TierseuchenbekämpfungSymbol für eine Dienstleistung

Beschreibung

Tierseuchen stellen eine ständige Bedrohung für die tierhaltende Landwirtschaft, die fleischverarbeitende Industrie, Hobbyhalter und in Einzelfällen nicht zuletzt für den Verbraucher dar. Daher sind Ziele der Tierseuchenbekämpfung die Verhinderung der Einschleppung oder Weiterverbreitung bestimmter Tierseuchen (zum Beispiel Geflügelpest oder Schweinepest) in Tierbestände, aber auch der Schutz vor auf Menschen übertragbaren Tierkrankheiten (zum Beispiel Tollwut oder Salmonellen) und der Schutz aller Beteiligten vor erheblichen wirtschaftlichen Schäden im Seuchenfall.

Bei der Tierseuchenbekämpfung wird zwischen vorbeugenden Maßnahmen, die von Tierhaltern immer zu beachten sind, und Bekämpfungsmaßnahmen im akuten Seuchenfall unterschieden.

Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehören z.B.:

-          Pflicht zur Meldung und Registrierung von Beständen mit Rindern, Schweinen, Equiden, Schafen, Ziegen, Geflügel, Gehegewild und Kameliden (auch für Kleinst- und Hobbybestände!)

-          Bestimmte Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten

-          Vorgaben zu Biosicherheitsmaßnahmen vor allem bei Geflügel und Schwein

-          Vorschriften zur Früherkennung bestimmter Seuchen bei Schwein und Geflügel

-          Erfordernis von Gesundheitsbescheinigungen für grenzüberschreitende Tiertransporte.

 

Ein Seuchenausbruch kann je nach Art der Krankheit unterschiedliche Maßnahmen für den betroffenen Bestand und ggf. für die Region nach sich ziehen. Die Maßnahmen können über Bestandssperren, Abgabeverbote von Tieren und Gebietssperren bis hin zu Tötungsmaßnahmen für einzelne Tiere oder ganze Bestände reichen.

Aktuelle Tierseuchensituation im Kreis Gütersloh

Derzeit bestehen im Kreis Gütersloh keine Restriktionszonen wegen Tierseuchen bei Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen, Geflügel oder Bienen.

Afrikanische Schweinepest (ASP)

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in der Wildschweinepopulation und meist auch in den Hausschweinebeständen vieler Regionen Osteuropas immer weiter aus (Polen, Baltikum, Moldawien, Rumänien und Tschechien, Weißrussland, Russische Föderation, Ukraine, Georgien, Armenien und Aserbaidschan), auch in Ungarn und Bulgarien und ganz aktuell in Belgien ist mittlerweile die ASP festgestellt worden. Auf der italienischen Insel Sardinien kommt die Afrikanische Schweinepest bereits seit Jahrzehnten vor.

Die ASP ist auf Menschen nicht übertragbar, und daher für den Menschen ungefährlich!

Bei der ASP handelt es sich um eine hochansteckende, in der Regel tödlich verlaufende Erkrankung der Haus- und Wildschweine, für die alle Altersgruppen empfänglich sind. Das ASP-Virus ist vor allem im Blut, aber auch in allen anderen Körperflüssigkeiten und Geweben infizierter Tiere nachweisbar; es weist eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen auf. Die ASP kann neben direktem Tierkontakt, durch die Aufnahme von Fleisch oder Fleischerzeugnissen von infizierten Tieren oder auch durch kontaminierte Gegenstände verbreitet werden.

Um einer ASP-Infektion vorzubeugen, gibt es weder Impfstoffe oder Arzneimittel. Im Fall infizierter Hausschweinebestände müssen diese getötet und unschädlich beseitigt werden. Daher ist es besonders wichtig, dass eine Seucheneinschleppung in unsere Hausschweinebestände vermieden bzw. möglichst rasch erkannt wird.

Die Abteilung Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung der Kreisverwaltung Gütersloh bittet deshalb insbesondere Landwirte, Jäger, Viehhändler, Transporteure und nicht zuletzt auch Reisende, besondere Vorsicht walten zu lassen, um das Risiko einer Einschleppung in die heimischen Schweinebestände zu minimieren:

-          Hygieneregeln für das Betreten der Ställe und die Futter/-Einstreulagerung sind konsequent einzuhalten. Schweinebestände sollten von betriebsfremden Personen möglichst nicht, ansonsten nur mit der vorgeschriebenen Schutzkleidung betreten werden.

-          Schweinehalter müssen jeglichen Kontakt zwischen Hausschweinbeständen und Wildschweinen vermeiden. Dies gilt auch für den indirekten Kontakt über Gegenstände.

-          Jäger sind aufgerufen, bei verendeten Wildschweinen, sowie bei vor oder nach dem Erlegen auffälligen Wildschweinen die vorgeschriebenen Untersuchungen zu veranlassen und dem Veterinäramt den Fund- oder Erlegungsort mitzuteilen.

-          Bei Jagdaufenthalten in betroffenen Ländern ist besondere Vorsicht geboten, da eine Verschleppung der Afrikanischen Schweinepest auch über Jagdtrophäen, Kleidungsstücke, Fahrzeuge oder Schwarzwildprodukte möglich ist. Schweinehalter sollten unbedingt auf die Wildschweinjagd in betroffenen Gebieten verzichten!

-          Kein illegales Verfüttern oder unsachgemäßes Entsorgen von Speiseabfällen. Dies gilt auch für Luderplätze oder Kirrungen.

-          Lebensmittel- und Speisereste, die Reisende oder Fernfahrer aus den betroffenen Regionen an Tankstellen, Raststätten oder Autobahnparkplätzen hinterlassen, könnten von Wildschweinen aufgenommen werden und somit Erreger zunächst in die deutsche Wildschweinepopulation einschleusen. Hier liegt auch eine enorme Gefahr für alle Nutztierhalter. Lebensmittel- und Speisereste sollen daher von jedermann nur in verschlossenen Müllbehältern entsorgt werden.

-          Viehhändler und Transporteure sind aufgerufen, nach Durchführung von Schweinetransporten die Transportfahrzeuge besonders gründlich zu reinigen und zu desinfizieren.

-          Ausländische Arbeitnehmer aus ASP-betroffenen Ländern sind entsprechend aufzuklären.

 

Eine umfangreiche Zusammenstellung von Informationen zur ASP (mit wochenaktuellen Karten zur Seuchensituation) finden Sie auf der Seite des Friedrich-Loeffler-Instituts (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit).

Anschrift

Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung Gütersloh
Goethestraße 12
33330 Gütersloh