Informationen des Gesundheitsamtes zum Coronavirus (SARS-CoV-2)

                                                                                                                                                                                                                                           Überprüfung der Informationen: 13.7.2020

Corona Virus im Inneren des Körpers - Wuhan Virus

Seit Erfassung der ersten bestätigten Fälle von COVID-19 im Kreis Gütersloh (10.3.2020) wurden viele Erfahrungen mit dem starken Ansteckungspotential des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 gesammelt.

Diese Erkenntnisse zeigen, dass weiterhin besondere Umsicht angebracht ist und die Maßnahmen zum Infektionsschutz ernst genommen werden sollten.

Auch wenn die Mehrzahl der COVID-19-Erkrankungen mild und sogar symptomlos verlaufen, steigt das Risiko für schwere Erkrankungen mit zunehmendem Alter und für Personen mit Vorerkrankungen.

Nachfolgend finden Sie grundlegende Informationen zum Virus und zu den Verhaltensmaßnahmen.


Übertragungswege

Die Virusübertragung findet von Mensch zu Mensch statt. Hauptübertragungsweg scheint die Tröpfcheninfektion zu sein. So ist ein direkter Kontakt mit einer virusinfizierten Person erforderlich, wie Anhusten, Anniesen, Händeschütteln oder Küssen, um als gesunder Mensch angesteckt werden zu können.
Untersuchungen zeigen, dass SARS-CoV-2-Viren in der Luft gebunden (als Aerosole) auch im gesellschaftlichen Umgang übertragen werden können; wie beim normalen Sprechen, beim Singen und in schlecht belüfteten Räumen.
Die Viren gelangen an die Schleimhäute der Atemwege bzw. über die Hände an die Augen (und da über die Bindehaut in den Körper).
Eine Übertragung durch eine sogenannte Schmierinfektion über die Hände spielt vermutlich nur eine untergeordnete Rolle.

Menschen sind bereits in der Inkubationszeit (1-2 Tage vor Krankheitsausbruch) ansteckend.
Allerdings zeigen viele Erkrankte keine oder nur schwache Symptome!

Übertragung über Gegenstände
Im Allgemeinen sind Coronaviren nicht besonders stabil auf trockenen Oberflächen. Untersuchungen zeigen, dass es nach starker Kontamination bis zu 3 Stunden als Aerosol (in der Luft verteilt), bis zu 4 Stunden auf Kupferoberflächen, bis zu 24 Stunden auf Karton und bis zu 2-3 Tagen auf Edelstahl und Plastik infektiös bleiben kann. 
(BfR, FAQ, Stand 22.03.2020)
Eine Übertragung durch kontaminierte Oberflächen ist insbesondere in der unmittelbaren Umgebung eines Infizierten nicht auszuschließen.

Inaktivierung des Virus
Wenngleich für SARS-CoV-2 noch keine spezifischen Daten vorliegen, ist es hoch wahrscheinlich, dass diese Viren von fettlösenden Substanzen wie Alkohole oder Tenside (Fettlöser in Seifen, Geschirrspülmitteln und Waschmitteln) beschädigt und inaktiviert werden. Sicher ist die Reinigung von Gegenständen und Geschirr im Geschirrspüler mit 60 Grad Celsius oder höherer Temperatur, wie auch in der Waschmaschine.
Geeignet ist auch die Verwendung von Flächendesinfektionsmittel mit nachgewiesener Wirksamkeit („begrenzt viruzid“). Desinfektionsmittel mit den Wirkbereichen „begrenzt viruzid PLUS“ und „viruzid“ können ebenfalls eingesetzt werden.

Es ist unwahrscheinlich, dass importiere Waren Quelle einer Infektion mit dem Corona-Virus sein können.

Empfehlungen für den Umgang mit Haustieren wie Hunden und Katzen finden Sie hier:  Friedrich-Loeffler-Institut


Wie lang dauert es vom ansteckenden Kontakt bis zum Ausbruch der Erkrankung?

