Infos zu Meningokokken

In den ersten 3 Monaten eines Jahres findet man den höchsten Anteil von Neuerkrankungen an Meningokokken.

Was sind Meningokokken?

Gehirn

Meningokokken sind gramnegative Bakterien, die in 12 verschiedene Serogruppen unterteilt werden, von denen in Deutschland seit Jahren fast ausschließlich die Serogruppen B und C vorkommen.

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Übertragung

Meningokokken werden als Tröpfcheninfektion durch Husten, Niesen oder auch Küssen auf andere Personen übertragen.

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Wo und bei wem findet man Meningokokken?

Meningokokken finden sich in den Schleimhäuten im Nasen-Rachen-Raum.

Untersuchungen zeigen bei Gesunden je nach Altersgruppe in bis zu über 30% eine Besiedlung der Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum mit Meningokokken(Durchschnitt: 10% der Gesamtbevölkerung, die keine Krankheitszeichen zeigt).

Das heißt, dass die meisten Personen, die mit Meningokokken besiedelt sind, nicht daran erkranken!

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Auslöser

Unter bestimmten Voraussetzungen wie einer Immunschwäche, einer Schädigung der Schleimhäute durch Virusinfektionen, trockene Luft oder andere Schadstoffe (Rauchen, Alkohol etc.) können diese Erreger durch die Schleimhäute eindringen und schwere, lebensgefährlich verlaufende Erkrankungen auslösen.

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Erkrankungsformen

Durch Meningokokken werden eine Hirnhautentzündung (Meningokokkenmeningitis) und/oder eine bakterielle Blutvergiftung (Meningokokkensepsis) oder bei einem ganz schweren septischen Verlauf das mit Beteiligung der inneren Organe einhergehende ''Waterhouse-Friderichsen-Syndrom'' ausgelöst. Die Sterblichkeit liegt allgemein zwischen 5 und 10%.

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Symptome

Häufig gehen der Hirnhautentzündung akute Erkältungssymptome voraus. Ohne Übergang kann es plötzlich zu Kopfschmerzen kommen, die rasch stärker werden. Meist tritt hohes Fieber auf, der Kranke muss sich übergeben, leidet unter Nackensteifigkeit. Dies ist ein ganz typisches Symptom. Der Kranke reagiert lichtempfindlich, das Bewusstsein des Patienten kann sich eintrüben, er ist nicht mehr ansprechbar. Rot-violette Hautflecken (Hauteinblutungen) signalisieren einen schweren Verlauf, in dem sich die Erreger über die Blutbahn ausbreiten (Sepsis).

 

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind diese Krankheitszeichen oft nicht in dieser typischen Form vorhanden. Auf folgende Symptome sollen Sie deshalb besonders achten:

  • Ihr Baby will nicht essen
  • Ihr Baby schreit ungewöhnlich schrill
  • Ihr Baby ist ungewöhnlich unruhig und stöhnt
  • Ihr Baby hat ungewöhnlich blasse oder fleckige Haut.

 

Die Symptome müssen nicht alle gleichzeitig vorliegen. Sie können sich innerhalb weniger Stunden oder Tage entwickeln.

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Infektionszeitraum

Die Inkubationszeit (d.h. der Zeitpunkt zwischen Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome) bei einer Meningokokkenerkrankung beträgt in der Regel 2 - 5, in seltenen Fällen bis zu 10 Tagen.

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Ansteckung

24 Stunden nach Beginn einer erfolgreichen Therapie mit bestimmten Antibiotika ist mit einer Ansteckungsgefahr nicht mehr zu rechnen.

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Frühzeitig zum Arzt

Was macht man bei dem Verdacht auf eine Meningokokkenerkrankung?

Ganz entscheidend für den Ausgang der Erkrankung ist der Zeitpunkt des Behandlungsbeginns. Meningokokkenerkrankungen erfordern daher eine sofortige Behandlung mit Antibiotika.

Nehmen Sie daher unverzüglich Kontakt mit Ihrem behandelnden Arzt, dem Notarzt oder ggf. mit dem Krankenhaus auf.

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Behandlung - Vorbeugung

Wie behandelt und beugt man einer Meningokokkenerkrankung vor?

Beim Auftreten einer Meningokokkenerkrankung können die Meningokokken durch die Einnahme bestimmter Antibiotika abgetötet werden.

 

Eine vorbeugende Behandlung mit bestimmten Antibiotika wird den engen Kontaktpersonen empfohlen. Diese Einnahme sollte sobald wie möglich erfolgen.

Als enge Kontaktpersonen gelten:

  • Alle Personen, die im selben Haushalt wohnen
  • Personen, die unmittelbar mit Mund-, Nasen- und Rachensekreten des Erkrankten

in Berührung gekommen sind (z.B. beim Küssen, Mund-zu-Mund-Beatmung etc.)

 

In Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder unter 6 Jahre:

  • alle Personen, die Kontakt mit dem erkrankten Kind hatten - bei guter Gruppentrennung nur Personen aus der entsprechenden Gruppe

 

In Schulen:

  • alle Personen, die besonders engen Kontakt mit dem erkrankten Schüler hatten (z.B. Sitznachbarn)

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Typische Jahreszeit

Gibt es typische Jahreszeiten für Meningokokkenerkrankungen?

Nach einem Anstieg zum Winterbeginn liegt (wie bei der Influenza-Virusgrippe) der höchste Anteil von Neuerkrankungen in den ersten 3 Monaten eines Jahres.

 

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Betroffene

Wer ist am häufigsten von der Meningokokkenerkrankung betroffen?

Am häufigsten betroffen sind Kinder unter 5 Jahren.  Einen zweiten, jedoch niedrigerern Erkrankungsgipfel gibt es bei älteren Teenagern(15 bis 19 Jahre).

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Anzahl Erkrankungen

Wie sehen im Jahr 2008 die Zahlen für Nordrhein-Westfalen aus?

Nach Mitteilung des Landesinstitutes für Gesundheit und Arbeit NRW wurden im Jahr 2008 insgesamt 107 Erkrankungen aus unterschiedlichen Kreisen und Städten registriert, davon ein Fall im Kreis Gütersloh.

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Impfung

Kann man sich gegen Meningokokken impfen lassen?

Die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C (ca. 25 Prozent der Erkrankungen) wird im zweiten Lebensjahr von der Ständigen Impfkommission(STIKO)empfohlen und soll schwere Erkrankungen, Krankheitsfolgen und tödliche Verläufe verhindern.

Zum Erreichen eines individuellen Schutzes (neben den kleinen Kindern gibt es einen zweiten Erkrankungsgipfel bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren) wird von der STIKO das Nachholen nicht erfolgter Impfungen bis zum vollendeten 17. Lebensjahr empfohlen. Hier sollte das Gespräch mit dem Kinder- oder Hausarzt gesucht werden. 

Individuelle Gründe für Meningokokken-Impfungen sind zudem berufliche Gefährdung (Laborpersonal), Reisen in Länder mit hohem Vorkommen an Meningokokken-Erkrankungen aber auch Empfehlungen der Gesundheitsämter bei regional gehäuften Erkrankungen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Kreishaus Gütersloh
Abteilung Gesundheit
Frau Müther / Frau Böhme-Elsner
Telefon: 05241/85 1700 oder 85 1699
Fax: 05241/85 1717
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