TierseuchenbekämpfungSymbol für eine Dienstleistung

Beschreibung

Tierseuchen stellen eine ständige Bedrohung für die tierhaltende Landwirtschaft, die fleischverarbeitende Industrie, Hobbyhalter und nicht zuletzt für den Verbraucher dar. Ein Seuchenausbruch kann je nach Art der Krankheit unterschiedliche Maßnahmen für den betroffenen Bestand und ggf. für die Region nach sich ziehen.

Die Maßnahmen können über Bestandssperren, Abgabeverbote von Tieren und Gebietssperren bis hin zu Tötungsmaßnahmen für einzelne Tiere oder ganze Bestände reichen. Deshalb hat jeder, der gewerblich Umgang mit Tieren hat, aber auch der Hobbyhalter empfänglicher Tierarten, die Regeln des vorbeugenden Seuchenschutzes zu beachten.

Manche Tierseuchen sind auch auf den Menschen übertragbar. Die tierseuchenrechtlichen Vorschriften dienen dann auch dem Schutz des Menschen. Deshalb benötigt z.B. eine ausdrückliche Erlaubnis, wer mit Papageien und Sittichen züchten oder handeln will.

Anzeige von Tierhaltungen und Identität der Tiere

Grundlage einer effektiven Tierseuchenbekämpfung sind lückenlose Informationen über Nutztierhaltungen. Deshalb ist das Halten von bestimmten Tieren (Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Geflügel, Einhufer, Bienen) anzeigepflichtig. Außerdem besteht für diese Tierarten auch eine Meldepflicht bei der Tierseuchenkasse (s. Links). Diese Anzeige- und Meldeverpflichtungen gelten auch für Kleinst- und Hobbyhaltungen!

Die Identität von Tieren muss eindeutig feststellbar sein, um Herkunft, Transportwege und Verbleib im Seuchenfall feststellen zu können. Bei Rindern sind hierzu z.B. amtliche Ohrmarken und Rinderpässe vorgeschrieben.

Untersuchungspflichten und Impfpflichten

Hinsichtlich bestimmter Tierseuchen (z.B. Aujeszkysche Krankheit bei Schweinen; BHV1, Leukose und Brucellose bei Rindern) bestehen regelmäßige Untersuchungspflichten. Für bestimmte Tierseuchen sind auch regelmäßige Impfungen vorgeschrieben.

Anzeigepflichtige Tierseuchen

Tierseuchen, die z.B. wegen hoher Sterblichkeit oder starker Ausbreitungstendenz eine volkswirtschaftliche Bedeutung haben (z.B. Europäische Schweinepest, Maul- und Klauenseuche) oder die menschliche Gesundheit gefährden (Zoonosen, wie z.B. Tollwut und Psittakose) und bei denen der Besitzer sich gegen ein Übergreifen der Seuchen auf seinen Bestand und gegen auftretende Schäden nicht schützen kann, sind anzeigepflichtig.

Bestimmte Personen sind zur Anzeige verpflichtet. Dazu gehören Tierbesitzer und jeder, der Tiere in seiner Obhut hat (z.B. Schäfer) sowie alle Personen, die berufsmäßig mit Tieren zu tun haben (also z.B. Tierärzte, Besamungstechniker, Fleisch- und Geflügelfleischkontrolleure, Schlachter usw.).

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass nicht nur der Ausbruch der Seuchen, sondern bereits der Verdacht des Ausbruchs unverzüglich angezeigt werden muss. Zusätzlich müssen die kranken oder verdächtigen Tiere von fremden Tieren ferngehalten werden.

Wer gegen diese Vorschrift verstößt, kann mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 € belegt werden. Außerdem entfällt der Anspruch auf Entschädigung für Tierverluste, wenn der Tierbesitzer die Anzeige nicht oder nicht unverzüglich erstattet hat. Welche Tierseuchen anzeigepflichtig sind können Sie hier erfahren.

Anschrift

Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung Gütersloh
Goethestraße 12
33330 Gütersloh