Entstehung des Kreises Gütersloh

13 Städte und Gemeinden bilden seit 1973 den Kreis Gütersloh. Dieser zeichnet sich durch eine Vielfalt an Bräuchen, Mentalitäten und Eigentümlichkeiten aus. Die lokalen Besonderheiten resultieren aus der unterschiedlichen Geschichte und werden liebevoll gepflegt - bis heute.

Clowns beim Karnevalsumzug in Rietberg
Karneval in Rietberg: Im südlichen Teil des Kreises wird die fünfte Jahreszeit ausgiebig gefeiert.

Facettenreich aus Tradition

Eine imaginäre Grenze zieht sich quer durch den Kreis. Sie teilt das Gebiet in zwei Regionen mit unterschiedlichen Gepflogenheiten, Auffassungen und Einstellungen.

Offensichtlich wird der enorme Facettenreichtum beispielsweise bei den "Jahreszeiten" - in den südlich gelegenen Gemeinden und Städten wird die berühmte fünfte ausgiebig gefeiert. Besonders in den Hochburgen Rietberg, Schloß Holte-Stukenbrock, Rheda-Wiedenbrück und Harsewinkel herrscht während der "tollen Tage" karnevalistischer Ausnahmezustand.

Während die "Jecken" im Süden schunkelnd auf den Straßen feiern, spielt der Karneval für die Menschen im Norden des Kreises überhaupt keine Rolle. Die lokalen Unterschiede spiegeln sich auch in der politischen Orientierung und der Konfession wider. Im Norden dominieren Sozial-, im Süden Christdemokraten. Im Süden ist die Mehrheit katholisch, im Norden protestantisch.


Kloster Herzebrock-Clarholz
Kloster Herzebrock-Clarholz: Geschichtliche Unterschiede leben auch heute noch in den Traditionen fort.


Jahrhundertelange Prägung

Die Gründe dafür finden sich in den Geschichtsbüchern. Die Grenze des preußischen Königreichs verlief lange durch den heutigen Kreis Gütersloh. Die Menschen imNordwesten wurden jahrhundertelang von preußischer Disziplin und Tradition geprägt. Die Bewohner der südlichen Regionen standen dagegen lange Zeit unter der Regentschaft verschiedener Grafschaften und Bistümer.

Erst Napoleon setzte dieser Aufteilung mit der Besetzung Preußens 1806 ein Ende. Sieben Jahre später kehrten die preußischen Truppen zurück und weiteten ihr Herrschaftsgebiet auf ganz Westfalen aus.

Gebietsreform 1973

Entstanden ist der Kreis Gütersloh am 1. Januar 1973 im Zuge der nordrhein-westfälischen Gebietsreform. Neue Kreisstadt wurde die Stadt Gütersloh, die die bisherigen Kreisstädte Halle (Westf.) und Rheda-Wiedenbrück ablöste. Hier hat auch die Kreisverwaltung seit 1997 ihren Hauptsitz.

Heute umfasst der Kreis Gütersloh die ehemaligen Kreise Halle und Wiedenbrück. Hinzu kamen das Gebiet der heutigen Stadt Harsewinkel aus dem alten Kreis Warendorf, Möhler und Benteler aus dem alten Kreis Beckum sowie die heutige Stadt Schloß Holte-Stukenbrock aus dem alten Kreis Bielefeld, wobei der Ortsteil Stukenbrock zuvor zum Kreis Paderborn gehörte.

Die ehemaligen Kreise Halle und Wiedenbrück, die gänzlich, sowie die Kreise Beckum, Bielfeld, Paderborn und Warendorf, die teilweise im neuen Kreis Gütersloh aufgingen, wurden 1815 durch Preußen gegründet.

In ihrer geschichtlichen Herkunft weisen die Gebietsteile des heutigen Kreises Gütersloh auf sechs verschiedene ehemalige Herrschaftsbereiche zurück:

  • Grafschaft Ravensberg (alter Kreis Halle; Gütersloh teilweise)
  • Bistum Osnabrück/ Amt Reckenberg (Langenberg teilweise, Teile von Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh)
  • Herrschaft Rheda (Herzebrock-Clarholz, Teile von Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh)
  • Grafschaft Rietberg (Rietberg, Verl, Schloß Holte-Stukenbrock teilweise)
  • Bistümer Münster (heutige Stadt Harsewinkel, der Ortsteil Benteler von Langenberg und das Gebiet um Möhler, zu Herzebrock-Clarholz gehörig)
  • Paderborn (Ortsteil Stukenbrock der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock)

Diese geschichtlichen Unterschiede leben auch heute noch in den Traditionen fort.


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