SONDERAUSSTELLUNG "EIN KOFFER VOLL HOFFNUNG"

Ausstellungsplakat

Der Kreis Gütersloh hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Region entwickelt, die in vielen Bereichen von Zuwanderern mitgeprägt wird

Viele von ihnen sind zwischen den 1950er und 1970er Jahren aus dem Süden Europas als Arbeitsmigranten hierher gekommen. Die Anwerbeverträge, die die Bundesrepublik Deutschland ab 1955 mit Italien, Spanien, Griechenland, der Türkei, Portugal, Tunesien, Marokko sowie Jugoslawien unterzeichnet hatte, boten den rechtlichen Rahmen hierfür. Die zeitgenössische Bezeichnung der Arbeitsmigranten als "Gastarbeiter" zeigt, dass zunächst nur von einem vorübergehenden Aufenthalt in Deutschland ausgegangen wurde. Doch viele Arbeitsmigranten entschieden sich für einen Verbleib in Deutschland. Sie bauten Eigenheime, holten ihre Familien nach oder gründeten sie hier. Aus dem Vorübergehend war ein Dauerhaft, aus "Gastarbeitern" Einwanderer und aus Deutschland fast unmerklich ein Einwanderungsland geworden.

Qualitätskontrolle durch Attila Kence in der Firma Lübke

Doch trotz seiner großen Bedeutung ist dieser Teil der Geschichte bisher nur ungenügend dokumentiert. Deshalb hat die Arbeitsgemeinschaft der Archive im Kreis Gütersloh in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Gütersloh eine Wanderausstellung zu diesem Thema erarbeitet. Die Ausstellung zeigt nicht nur die allgemeine Geschichte der Arbeitsmigration im Kreis Gütersloh von 1955 bis 1973, sondern vor allem auch die persönlichen Lebenswege der ehemaligen "Gastarbeiter". Mit welchen Erwartungen kamen sie nach Deutschland, welche Erfahrungen machten sie hier, wie kam es, dass sie hier dauerhaft ansässig wurden? Die Lebensläufe lassen den Teil des deutschen Wirtschaftswunders lebendig werden, der bisher in der öffentlichen Wahrnehmung nur wenig Beachtung fand. Und sie bereichern die aktuelle Integrationsdebatte um eine historische und persönliche Perspektive.

Roma Doblado verfügt über ungeahnte Fähigkeiten. Hier reitet er auf einem Besen über das Mittelmeer. Das "Beweisfoto" aus dem jahr 1961 entstand, als Roman Doblado auf einer Mauer stehend mit einem Besen in die Luft sprang und ihn der Fotograf schräg von unten fotografierte.

Ausstellungszeitraum: April 2013 - Januar 2015

Ausstellungsorte: Gütersloh (Stadtmuseum), Rietberg (Kunsthaus), Harsewinkel (Rathaus), Werther (Rathaus), Steinhagen (Rathaus), Rheda-Wiedenbrück (Rathaus), Versmold (Rathaus), Herzebrock-Clarholz (Rathaus), Borgholzhausen (Rathaus), Gütersloh (Kreishaus) und Verl (Heimathaus)

Projektleitung: Kreisarchiv Gütersloh

Kurator: Norbert Ellermann

Beteiligte Institutionen: Stadtmuseum Gütersloh; Stadtarchive Gütersloh, Harsewinkel, Rheda-Wiedenbrück und Rietberg

Layout: Christian Schröter

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