Durchgängige Sprachbildung für neuzugewanderte Schülerinnen und Schüler

Hier gibt es einen Überblick der Maßnahmen der Durchgängigen Sprachbildung, die das Kommunale Integrationszentrum Kreis Gütersloh im Jahr 2018 initiiert und mit den Volkshochschulen durchgeführt hat.

Altbewährtes und Neues erwartete neuzugewanderte Schüler und Schülerinnen im zweiten Schulhalbjahr 2017/18 an verschiedenen Schulen im Kreis Gütersloh. Im Rahmen der Durchgängigen Sprachbildung starteten 18 Kurse der Maßnahme "Handlungsorientiertes Deutschlernen" und vier Kurse der Maßnahme "Theaterpädagogik und Sprachförderung". 

Nachdem im Schuljahr 2016/2017 insgesamt 335 Kinder und Jugendliche an diesen beiden Maßnahmen teilnahmen, ermöglichte das Kommunale Integrationszentrum Kreis Gütersloh mit dem im Jahr 2017 vom Kreistag zur Verfügung gestellten Finanzmitteln auch im Schuljahr 2017/2018 ihre Deutschkenntnisse zu erweitern sowie gleichzeitig ihre Handlungskompetenzen zu stärken. 

Durchgeführt wurden die Maßnahmen von der Volkshochschule Ravensberg, der Volkshochschule Gütersloh, der Volkshochschule Reckenberg-Ems, der Volkshochschule Verl / Harsewinkel / Schloß Holte-Stukenbrock, dem Sozialpädagogischen Institut Gütersloh, dem AWO Kreisverband Gütersloh und der Lebenshilfe Kreisvereinigung Gütersloh.

Handlungsorientiertes Deutschlernen im Primarbereich und in der Sekundarstufe I:

Stolz präsentieren die Sprachdetektivinnen und Sprachdetektive der Blücherschule ihre selbstgemalten Bilder: Foto: Kreis Gütersloh/Markus Richter
Stolz präsentieren die Sprachdetektivinnen und Sprachdetektive der Blücherschule ihre selbstgemalten Bilder: Foto: Kreis Gütersloh/Markus Richter

Die Kurse hatten verschiedene methodische und inhaltliche Schwerpunkte abhängig vom Alter der Schülerinnen und Schüer sowie den örtlichen Rahmenbedingungen.

Die neuzugewanderten Mädchen und Jungen der Andreasschule in Rheda-Wiedenbrück haben zum Beispiel das selbstständige Einkaufen in einem Geschäft geübt - beim guten Wetter im Frühjahr lag es auf der Hand, dies in einem Eiscafé auszuprobieren. Die VHS Reckenberg-Ems als OGS- und Durchführungsträgerin dieses Kurses entwickelte zudem eine Bahnhofsrallye, bei der die Kinder mit Hilfe der Abfahrtspläne herausfanden, wann und auf welchem Gleis ein bestimmter Zug abfährt.

Die sozialräumliche Orientierung stand auch bei dem Konzept der Lebenshilfe Kreisvereinigung Gütersloh e. V.für die sogenannten "Sprachdetektive" der Blücherschule in Gütersloh im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler entdeckten Freizeiträume in ihrer unmittelbaren Lebensumgebung: das Parkbad, das Wapelbad und den Rhedaer Forst. Zum Schluss wurde mit dem Besuch des Tierparks Olderdissen der räumliche Radius erweitert. Die Kinder fotografierten ihre Ausflüge und bereiten zurzeit eine Fotopräsentation für ihre Eltern vor. Wie ein roter Faden zieht sich auch die Gestaltung einer Übersichtskarte zu den besuchten Orten durch den Kursus. Diese selbst gestaltete Karte können die Kinder mit nach Hause nehmen. Sie dient somit als Erinnerung an die gemeinsame Zeit, als Sprechanlass mit Freunden oder auch als Anregung für Ausflüge im Familienkreis. Die Kinder wurden in den Abstimmungsprozess, welche Orte aufgesucht werden und was bei der Exkursion beachtet werden sollte, mit eingebunden. Dadurch wurden Planung-  und Handlungskompetenzen sowie die partizipatorische Beteiligung der Kinder berücksichtigt.

