Digitaler Wandel: Haltung der Schulen im Kreis Gütersloh zur gemeinsamen
Verantwortung

Die Digitalisierung verändert Gesellschaft, Wirtschaft und Kommunikation grundlegend – und damit auch die Anforderungen an Schule und Bildung. Vor diesem Hintergrund haben die 108 Schulen im Kreis Gütersloh erstmals eine gemeinsame Haltung zur digitalen Bildung formuliert. Die Stellungnahme wurde vom Beirat der Schulleitungen der Bildungsregion Gütersloh in Abstimmung mit allen Schulen im Kreis GT erarbeitet.

Ziel der gemeinsamen Erklärung ist es, Orientierung zu geben und die Verantwortung aller an Bildung Beteiligten hervorzuheben. 
Denn eine erfolgreiche digitale Bildung kann nur gelingen, wenn Schulen, Eltern, Schulträger sowie Politik und Verwaltung gemeinsam handeln. Die Bildungsregion Gütersloh verfügt bereits über eine starke Grundlage: U.a. durch regionale Netzwerke, Bildungskonferenzen oder kommunale „Runde Tische Digitalisierung“ gelingt ein intensiver Austausch in der Bildungsregion, der Schulen bei der digitalen Transformation unterstützt. Gleichzeitig entwickeln die Schulen ihre Schul- und Unterrichtskonzepte kontinuierlich weiter und nutzen digitale Werkzeuge selbstverständlich zur individuellen Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler. Dabei stehen die Chancen der Digitalisierung ebenso im Mittelpunkt wie ihre Herausforderungen. 

Digitale Lernplattformen, adaptive Lernprogramme oder KI-gestützte Feedbacksysteme eröffnen neue Möglichkeiten für personalisiertes Lernen und können Basiskompetenzen sowie Chancengerechtigkeit stärken. Ebenso wichtig ist jedoch die Förderung von Medienkompetenz und Mediensouveränität. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Informationen kritisch zu bewerten, verantwortungsvoll mit digitalen Medien umzugehen und sich sicher im digitalen Raum zu bewegen. Gleichzeitig dürfen die Risiken einer unreflektierten Mediennutzung nicht außer Acht gelassen werden. Konzentrationsprobleme, Cybermobbing, soziale Vergleichsdynamiken oder suchtähnliche Verhaltensweisen machen deutlich, wie wichtig eine bewusste Medienerziehung ist. Deshalb richtet die Stellungnahme klare Erwartungen an Politik, Schulträger, Schulen und Eltern. Nur durch verlässliche technische Rahmenbedingungen, pädagogisch sinnvolle Regelungen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus können die Chancen der Digitalisierung nachhaltig genutzt werden.



Die gemeinsame Stellungnahme soll nun in den Schulleitungsdienstbesprechungen, in den schulischen Gremien sowie in der Elternkommunikation aufgegriffen werden. 
Ebenso sollen Schulträger, politische Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit für die gemeinsamen Ziele und Herausforderungen sensibilisiert werden. Sie versteht sich als Grundlage für einen konstruktiven Dialog und für die weitere Entwicklung einer zukunftsfähigen Bildungslandschaft im Kreis Gütersloh.

Der Beirat der Schulleitungen, als zentrales Gremium der Bildungsregion mit Vertretungen aller Schulformen, unterstreicht damit die Bedeutung einer gemeinsamen pädagogischen Haltung. Digitalisierung wird nicht als einmaliges Projekt verstanden, sondern als kontinuierlicher Entwicklungsprozess, der pädagogische Klarheit, politische Verlässlichkeit und gesellschaftliche Verantwortung erfordert, um Kinder und Jugendliche zu einem souveränen, verantwortungsvollen und kompetenten Umgang mit der digitalen Welt zu befähigen.

Die gemeinsame Stellungnahme der Schulen im Kreis Gütersloh steht Ihnen hier zur Verfügung: