HEIMAT-JAHRBUCH: AKTUELLE AUSGABE

Die längsten Familiennamen im Kreis, 100 Jahre Frauenwahlrecht in Verl, ein Dorfladen in Häger und vieles mehr!

Wieso kommen die längsten deutschen Nachnamen aus dem Kreis Gütersloh? Warum hat Häger Schwein gehabt? Wieso ist Borgholzhausen so anziehend für Künstler und Galeristen? Und weshalb kam der „Steinhäger Matador“ eigentlich nicht aus Steinhagen? Die Antworten hierzu und weitere spannende Beiträge finden sich im aktuellen Jahrbuch.


Manfred Beine: Der Umbau des Rietberger Rathauses im Jahre 1915 (I)

Rietberg, Rathausfenster, 1915

Manfred Beine beschäftigt sich in seinem Beitrag mit dem Umbau des Rietberger Rathauses im Jahr 1915 und legt seinen Schwerpunkt auf die beeindruckenden Glasfenster, die zu diesem Zeitpunkt angeschafft wurden. Hergestellt wurden sie von der Glasmalereiwerkstatt Ferdinand Müller aus Quedlinburg. Sie sollten den neu entstandenen Sitzungssaal des historischen Rathauses zieren. Die aufwendig gestalteten Fenster zeigen unter anderem das Schloss Rietberg, die Rathaus- und die Sennstraße sowie Haus Münte. Gestiftet wurden die Fenster von Landrat a.D. Woldemar Tenge-Rietberg.





Michael Bleisch: Familien- und Kirchengeschichte zwischen St. Vit, Marienfeld und Stukenbrock

Bild Beitrag Bleisch

Michael Bleisch setzt seine im Lutherjahr 2017 begonnenen Untersuchungen zum Wechselspiel von Familien- und Kirchengeschichte im Kreis Gütersloh fort. Richtete sich das Augenmerk zunächst auf das Werden einer Evangelischen Landeskirche in Ravensberg, dann auf ein von der Reformation beinahe unangetastetes Wahren römischen Bekenntnisses im „Klosterwinkel” des Kreises Gütersloh (Clarholz, Herzebrock, Marienfeld) und einen Erfolg der Gegenreformation im Reckenberger Land (1625), wendet er sich nunmehr vornehmlich der Reichsgrafschaft Rietberg in der Zeit konfessionellen Ringens zu.





Matthias Borner: Familiennamen im Kreis Gütersloh

Gruppe von Frauen und Männern des Camp Kaunitz

Wer sich schon einmal über Namen wie Ottovordemgentschenfelde oder Beckervordersandforth gewundert hat, findet bei Matthias Borner Antworten. Er erläutert unterhaltsam und nachvollziehbar, wie einige der heimischen Familiennamen zustande kamen und warum sie einzigartig in Deutschland sind.







Klaudia Genuit-Thiessen: Auch die Großen waren mal klein

Bild Beitrag Damme

Das Museum für Kindheits- und Jugendwerke bedeutender Künstler in Halle bringt Redakteurin Klaudia Genuit-Thiessen den Lesern näher. Sie schildert, wie die Leiterin Ursula Blaschke auf die Idee für das Museum kam und welche Schätze Besucherinnen und Besucher dort erwarten können. Und das ist einiges: Zeichnungen von Paul Klee oder Ernst Ludwig Kirchner gehören ebenso dazu wie Exponate aus dem Nachlass der Haller Heimatdichterin Margarete Windhorst. Nach Berichten im „Stern“, im „Spiegel“ und in der „Süddeutschen“ ist das Museum längst kein Geheimtipp mehr.





Johannes Gerhards: „Die kleine Stadt und die große Politik“

Bild Beitrag Ellermann

Große Resonanz rief die historische Ausstellung „Kleine Gemeinde – große Politik“ hervor. Sie war vom 21. Oktober bis zum 30. November 2018 im Rathaus von Borgholzhausen zu sehen und thematisierte die noch gar nicht so weit zurück liegende Zeit des Kalten Krieges. Borgholzhausen war während dieser Zeit Teil eines 70 Standorte umfassenden „Raketenschutzschildes“, der auch mit Nuklearwaffen bestückt war. Johannes Gerhards wirft einen Blick zurück auf die Ausstellung und die bewegte Zeit des Kalten Krieges.





