SONDERAUSSTELLUNG "200 JAHRE RHEINISCHE UND WESTFÄLISCHE KREISE"

Der Herbst 2016 stand im Kreis Gütersloh ganz im Zeichen seiner Geschichte. Am 4. September wurde die Wanderausstellung ‚Von der preußischen Obrigkeit zur bürgernahen Selbstverwaltung. 200 Jahre rheinische und westfälische Kreise‘ feierlich eröffnet.

Ausstellungsplakat "200 Jahre rheinische und westfälische Kreise"

Die Wanderausstellung wurde vom Arbeitskreis der nordrhein-westfälischen Kreisarchive (AKKA) erarbeitet. Das Kreisarchiv Gütersloh erweiterte die Wanderausstellung noch um eigene Banner zur regionalen und örtlichen Geschichte. Die Aufgaben der Landräte kurz nach Gründung der Kreise spielten dabei ebenso eine Rolle wie die Demokratisierungsbemühungen in der Weimarer Republik und nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch die kommunale Neugliederung mit der Gründung des Kreises Gütersloh und der lange Weg hin zu einem eigenen Kreishaus fanden ihre Würdigung. Die Ausstellung wurde im Foyer des Kreishauses Gütersloh gezeigt. Historisch Interessierte, aber auch Besucher der Kreisverwaltung und natürlich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kreishaus Gütersloh konnten sich hier über die spannende Geschichte des eigenen Kreises informieren. In einer Führung hatten die Mitglieder des Kreistages Gelegenheit, die wechselvolle Entwicklung ihrer Institution nachzuvollziehen.

Gut Brincke

Zum 1. November 1816 wurden die Kreise Halle (Westf.) und Wiedenbrück gebildet. Der Kreis Halle mit seinen etwa 25.000 Einwohnern umfasste die Verwaltungsbezirke Halle, Werther, Borgholzhausen sowie Versmold. Der Kreis Wiedenbrück mit etwa 30.500 Einwohnern bestand aus der ehemaligen Grafschaft Rietberg, der Herrschaft Rheda sowie dem Amt Reckenberg. Für den Kreis Halle (Westf.) wurde Maximilian Franz Graf von Korff gen. Schmising-Kerssenbrock (1816-1818), für den Kreis Wiedenbrück Friedrich Carl Heinrich Gerstein (1816-1822) als kommissarischer Landrat berufen. Im Rahmen der kommunalen Gebietsreform wurde der Kreis Gütersloh zum 1. Januar 1973 durch einen Zusammenschluss der Kreise Halle (Westf.) und Wiedenbrück unter Einbeziehung des Amtes Harsewinkel sowie der Gemeinde Schloß Holte-Stukenbrock geschaffen.

Mitglieder des Kreistages Wiedenbrück von 1929

Wie die rheinischen und westfälischen Kreise insgesamt, haben auch der Kreis Gütersloh und seine Vorgängerkreise in den vergangenen 200 Jahren eine erstaunliche Entwicklung vollzogen: In ihrer Anfangszeit nahmen der Landrat und einige wenige Verwaltungskräfte die noch überschaubaren Aufgaben wahr. Ihre Größe, insbesondere aber ihre Aufgaben und Zuständigkeiten haben sich schließlich im Laufe von zwei Jahrhunderten nachhaltig geändert. Auch die Art der Aufgabenwahrnehmung änderte sich zusehends: Weg von der Obrigkeitsbehörde und hin zu Serviceeinrichtungen, die sich am Interesse der Bürgerinnen und Bürger orientieren und auf Produktivität und Effizienz ausgerichtet sind. Zunächst als rein staatliche Verwaltungsbezirke gegründet, trat zudem mehr und mehr die Selbstverwaltung in den Vordergrund. Und mit dem Kreistag entstand eine politische Institution zur Vertretung der Bevölkerung. Zunächst nur mit beschränkten Kompetenzen ausgestattet, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert dann endgültig als zentrales demokratisches Entscheidungs- und Willensbildungsorgan etabliert.

Ausstellungszeitraum: September - Oktober 2016

Ausstellungsort: Kreishaus Gütersloh

Beteiligte Institutionen: Arbeitskreis der nordrhein-westfälischen Kreisarchive (Wanderausstellung), Kreisarchiv Gütersloh (Ergänzungsausstellung)

Layout: Aqua Werbeagentur

Ich stimme zu, dass diese Seite Cookies für Analysen verwendet.