Derzeit wird davon ausgegangen, dass zwischen der Ansteckung und dem Beginn der ersten Symptome im Mittel 5-6 Tage vergehen.
Vermutlich sind infizierte Personen aber bereits etwa 2 Tage vor dem Symptom­beginn infektiös und können also bereits 3 Tage nach dem eigenen Kontakt zu einer infizierten Person weitere Personen anstecken.
Deshalb verläuft ein hoher Anteil von Übertragungen häufig unbemerkt!


Sick Woman. Flu. Woman Caught Cold. Sneezing into Tissue

Krankheitszeichen / Symptome 

Die Krankheitszeichen sind unspezifisch, vielfältig und variieren stark, von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Lungenentzündungen mit Lungenversagen. Daher lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen zum „typischen“ Krankheitsverlauf machen.

Häufig genannte Symptome:

  • Husten
  • Fieber
  • Schnupfen
  • Störung des Geruchs- und/oder Geschmacksinns
  • Lungenentzündung
  • weiteres: Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Bindehautentzündung, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Benommenheit/Schläfrigkeit.

Risikogruppen

Eine generelle Festlegung zur Einstufung in eine Risikogruppe nicht möglich. Bedingt durch ein weniger gut reagierendes Immunsystem haben folgende Personen ein erhöhtes Risiko, bei einer Infektion (z.B. mit dem Corona-Virus) einen schweren Krankheitsverlauf zu haben:

  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen wie z.B. Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Niere, Krebserkrankungen
  • Personen mit Adipositas (starker Fettleibigkeit) und Raucher
  • ältere Personen (steigendes Risiko ab etwa 50–60 Jahren)

Bestimmend ist die Vielfalt von Vorerkrankungen und ihre Schwere (wie z.B. bereits bestehende Organschäden). Eine Vielzahl weiterer Einflussfaktoren kommen hinzu, wie Alter, Geschlecht, Gewicht, oder medikamentöse Einstellung.

 Kinder und gesunde Schwangere scheinen nach bisherigen Erkenntnissen kein erhöhtes Risiko für einen schweren Erkrankungsverlauf zu haben.


Close up woman portrait, Young woman wearing home made hygienic face medical mask to prevent infection, illness or flu and 2019-nCoV. Black background. Protection against disease, coronavirus.

Verhaltensregeln zum Schutz vor Ansteckung

Jeder kann dazu beitragen, die Verbreitung des Virus einzudämmen, indem er sich an folgende Empfehlungen hält:

  • Husten oder Niesen
    - (Einmal-)Taschentücher verwenden (diese in einem verschlossenen Mülleimer entsorgen). Dann: Hände waschen!
    - bzw. die Ellenbeuge benutzen – nicht die Hand!
  • Keine Hände schütteln
  • Häufiger Hände waschen, z.B. vor und nach der Toilette, vor dem Essen, nach dem Einkauf -> gründlich mit Seife mind. 20-30 Sek. 
  • sich möglichst wenig ins Gesicht fassen, um etwaige Krankheitserreger nicht über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen.
  • Abstand halten (insbesondere zu Erkrankten): ca. 1,5 bis 2 Meter
  • Regelmäßiges durchlüften/querlüften von Räumen
  • Reinigung von Türklinken, Oberflächen und Bad mit normalen Haushaltsreinigern. Desinfektionsmittel sind im privaten Umfeld nicht notwendig.
  • Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB)
    Da nicht jeder, der mit SARS-CoV-2 infiziert ist, dies auch bemerkt, können diese Menschen den Erreger trotzdem ausscheiden.
    Deshalb empfiehlt das RKI als weiteren Baustein zum Schutz von Risikogruppen (Fremdschutz) und zur Reduktion des eigenen Infektionsdrucks (Eigenschutz) das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung - insbesondere im öffentlichen Raum, z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Einkaufen und überall dort, wo der Abstand von 1,5-2m nicht eingahlten werden kann.
    Durch eine MNB können Tröpfchen, die man z.B. beim Sprechen ausstößt, abgefangen werden.
    Einmal-Masken, wie der Mund-Nasen-Schutz (MNS) aus den Apotheken, sind nur begrenzt verfügbar; sogenannte FFP2-/FFP3-Masken werden bei der Versorgung infizierter Patienten, bei der Pflege von Risikogruppen und für Personen der Risikogruppe dringend benötigt. 
    So können auch kommerziell und privat hergestellte MNB verwendet werden. Diese bestehen aus unterschiedlich eng ge­webten Baumwollstoffen und entsprechen in ihrer Funktionsweise am ehesten einem medizinischen MNS. Dennoch unterliegen sie keiner staatlichen Prüfung oder Norm und werden deshalb nicht für den Ar­beitsschutz empfohlen. Auch eine Isolation symptomatisch Erkrankter bleibt trotzdem erforderlich!
    Das Tragen einer MNB ist eine sinnvolle hygienische Ergänzung aber kein alleiniger Schutz vor einer Infektion(sweitergabe)!