Stephan Grimm: Die Kornbrennerei Gottlieb Niemöller in Gütersloh

Bild Beitrag Gerhards

Mit der wechselvollen Geschichte der Gütersloher Kornbrennerei Gottlieb Niemöller befasst sich Stadtarchivar Stephan Grimm. 1820 gegründet, entwickelte sich die Brennerei trotz großer Konkurrenz und der Abstinenzbewegung aus kleinen Anfängen zu einem bekannten und angesehenen Unternehmen der Branche. Die Markennamen der Produkte in Ein-Literflaschen hießen unter anderem „Ravensberger Vollblut“, „Adler-Korn“, „Dowach Doppel-Wacholder“, „Steinhäger Matador“ oder „Echter Niemöller“. 1970 verlegte die Firma ihren Produktionsstandort nach Marienfeld, 1990 stellte sie schließlich den Betrieb ein.




Isabelle Helmke: Die Glenne – eine ökologische Oase

Bild Beitrag Glaw

Das bisher größte Renaturierungsprojekt im Kreis Gütersloh beschreibt Isabelle Helmke in ihrem Beitrag. Im Frühjahr 2019 ist die Glenne im Langenberger Ortsteil Benteler auf 900 Metern Länge renaturiert worden. Immerhin mehr als 70.000 Kubikmeter Boden mussten dabei mit 5.000 LKW-Ladungen transportiert werden. In der Vergangenheit war die Glenne zur landwirtschaftlichen Nutzung und zum Hochwasserschutz begradigt worden. Durch den Rückbau und die Renaturierung hat der Flusslauf nunmehr die Möglichkeit, sich eigendynamisch zu einem gesunden Biotop weiterzuentwickeln – zu einer ökologischen Oase für Menschen, Tiere und Pflanzen. Ein natürlicher artenreicher Lebensraum, von dem in erster Linie Amphibien, Vögel, Fische und Mikroorganismen profitieren.




Rudolf Herrmann: Bahnhof Gütersloh vor 75 Jahren

Bild Beitrag Heim

Der damals 14-jährige Eisenbahner Rudolf Hermann erinnert sich an den Bahnhof Gütersloh vor 75 Jahren. Er blickt zurück auf die letzten Kriegstage und den mühseligen Wiederaufbau des Bahnhofes nach dem Zweiten Weltkrieg. Dieser gestaltete sich schwierig, da nicht nur das Bahnhofsgebäude und die Gleisanlagen schwer beschädigt waren, sondern auch Arbeitskräfte sowie Baumaterial und Werkzeug fehlten.






Annette Huss: Über das Frauenwahlrecht im Amte Verl

Bild Beitrag Huss

Ein bedeutendes Jubiläum nimmt die Verler Stadtarchivarin Annette Huss zum Anlass für eine Rückschau. Sie zeigt in ihrem Beitrag, wie die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren in Verl umgesetzt wurde: Wie die Parteien die neue Wählergruppe in ihre Werbung einbezogen, aber auch wie die Frauen selbst nun aktiv Politik machten. Mit Elisabeth Vorderbrügen zog damals immerhin die erste Frau in die neu gewählte Gemeindevertretung Verl ein. Ein wichtiges, auch heute noch zentrales Thema, wie man an den aktuellen politischen Debatten sehen kann.






Heinrich Kleinemenke: Jahrzehnte mit offenen Augen für die Vogelwelt durch den Kreis Gütersloh

Bild Beitrag Jung

Artenvielfalt und Artensterben spielen in den Medien und der öffentlichen Debatte eine große Rolle. Dieses Thema greift auch das Heimatjahrbuch mit einem Beitrag zumindest indirekt auf. Heinrich Kleinemenke hat über mehrere Jahrzehnte die Vogelwelt im Kreis Gütersloh beobachtet und dokumentiert. Diese langjährige Dokumentation bietet wertvolle Einblicke in die Population der heimischen Vogelarten: Welche Arten sind inzwischen ausgestorben sind? Bei welchen Arten ist die Population zurückgegangen? Und bei welchen Arten sind die Zahlen aufgrund von Naturschutzmaßnahmen wieder im Steigen begriffen? Die Antworten finden sich in dem Beitrag von Heinrich Kleinemenke.





Annette Kröning: „Bevölkerung mit agilem, lebhaften Charakter“

Bild Beitrag Kersting

Im Jahr 1905 stellte der Verler Amtmann Adolf Rohden Informationen über die Bewohner seines Amtsbezirks zusammen. Anlass war eine Anfrage der Bezirksregierung Minden gewesen. Annette Kröning hat die Informationen ausgewertet und in ihrem Beitrag zusammengefasst. Es ergibt sich ein sehr spannendes Bild des alltäglichen Lebens in Verl zu der damaligen Zeit. Der Leser erfährt zahlreiche Details über die Siedlungsform, die wirtschaftliche und soziale Lage, die damalige Kleidermode, aber auch über Lieblingsspeisen der Verler und über ihre Sitten und Gebräuche.






