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Ausbildungscoaching im Jobcenter Kreis Gütersloh
Türöffner für junge Leute

© Kreis Gütersloh
Volker Echterhoff möchte als Ausbildungscoach beim Jobcenter des Kreises Gütersloh jungen Leuten Türen in eine finanziell unabhängige Zukunft öffnen.
Der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen sei in Deutschland noch immer eng mit dem familiären Hintergrund verbunden. Daher sei es laut Echterhoff so wichtig, die jungen Leute frühzeitig anzusprechen. Als echtes Urgestein im Bereich der Ausbildungsberatung kann man den Hallenser bezeichnen. Bereits zu Zeiten der GT aktiv, der Vorgängerorganisation des heutigen Jobcenters, hat er in der Leistungsgewährung mit jungen Menschen bis 25 Jahren gearbeitet. Seit 2012, als der Kreis Gütersloh entschied, die Aufgaben der Grundsicherung für Arbeitssuchende eigenverantwortlich wahrzunehmen, ist er für das Jobcenter im Bereich Ausbildung U 25 tätig. „Beziehungsarbeit ist für mich das A und O bei meiner Tätigkeit“, erzählt Echterhoff. „Die jungen Leute brauchen Vertrauen in mich und meine Arbeit, um Informationen und Ratschläge annehmen zu können.“ Er ist am Standort Halle (Westf.) für ungefähr 150 bis 170 Jugendliche und junge Erwachsene zuständig. Ziel ist es immer, die jungen Leute in eine Ausbildung zu vermitteln, so dass sie finanziell unabhängig sind.
Daher findet der erste Kontakt auch schon früh, zum Ende des ersten Halbjahres der Klasse 9, statt. In dem Gespräch werden, meistens im Beisein der Eltern, Fragen geklärt wie: Wie steht es um die schulischen Leistungen? Welche Ideen gibt es für den Anschluss nach der 10. Klasse? „Wenn beispielsweise eine Ausbildung geplant ist, können die Jugendlichen zu dem Zeitpunkt, falls notwendig, noch richtig was verändern und an ihrem Zeugnis arbeiten“, erklärt Echterhoff. Abgesehen von den Noten seien insbesondere unentschuldigte Fehlstunden für viele Arbeitgeber ein absolutes No-Go. „Die Arbeitgeber wollen zuverlässige, pünktliche Leute. Das Aha-Erlebnis, dass man allein schon durch eine Null bei ‚unentschuldigten Fehlstunden‘ auf dem Zeugnis etwas erreichen kann, ist viel wert.“
Im Laufe der 10. Klasse tritt Echterhoff dann häufiger mit den jungen Leuten in Kontakt. Dabei sind die Beratungsgespräche immer stark zugeschnitten auf die Bedarfe der jeweiligen Person. Welcher Wunschberuf wird angestrebt? Wie realistisch ist es, diesen zu erreichen, auch in Anbetracht der schulischen Leistungen? Ist vielleicht der Besuch eines Berufskollegs sinnvoll? „Oft ist es wichtig auch über Alternativen nachzudenken“, so Echterhoff. „Beispielsweise höre ich häufig den Berufswunsch ‚Kfz-Mechatroniker‘. Hier gibt es aber auch andere, weniger bekannte Möglichkeiten, zum Beispiel im Bereich der Land- und Baumaschinen oder dem Karosseriebau, wo die Konkurrenz bei der Bewerbung nicht so groß ist.“ Die Ausbildungsmöglichkeiten seien vielfältig und das Prinzip der Dualen Ausbildung, wie sie in Deutschland gängig ist, sei nicht überall bekannt. „Manchmal ist es der Wunsch, insbesondere der Familien, dass die jungen Leute direkt Geld verdienen. Hier die Vorteile einer Ausbildung im Vergleich zu einer dauerhaften Tätigkeit als ungelernter Helfer aufzuzeigen, ist extrem wichtig.“ Die Eltern, als wichtige Botschafter bei der Berufswahl ihrer Kinder, in den Gesprächen mit einzubeziehen ist daher sehr bedeutsam.