Für Jugendliche der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Gütersloh entwickelte die Volkshochschule Gütersloh ein besonderes Format. Diese Schülerinnen und Schüler beenden bald die Realschule und widmen sich im Kursus ihrer Berufsorientierung. Sie sprachen über ihre Berufswünsche, sammelten Fachvokabular zu verschiedenen Berufsfeldern und tauschten sich darüber aus, was das Arbeitsleben verlangt zum Beispiel in Bezug auf Auftreten, Kommunikation und Kleidung. Praktisch wurde das Erarbeitete bei den Besuchen verschiedener Einrichtungen bzw. Unternehmen eingesetzt. So wurde bereits das Städtische Klinikum und die Städtische Kindertageseinrichtung Ackerstraße besucht. Anfang Juli informieren sich die Schüler und Schülerinnen über die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten bei der Firma Beckhoff Automation in Verl.

Die Kurse des Sozialpädagogischen Instituts greifen lösungs- und ressourcenorientiert die Alltagssituationen der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen auf. Der Programmablauf je Gruppe setzt bei unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten an - je nach Kompetenzen der Jugendlichen. So bietet ein Ausflug zum Wochenmarkt gute Möglichkeiten, sich sprachlich auszuprobieren. Der erworbene Einkauf wird dann gemeinsam zubereitet und bei einem Picknick gegessen. Mit der Methode "Citybound" steht die Gruppe an einem anderen Kurstag vor der Aufgabe, eine Fotorallye partizipativ zu gestalten. Hierfür sprechen die Jugendlichen Menschen auf der Straße an, um sich mit diesen in besonderen Konstellationen abzulichten. Somit wird das Selbstbewusstsein gefördert, sich Kommunikationssituationen in deutscher Sprache zu stellen. Beim Thementag "Literatur" erzählen die Teilnehmenden ihre Lieblingsgeschichten oder bringen ihre Lieblingsbücher mit. Die Sprache des Buches ist hierbei egal, jedoch erfolgt die Vorstellung der mitgebrachten Literatur auf Deutsch. Bei Bedarf werden Zugänge zur Stadtbibliothek ermöglicht, um über die Kurszeit hinaus mit einem Bibliotheksausweis Bildungsangebote wahrzunehmen. Im Klettergarten "grenzenlos" erforschen die Schülerinnen und Schüler eigene Möglichkeiten und Grenzen. Das Verbalisieren von Kooperationsstrategien innerhalb der Gruppe und das Beschreiben von eigenen Gefühlen und Wünschen stehen hierbei neben dem Spaß am Bewegungsangebot im Vordergrund. Durch Teamelemente, eigenständiges Sichern von Personen und Mutproben wird weiterhin versucht, das Gemeinschaftsgefühl und den eigenen Selbstwert zu stärken. Am Ende eines Kursdurchlaufs wird das Thema der individuellen Freizeitgestaltung in den Fokus gerückt. Hier geht es um die Vereinskultur vor Ort und die Möglichkeit zur Teilnahme. Neben dem klassischen Angebot Fußball erfahren die Teilnehmenden, wie vielschichtig die Möglichkeiten sind. Dabei werden konkrete Hilfestellungen bei der Kontaktaufnahme und zu Fördermöglichkeiten aufgezeigt.

So unterschiedlich die Konzepte der Träger sind - sie haben alle das Ziel, die Kinder in ihrer alltagsorientierten Sprachentwicklung und in ihren Sozial- und Handlungskompetenzen zu stärken.

In folgenden Kommunen und Schulen fand die Maßnahme Handlungsorientiertes Deutschlernen im 2. Schulhalbjahr des Schuljahres 2017/18 statt:

Gütersloh:

  • Blücherschule Gütersloh
  • Elly-Heuss-Knapp-Realschule
  • Freiherr-vom-Stein-Realschule
  • Geschwister-Scholl-Realschule (2 Kurse)
  • Hauptschule Ost

Rheda-Wiedenbrück:

  • Andreas-Wenneber-Schule
  • Brüder-Grimm-Schule
  • Johannisschule
  • Städtische Grundschule Parkschule
  • Gesamtschule Rheda-Wiedenbrück

Halle:

  • Lindenschule
  • Kreisgymnasium Halle

Harsewinkel:

  • GSV Astrid-Lindgren/St. Johannes-Schule
  • Gymnasium Harsewinkel

Rietberg:

  • Richard-von-Weizsäcker-Gesamtschule Rietberg

Steinhagen:

  • Grundschule Steinhagen
  • Realschule Steinhagen

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Theaterpädagogik und Sprachförderung in den Grundschulen:

Theateraufführung an der Löwenzahnschule in Harsewinkel. Archivfoto aus 2017. Foto: Kreis Gütersloh
Theateraufführung an der Löwenzahnschule in Harsewinkel. Archivfoto aus 2017. Foto: Kreis Gütersloh