Eckhard Möller: Die Entlassung der Harsewinkeler aus der Eigenbehörigkeit des Klosters Marienfeld

Bild Beitrag Lewe

Über mehrere Jahrhunderte zog sich ein Streit zwischen dem Kloster Marienfeld und den Einwohnern Harsewinkels hin. Diese forderten eine Entlassung aus der Eigenbehörigkeit des Klosters Marienfeld. Sie wollten sich von nun die eigenen Angelegenheiten selbst verwalten und erhofften sich zudem eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation. Ende 1770 war es schließlich soweit und Harsewinkel schied aus der Eigenbehörigkeit des Klosters aus – nicht ohne erhebliche finanzielle Gegenleistungen an das Kloster. Die Entwicklung bis zum Vergleich, aber auch die Auswirkungen bis in die heutige Zeit schildert der Harsewinkeler Stadtarchivar Eckhard Möller überaus kenntnisreich.





Eckhard Möller: Aus der „Regenbogenschule“ wird das Stadt- und Kreisarchiv Gütersloh

Bild Beitrag Möller

Jahrbuchautor Eckhard Möller nimmt die Leser mit auf einen Rundgang durch das neue Stadt- und Kreisarchiv Gütersloh, das im Herbst 2018 mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht wurde. Er zeigt die neuen Räumlichkeiten des Archivs – beispielsweise das Magazin oder den Leseraum – und erläutert die vielfältigen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.






Martin Neitemeier: Schutzengel-Engagement zahlt sich aus

Bild Beitrag Neitemeier

Ein beeindruckendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement wurde vor etwas über zehn Jahren vom Kreis Gütersloh initiiert. Angesichts erschreckend hoher Unfallzahlen unter jungen Menschen rief der Kreis das Projekt Schutzengel ins Leben. Rund 24.000 Schutzengel sind inzwischen registriert, wöchentlich kommen weitere hinzu. Die Schutzengel verpflichten sich, ihr eigenes Verhalten im Straßenverkehr zu überdenken. Sie sollen aber auch gleichaltrigen Freunde daran hindern, sich unter Einfluss von Alkohol oder Drogen ans Steuer zu setzen oder zu rasen. Mit beachtlichem Erfolg, wie Martin Neitemeier in seinem Beitrag feststellt. Die Unfallzahlen in dieser Altersklasse sind seitdem um ein Drittel gesunken!





Günter Potthoff: Volkskunst russischer Kriegsgefangener des Stalag 326/VI K half im Überlebenskampf

Bild Beitrag Ossenbrink

Während ihrer Gefangenschaft im Stalag 326/VI K fertigten einige sowjetische Kriegsgefangene Kunstgegenstände wie Holzteller und -löffel, Strohkörbchen und Bilder, die sie gegen Lebensmittel eintauschten. Die noch heute in Privatbesitz sowie in der Gedenkstätte Stalag 326/VI K aufbewahrten Kunstgegenstände zeugen vom Überlebenswillen der Kriegsgefangenen, aber auch von der Geschicklichkeit, mit primitiven Mitteln russische Volkskunst darzustellen.






Doris Pieper: Dauntown – Ostwestfalens Künstlerkollektiv

Bild Beitrag Peters

Glocke-Redakteurin Doris Pieper nimmt sich des Künstlerkollektivs Dauntown in Borgholzhausen an. Sie stellt die sieben Künstlerinnen und Künstler dieses einzigartigen Projektes vor, das sich inzwischen zu einem Magneten für Galeristen entwickelt hat. Untergebracht sind ihre Ateliers in einem ehemaligen Fabrikgebäude, um das die Künstlerinnen und Künstler lange haben kämpfen müssen. Man muss also nicht ins legendäre Worpswede fahren, um eine Künstlerkolonie kennenzulernen. Die gibt es auch in Borgholzhausen.