Echterhoff sieht seine Arbeit als Netzwerkarbeit. Abgesehen von den Schulen, der Arbeitsagentur, dem Jugendamt und anderen Institutionen, steht er vor allem auch mit den Arbeitgebern der Region im Austausch. Es ist für ihn unerlässlich zu wissen, welche Betriebe noch vakante Stellen haben und welche Anforderungsprofile gesucht werden. Denn auch der Ausbildungscoach muss wissen, wie die Jobs aussehen, um vernünftig beraten zu können. „Der persönliche Kontakt zu den Firmen ist unentbehrlich. Wenn ich die Ausbilder anrufen und sagen kann ‚Ich habe da eine Person, kann ich mit der mal vorbeikommen‘, ist das Gold wert.“ Aber auch umgekehrt kommen Unternehmen auf ihn zu und fragen, ob er geeignete Kandidaten in der Vermittlung hat. Praxiserfahrung ist, neben den schulischen Leistungen, das Wichtigste, was die jungen Leute vorzuweisen haben. „Probiert es aus“ ist der Slogan des Ausbildungscoaches, gerne auch verschiedene Berufe in verschiedenen Unternehmen. Zum einen können die jungen Menschen so abklären, ob der Beruf wirklich etwas für sie ist, und zum anderen haben sie die Chance, einen guten Eindruck bei den Arbeitgebern zu hinterlassen. Eine Win-Win-Situation auch für die Betriebe, denn sie erhalten einen ersten Eindruck von den potenziellen Bewerbern. „Ich versuche die jungen Menschen auf einen guten Weg und letztlich in den Beruf zu bringen“, erklärt Echterhoff. Das beginnt mit Beratungsgesprächen noch während der Schullaufbahn, setzt sich fort bei der Suche nach Praktika und schließlich nach einem geeigneten Ausbildungsplatz. Dafür werden auch schon mal Bewerbungsunterlagen überprüft oder Echterhoff fährt mit den jungen Menschen raus zu einem potenziellen Arbeitgeber. Auch während der Ausbildung steht er für beide Seiten, sowohl für den Azubi als auch für den Betrieb, beratend zur Seite und versucht bei Problemen zu vermitteln.
Nicht immer ist der Weg in die Ausbildung direkt möglich. Mangelnde Sprachkenntnisse sind dabei ein großes Hindernis, was aufgrund des Zuzugs Geflüchteter aus Kriegs- und Krisenländern mittlerweile häufiger der Fall ist. Hier werden zunächst Sprachkurse angeboten, aber auch Trainings im Job sind möglich, wenn es vor allem um Fachvokabular geht. „Ich erinnere mich noch an einen jungen Syrer. Der hat in Windeseile Deutsch gelernt und dann eine Ausbildung im Metallbereich gemacht. Heute berät er andere Syrer und hilft ihnen auf ihrem Weg“, berichtet Echterhoff. Manche jungen Leute haben aber auch Hemmnisse, wie beispielsweise psychische Erkrankungen, die zunächst abgebaut werden müssen. Dafür gibt es, abgesehen von medizinischer Begleitung, Sprungbrett-Maßnahmen, um zunächst einmal eine Tagesstruktur aufzubauen, oder auch berufsvorbereitende Maßnahmen, in denen die Jugendlichen ebenfalls die Möglichkeit haben, Berufe bei einem Bildungsträger auszuprobieren, aber auch einen Schulabschluss nachzuholen. In sogenannten Einstiegsqualifizierungen, die vier bis zwölf Monate dauern, übernimmt sogar das Jobcenter einen Teil des Gehalts, wenn der junge Mensch dafür die Chance auf eine Ausbildungsstelle erhält. Ziel ist dabei natürlich immer ein ‚normales‘ Ausbildungsverhältnis. In drei Vierteln der Fälle klappe dies, betont Echterhoff. „Solche Maßnahmen sind aufwendig, aber sie lohnen sich“, ist der Ausbildungscoach überzeugt. So berichtet er von einem jungen Mann, der lange Zeit zu Hause untergetaucht war. Mit Hilfe von Sprungbrett- und berufsvorbereitenden Maßnahmen, hat er es geschafft, sein Fachabitur nachgeholt und eine Ausbildung zum Sozialassistenten gemacht. Nun wird er in den Süden der Republik gehen und dort Soziale Arbeit studieren. „Ich versuche immer Türen für die jungen Leute zu öffnen, hindurchgehen müssen sie jedoch selbst“, erklärt Echterhoff.