wie Motorradfahrern die Einsicht besteht, die Grundregeln des Straßenverkehrs wieder stärker zu beachten. Zu diesen Grundregeln gehört selbstverständlich auch die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.

Zum Schluss noch ein Tipp:

Die beste und billigste Geschwindigkeitskontrolle
ist immer noch der Blick auf den eigenen Tacho!

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Bußgeldkatalog (Auszug)

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