VITAL.NRW statt LEADER

Gütersloh, 26.07.2016. Beim Förderprogramm zur LEADER-Region ist die Gruppe ‚GT 9‘ leer ausgegangen, jetzt haben die Akteure aber den Ball wieder aufgenommen. Das Land hat an den federführenden Kreis erfreuliche Post versandt: ‚GT 9‘ erhält als eine von zehn Regionen im Land die Möglichkeit, im Rahmen des Programms Vital.NRW regionale Projekte und Strategien umsetzen.

Der Lenkungskreis der LEADER-Bewerbung kam kurzfristig im Kreishaus zusammen, um über ein neues Förderprojekt zu beraten: Vital.NRW, Kreisdirektorin Susanne Koch (links) und Bürgermeisterin Susanne Mittag halten das Transparent.

Zu diesem Zweck traf sich der einstige LEADER-Lenkungskreis im Kreishaus, um über das Förderangebot zu beraten. Einhellige Meinung: Die 1,5 Millionen Euro annehmen und die vorhandenen Strukturen aus der LEADER-Bewerbung nutzen. "Wir unterstützen das" formulierte es Michael Meyer-Hermann, Bürgermeister von Versmold, wie viele andere. "Auch wenn wir inzwischen zwei Projekte selbst angegangen sind, die im LEADER-Konzept standen." Vorbehaltlich der Zustimmung der jeweiligen politischen Gremien in den neun beteiligten Kommunen sprachen sich alle Anwesenden dafür aus, den dafür erforderlichen Eigenanteil von insgesamt 350.000 Euro aufzubringen. Zwar hatten die politischen Gremien sich damals einhellig für die LEADER-Bewerbung ausgesprochen: Jedoch haben die Kämmerer das eingeplante Geld für das Projekt nach der Absage aus Düsseldorf im Mai vergangenen Jahres anderweitig verplant. "Trotz der Rahmenbedingungen sollten wir das machen", warb Albrecht Pförtner, Geschäftsführer der pro Wirtschaft GT, nachdem Frank Scheffer und Wilhelm Gröver das Förderangebot des Landes vorstellten, das kurzfristig ins Kreishaus geflattert war. Scheffer, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt, sowie Gröver, Abteilungsleiter Umwelt und Kreisplaner, hatten sehr kurzfristig und trotz Ferien zu dem Termin einladen müssen, da das Land bis zum 1. August eine Antwort haben möchte. Der LEADER-Lenkungskreis besteht aus Vertretern der Kommunen, Vereinen und anderen Akteuren, etwa dem wertkreis, den Landfrauen und dem Landwirtschaftsverband. Um in den Genuss der Förderung mit dem Titel VITAL.NRW zu kommen, muss ein Verein gegründet werden. Auch dafür haben die LEADER-Beteiligten schon vorgearbeitet, ein Satzungsentwurf existiert bereits. Jetzt sollen in den letzten Monaten des Jahres entsprechende Beschlüsse in den neun Kommunen herbeigeführt und im Januar 2017 der Verein 'GT 9' gegründet werden. Weitere zwingende Vorrausetzung ist die Steuerung durch einen Regionalmanager. Dieser soll, so die erste Idee in der Sitzung des Lenkungskreises, bei der pro Wirtschaft angedockt werden. Bezahlen würden ihn die Mitgliedskommunen anteilig nach Einwohnerschlüssel, wobei zu berücksichtigen ist, dass aus der Kreisstadt Gütersloh nur einige Ortsteile der Gruppe 'GT 9' angehören. Mitglieder der Regional-Initiative sind: Borgholzhausen, Gütersloh, Halle, Harsewinkel, Herzebrock-Clarholz, Langenberg, Rietberg, Versmold und Werther. Der über die Finanzierung des Regionalmanagers hinausgehende Eigenanteil muss nur für 'eigene Projekte' aufgebracht werden. Mit rund 170.000 Einwohnern war 'GT 9' eine der großen Regionen, die sich am LEADER-Wettbewerb beteiligt hatten. LEADER - als Abkürzung - kommt aus dem Französischen und steht für EU-Förderprogramme im ländlichen Raum. Viele der Konkurrenten bestanden nur aus drei oder vier Kommunen. Ob es auch daran lag, dass 'GT 9' bei der finanziell deutlich interessanteren LEADER-Runde leer ausging, darüber rätseln die Teilnehmer des Lenkungskreises noch bis heute. Auch ein Besuch in Düsseldorf nach der Absage hatte keine Klarheit gebracht. Inhaltlich sei das Papier aus Gütersloh gut gewesen, habe man ihm zitierte Scheffer aus einem Gespräch. Bis zu 3,45 Millionen Euro hätte die Förderung aus diesem Topf betragen können, für den gut die Hälfte der 40 Bewerberregionen einen Zuschlag erhalten haben. Dass jetzt bei VITAL.NRW nur zehn der 'Verlierer-Regionen' zum Zuge kommen zeigt, dass GT 9 immerhin einen kleinen Erfolg einfahren konnte. In einem mehrstufigen Prozess hatten bei mehreren Veranstaltungen die teils über 100 Beteiligten zwölf Leitmaßnahmen und 14 weitere Maßnahmen ausgewählt. Diese sollen jetzt, soweit sie nicht schon in Angriff genommen worden sind, wieder Priorität haben. Eine 'Willkommenskultur in der Region' zu etablieren ist beispielsweise eines der Leitprojekte gewesen. So sollen unter anderem zugewanderte Kinder und Jugendliche eine Starthilfe erhalten, damit sie mehr als bisher am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Zudem soll die Ärzteversorgung auf dem Land sicher gestellt werden und unter dem Aspekt lebenswerte Dörfer 'Ernährungswissen für Kinder' - beigesteuert von den Landfrauen - und 'Lösung von Generationenkonflikten im ländlichen Raum' unter Mitarbeit der Kreishandwerkerschaft sind weitere Beispiele.

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