Das eigene Theaterspiel gibt Kindern viele Möglichkeiten zum Trainieren der deutschen Sprache. Ausgebildete Theaterpädagoginnen und Theaterpädagogen setzen hierbei Techniken aus dem Schauspiel wie zum Beispiel Improvisationstheater, Körperausdruck, Rollenspiel und Clownspädagogik ein. Die Schüler und Schülerinnen lernen, dass es Spaß macht, mit Sprache zu experimentieren. Bestehende Texte werden interpretiert, neue Texte geschrieben, Lieder eingeübt und zentrale Wörter in Bezug auf die eigene Familiensprache und Kultur reflektiert. Kostüme, Requisiten Bühnenbild werden selbst gestaltet. Denn Eingeübtes und Gestaltetes kann bei einer Aufführung Gästen präsentiert werden.

Durch den Besuch eines Schauspielstückes an einem professionellen Theater lernen sie die Kultursparte "Theater" zusätzlich aus einem anderen Blickwinkel kennen.

In folgenden Kommunen und Schulen fand die Maßnahme Handlungsorientiertes Deutschlernen im 2. Schulhalbjahr des Schuljahres 2017/18 statt:

Gütersloh:

  • Grundschule Blankenhagen

Harsewinkel:

  • Kardinal-von-Galen-Schule

Langenberg:

  • GSV Brinkmannschule/Schmeddingschule

Versmold:

  • Sonnenschule

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Fit fürs neue Schuljahr - Sommerferiensprachkurse an Sekundarstufe I und Berufskollegs:

Foto: Kreis Gütersloh
Foto: Kreis Gütersloh

Bereits zum vierten Mal organisierte das Kommunale Integrationszentrum (KI) des Kreises Gütersloh Sprachcamps für neuzugewanderte Schülerinnen und Schüler in den letzten zwei Wochen der Sommerferien. Mit insgesamt 50.000 Euro unterstützte der Kreis Gütersloh die Maßnahme, die dem Erwerb der deutschen Sprache von neuzugewanderten Kindern und Jugendlichen dient.

Ziel dieser Maßnahme ist es, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die angebotenen Sprachcamps sprachlich zu stärken, ihre Integration zu fördern und ihnen einen erfolgreichen Start zu Beginn des neuen Schuljahres zu ermöglichen.

Insgesamt wurden elf verschiedene Sprachcamps im ganzen Kreisgebiet angeboten. Neun davon richteten sich an neuzugewanderte Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und zwei Sprachcamps an Schülerinnen und Schüler der Berufskollegs. In Kooperation mit den Schulen wurden über 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Camps gewonnen.

Kunst-, musik- oder theaterpädagogische Projekte standen auf dem Stundenplan sowie Projekte zur Berufsorientierung und -vorbereitung. Durch ein hohes Maß an Eigeninitiative wurde der Spracherwerb besonders gefördert. So schrieben die Kinder und Jugendlichen beispielsweise eigene Theatersequenzen und stellten diese in kurzen Szenen vor oder gestalteten kleine Kunstprojekte. Im Rahmen der Sprachcamps besuchten die Teilnehmenden auch außerschulische Lernorte wie beispielsweise Bibliotheken und Ausstellungen und auch die Erkundung von Betrieben standen auf dem Programm.

Die Kurse wurden von den vier Volkshochschulen, VHS Gütersloh, VHS Reckenberg-Ems, VHS Verl/Schloß Holte-Stukenbrock/Harsewinkel und VHS Ravensberg, vor Ort durchgeführt. Als Anerkennung erhielt jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer zum Abschluss der Sprachcamps ein Teilnahmezertifikat. Am Ende der zwei Wochen gaben über 90% der teilgenommenen Schülerinnen und Schüler an, dass sie bei einer Wiederholung dieses Angebots gerne wieder daran teilnehmen würden.

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Kontakt:

Erika Dahlkötter

Erika Dahlkötter
(Ferien-Sprachcamps)

Tel.:
05241 85 1545
Fax :
05241 85 31545



Mail: Erika.Dahlkoetter@kreis-guetersloh.de

Vera Lengersdorf

Vera Lengersdorf
(Handlungsorientiertes Deutschlernen/
Theaterpädagogik)

Tel.:
05241 85 1542
Fax:
05241 85 31542


Mail: Vera.Lengersdorf@kreis-guetersloh.de

Presse


Pressemitteilungen des Kreises Gütersloh





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