Hans Jürgen Rade: Ein getaufter und ein ungetaufter „Türke“ im Dienst der Grafen von Rietberg am Ende des 17. Jahrhunderts

Bild Beitrag Potthoff

Mit einem weitgehend unbekannten Kapitel unserer Geschichte beschäftigt sich der Paderborner Priester Hans Jürgen Rade. In den Feldzügen gegen das Osmanische Reich Ende des 17. Jahrhunderts wurden immer wieder auch Gefangene als Beute oder „Geschenke“ in die Heimat geschickt. So auch zwei „Türken“, die im Dienst der Grafen von Rietberg standen. Der Autor versucht, trotz einer spärlichen Quellenlage ihr Schicksal zu rekonstruieren und vergleicht es mit dem anderer „Türken“ in Westfalen.






Andreas und Claudia Sassen: Die einstige Schaufassade im Westen der Klosterkirche Marienfeld

Westfassade der Klosterkirche Marienfeld, 1222

An das Kirchenschiff der Klosterkirche Marienfeld schließt sich nach Westen die sogenannte Abtei an, die um 1700 ohne eigene Zwischenwand an die Kirche angesetzt wurde. Als Folge blieb die Westfassade der Kirche den Blicken entzogen. Für die westfälische Kunstgeschichte war sie ein Mysterium. Erst bei Bauarbeiten im Jahr 1984 wurde ein – zumindest kurzfristiger – Blick auf die Fassade möglich. Andreas und Claudia Sassen machen mit ihrem Beitrag die Westfassade der ehemaligen Klosterkirche wieder vorstellbar und ordnen sie in den zeitlichen Entwicklungsstand der Kunstgeschichte ein.






Jochen Sänger: Hagedorns Aktivitäten in der Bauerschaft Ems

Hagedorner Kornbranntwein

Mit einer weiteren Brennerei beschäftigt sich der Heimatforscher Jochen Sänger. Die Firma Hagedorn kaufte 1890 den Mertenshof in der Bauerschaft Ems (Nordrheda-Ems). Hagedorn modernisierte umgehend den landwirtschaftlichen Betrieb. Die ca. 800 Morgen große Fläche diente dem Getreide- und Kartoffelanbau, aber auch – bislang unbekannt – dem groß angelegten Spargelanbau. Auch ein neues Brennereigebäude wurde 1897 errichtet. 1981 ging der Mertenshof in den Besitz der Stadt Rheda-Wiedenbrück über. Das Brennereigebäude wurde demontiert und eingelagert. Es soll in Zukunft im Freilichtmuseum Detmold wiederaufgebaut werden.





Klaus-Peter Schillig: „Schwein gehabt, Häger“

Bild Beitrag Schumacher

Dem Wertheraner Ortsteil Häger drohte das Schicksal vieler Dörfer: Der letzte Tante-Emma-Laden hat geschlossen, der Bäcker fand keinen Nachfolger, Einkaufsmöglichkeiten waren damit nicht mehr vorhanden. Doch das hat man sich nicht gefallen lassen und kurzerhand den Dorfladen Häger eingerichtet. Dieser ist nunmehr Treffpunkt für das Dorf, stellt die Grundversorgung vor Ort sicher und bietet zahlreiche Produkte aus der Umgebung an. Klaus-Peter Schillig stellt in seinem Beitrag das ungebrochene Engagement vieler Hägeraner für ihren Dorfladen dar, der inzwischen auch über die Grenzen des Ortsteils hinaus Bekanntheit erlangt hat.





Sebastian Schröder: Segewin Lodewig und das Gogericht Versmold

Bild Beitrag Sudhölter

Vermutlich haben die meisten Leser noch nie etwas von einem Gografen gehört. Der Historiker Sebastian Schröder begibt sich im 16. Jahrhundert auf Spurensuche und erläutert die Aufgaben eines Gogerichtes. Dieses urteilte über Totschläge sowie Körperverletzungen und behandelte unzulässige Pfändungen und Erbschaftsangelegenheiten. Darüber hinaus hatte es über die Einhaltung der korrekten Maßeinheiten zu wachen. Dem Gorichter Segewin Lodewig und seiner ungewöhnlichen Biographie widmet sich Sebastian Schröder ausführlich.




Brigitte und Rolf-Jürgen Spieker: Der Wiedenbrücker Bildhauer Heinrich Hartmann

Bild Beitrag Toman

Brigitte und Rolf-Jürgen Spieker aus Dortmund stellen die Biographie des Wiedenbrücker Bildhauers Heinrich Hartmann vor. Nach einer sechsjährigen Ausbildung ging Hartmann für mehrere Jahre auf Wanderschaft, die ihn auch in den christlichen Orient führte. Anfang des Jahres 1895 kehrte er nach Wiedenbrück zurück und baute hier eine eigene Bildhauerwerkstatt auf. Mit beeindruckenden Bildern zeigen Brigitte und Rolf-Jürgen Spieker das Wirken des Künstlers in seiner westfälischen Heimat und darüber hinaus.






