Delegation besucht Gedenkstätte in Lettland

Opfern im Wald von Bikernieki gedacht

Schweigend folgten die Delegationsteilnehmer den steinernen Pfad, der sie tiefer in den Wald hineinführte. Große, weiße Torbögen umrahmen den Weg. Auf einer Lichtung erstreckt sich das Mahnmal: Im Zentrum steht als symbolischer Altar ein schwarzer Granitkubus. Auf seinen Seiten sind unter anderem deutschsprachige Inschriften aus dem Buch Hiob zu lesen: „Ach Erde, bedecke mein Blut nicht, und mein Schreien finde keine Ruhestatt!” An diesem Ort befindet sich das größte Massengrab von Naziopfern in Lettland. Um die Erinnerungskultur aufrecht zu erhalten hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. auf Initiative des Riga-Komitees das Mahnmal im Jahr 2001 errichtet.

Auf den Karrees um den Monolithen herum stehen Granitsteine eng aneinander gereiht, als würden sie aus dem Boden wachsen. Sie erinnern an traditionelle jüdische Grabsteine und stehen symbolisch für die eng aneinander gepferchten Menschenmassen, denen hier ihr Leben genommen wurde. Steintafeln verraten die Heimatorte der Opfer. Etwa 12.000 von ihnen waren aus Deutschland, Österreich und Tschechien Deportierte. Eine Tafel trägt den Schriftzug Gütersloh. „Hier ist unvorstellbar Schreckliches geschehen. Dieses Mahnmal erinnert an das Leid und wir alle tragen die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass so etwas nie wieder geschieht“, fasste Sven-Georg Adenauer die Betroffenheit der Delegationsteilnehmer zusammen.