Ein Plakat der Hygienemaßnahmen in Deutsch und in anderen Sprachen finden Sie hier:


Impfungen

Anders als bei der Influenza steht aktuell noch kein Impfstoff zur Verfügung.


Was tun Sie, wenn…


Haben Sie Krankheitssymptome
(s.o.) einer Virus-Infektion?

Wenden Sie sich unverzüglich telefonisch an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Weisen Sie in dem Gespräch auf Ihre Symptome hin und besprechen Sie das weitere Vorgehen, bevor Sie sich in eine Arztpraxis begeben. Meiden Sie öffentliche Verkehrsmittel.
Ob ein Labortest zur Abklärung einer Infektion mit dem Corona-Virus notwendig ist, ist eine ärztliche Entscheidung!

Hatten Sie direkten/persönlichen Kontakt zu einer Person, bei der das Corona­-Virus im Labor nachgewiesen wurde?

Wenden Sie sich unverzüglich – auch wenn sie keine Krankheitszeichen haben – telefonisch an ihr Gesundheitsamt (Hotline).

Ist man nach einer SARS-CoV-2-Infektion immun?

Derzeit gehen Experten davon aus, dass genesene Patienten nur ein geringes Risiko haben, ein zweites Mal an COVID-19 zu erkranken.  Unklar ist, wie robust und dauerhaft dieser Immunstatus aufgebaut wird und ob es möglicherweise von Mensch zu Mensch Unterschiede gibt.  Hier sind weitere Studien erforderlich.

Für alle Personen gilt:
Halten Sie sich bitte an die Verhaltensregeln zu Ihrem und zum Schutz vor Ansteckung für andere Personen.


Info-Hotline

Für Bürgerinnen und Bürger        
Mo - Fr   8 -17 Uhr        Tel. 05241 / 85-4500 (Kreis Gütersloh)
               ab 17 Uhr        Tel. 116117 (Kassenärztlichen Bundesvereinigung)

Für Institutionen, wie Praxen, Firmen, Kitas, Schulen etc.:       
Mo - Fr   8 -17 Uhr        Tel. 05241 / 85-1700 (Kreis Gütersloh)


Weitere Informationen für Bürgerinnen und Bürger

Robert-Koch-Institut (RKI):  Einrichtung der Bundesregierung zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung in Deutschland.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Kompetenzzentrum selbstbestimmtes Leben (Regierungsbezirk Detmold)

Pressestelle des Kreises Gütersloh

 

Informationen für Ärztinnen und Ärzte

Informationen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe:

Orientierungshilfe zur Verdachtsabklärung und für Maßnahmen des RKI:

Arztmeldeformular für die Meldung nach dem Infektionsschutzgesetz:

>  Meldeformular

Hygiene-Empfehlungen des RKI:


Quelle: Robert-Koch-Institut (www.rki.de), Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (www.infektionsschutz.de)