Daniela Toman: Der Naturraum am Flugplatz Gütersloh ist schon sehr speziell

Bild Beitrag Westheider 01

Die Landschaftsarchitektin Daniela Toman geht der Frage nach, was den Naturraum am Flugplatz Gütersloh so besonders macht. Die Antwort: Es handelt sich hier um eine Natur, die von Menschenhand geschaffen wurde. Die extrem sandigen Flächen auf dem Flugplatzgelände wurden über Jahrzehnte nicht gedüngt, das Gras wurde regelmäßig gemäht und überwiegend abgeräumt. So hat sich ein sehr nährstoffarmer Standort mit Trocken- und Magerrasengesellschaften mit einer hohen Artenvielfalt und vielen schützenswerten und vom Aussterben bedrohten Pflanzen- und Tierarten entwickelt. Im Kreis Gütersloh gibt es keine vergleichbare und ähnlich große artenreiche Freiraumfläche.





Rolf Westheider: Das Benageln von Kriegswahrzeichen im Ersten Weltkrieg

Bild Beitrag Westheider 02

Als im Ersten Weltkrieg die Begeisterung an der „Heimatfront“ im zweiten Kriegsjahr nachließ, kam man auf eine überraschende Lösung, um die Bevölkerung wieder zu mobilisieren: Das Benageln hölzerner Bilder oder Figuren! Gegen Zahlung eines bestimmten Betrages duften Spendenägel eingeschlagen werden, die Gewinne wurden in der Regel für wohltätige Zwecke verwendet. Dr. Rolf Westheider geht diesem Phänomen nach und widmet sich den Benagelungen in Gütersloh, Avenwedde, Halle, Versmold, Borgholzhausen und Werther.





Andreas Wiedenhaus: Vor 25 Jahren wurde das Spexarder Bauernhaus eingeweiht

Bild Beitrag Wiedenhaus

Seit 25 Jahren gibt es das Bauernhaus Spexard als zentralen Treffpunkt für das kulturelle Leben des Gütersloher Ortsteils. 400 Veranstaltungen mit 20.000 Besucherinnen und Besuchern im Jahr sprechen eine deutliche Sprache. Andreas Wiedenhaus lässt die letzten 25 Jahre Revue passieren und betont in seinem Beitrag, wie Fleiß, Engagement und Kreativität der Ehrenamtler dazu beigetragen haben, dass Spexard ein lebendiger Ortsteil ist und bleibt – mit dem Bauernhaus im Zentrum.





Michael Wöstheinrich: Die Nöllmannsche Mühle in Herzebrock und die Firma Miele

Bild Beitrag Wöstheinrich

In Herzebrock-Clarholz gibt es seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert eine wachsende Industrie, bei der zunächst die Möbelproduktion, später die Herstellung von Industrie- und Gebrauchsgütern eine große Rolle spielt. Bis heute ist die Gemeinde Industriestandort von Unternehmen mit hohem Rang. Ein Gebäude im Ortsteil Herzebrock ist mit seiner wechselnden Geschichte dabei besonderer Betrachtung wert, denn hier sind nacheinander drei bedeutende Unternehmen ansässig: Es sind die Firmen Miele, Craemer und Lübbering. Bei dem Gebäude handelt es sich um die Nöllmannsche Mühle. Michael Wöstheinrich zeichnet die Geschichte des Gebäudes wie auch der dort sitzenden Firmen detailreich und spannend nach.





Titelseite Heimat-Jahrbuch 2018


Das Heimat-Jahrbuch Kreis Gütersloh wird vom Kreis Gütersloh herausgegeben und erscheint mit einer Auflage von 3.000 Exemplaren im Flöttmann Verlag Gütersloh. Die redaktionelle Leitung hat Kreisarchivar Ralf Othengrafen. Der farbige, reich bebilderte Jahresband enthält auf 224 Seiten 26 Einzelbeiträge. Im örtlichen Buchhandel oder über den Flöttmann Verlag Gütersloh kann das Buch zum Preis von 13,10 Euro erworben werden. Auf den Internetseiten des Kreisarchivs (www.kreis-guetersloh.de/archiv) finden Interessierte einen Index mit den bisher erschienenen Themen.