Wassergefährdende Stoffe

„Wassergefährdende Stoffe“ sind feste, flüssige und gasförmige Stoffe und Gemische, die geeignet sind, dauernd oder in einem nicht nur unerheblichen Ausmaß nachteilige Veränderungen der Wasserbeschaffenheit herbeizuführen.

Öllagerung

Gelangen wassergefährdende Stoffe ins Grundwasser, kann dieses für die Trinkwassergewinnung unbrauchbar werden. Gelangen wassergefährdende Stoffe in Oberflächengewässer (Flüsse, Seen, usw.) können Lebewesen durch die schädlichen Stoffe, die sie über das Wasser aufnehmen sterben.

 

Der Gesetzgeber hat verschiedene Vorschriften erlassen, in denen geregelt ist, wie das kostbare Gut Wasser vor den wassergefährdenden Stoffen zu schützen ist.

Die wesentlichen Grundregelungen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen finden Sie im Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und im Landeswassergesetz (LWG). Alle weiteren Anforderungen finden Sie in der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) des Bundes sowie in den Technischen Regeln wassergefährdender Stoffe (TRwS).

Umgang heißt: Lagern, Abfüllen, Umschlagen, Herstellen, Behandeln und Verwenden wassergefährdender Stoffe!

Wassergefährdende Stoffe kommen in vielen Branchen aber auch in Haushalten wie beispielsweise in Ölheizungen zum Einsatz.

Als Maßstab für die Wassergefährdung der Stoffe werden sie in Wassergefährdungsklassen (WGK) eingestuft:

  • WGK 1: schwach wassergefährdend (z. B. Säuren, Laugen)
  • WGK 2: deutlich wassergefährdend (z. B. Heizöl, Dieselkraftstoff, Motoröl)
  • WGK 3: stark wassergefährdend (z. B. Benzin, Altöl, chlorierte Kohlenwasserstoffe)
  • Allgemein wassergefährdend (z. B. Jauche, Gülle, Silagesickersaft, feste Gemische, aufschwimmende flüssige Stoffe)

Die Einstufung bildet die Grundlage für abgestufte Sicherheitsanforderungen an die Anlagen. Die Einstufung von Stoffen kann beim Umweltbundesamt erfragt werden. Eine Recherche, welcher Stoff schon eingestuft wurde, kann auch im Internet unter webrigoletto.uba.de erfolgen. Angaben zu der Einstufung erhalten Sie auch beim Lieferanten oder Hersteller (Sicherheitsdatenblatt).

Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (Behälter, Rohrleitungen, Läger, Tankanlagen usw.) müssen so beschaffen sein, betrieben und stillgelegt werden, dass eine Verunreinigung der Gewässer (Grundwasser, Oberflächenwasser) nach menschlichem Ermessen  ausgeschlossen ist. Es ist also sicherzustellen, dass diese Stoffe im Leckagefall (z.B. undichte Behälter, defekter Schlauch beim Abfüllen) in geeigneter Weise zurückgehalten werden können (z.B. Installation von Rückhalteeinrichtungen).

Dies ist dann gegeben, wenn die Anlage über zwei Sicherheitsbarrieren verfügt und der Betreiber seinen Pflichten nachkommt.

Die primäre Sicherheit muss gewährleisten, dass die Anlagen und Anlagenteile, die wassergefährdenden Stoffe bestimmungsgemäß umschließen, dicht sind und den mechanischen, chemischen und thermischen Beanspruchungen standhalten.

Die sekundäre Sicherheit ist eine zweite Sicherheitsbarriere, die beim Versagen der primären Barriere eine Schädigung der Umwelt verhindert. Dazu zählen insbesondere Auffangwannen oder andere Rückhalteeinrichtungen, die die bei Leckagen austretenden wassergefährdenden Stoffe ohne weiteres menschliches Zutun sicher auffangen.

Bei Errichtung und Betrieb der Anlagen sind immer die allgemein anerkannten Regeln der Technik zu beachten

Bestimmte Anlagen dürfen nur errichtet und betrieben werden, wenn zuvor der Unteren Wasserbehörde die wasserrechtliche Eignung nachgewiesen wurde. Für andere Anlagen wiederum besteht Anzeigepflicht bei der Unteren Wasserbehörde oder sie fallen unter Bagatellgrenzen.

Überwachungsmaßnahmen dienen dazu, festzustellen, ob die Anlage noch dicht ist und die Sicherheitseinrichtungen noch funktionieren und sollen außerdem eine schnelle und zuverlässige Gefahrenerkennung und -beseitigung garantieren. Verantwortlich dafür ist zunächst der Betreiber selber.

Neben der Überwachung durch den Betreiber muss ein großer Teil der Anlagen vor Inbetriebnahme und regelmäßig wiederkehrend durch einen externen Sachverständigen geprüft werden. Diese Sachverständigen müssen einer anerkannten Sachverständigenorganisation angehören. Einen Überblick über die derzeit anerkannten Organisationen finden Sie unter www.lanuv.nrw.de Wird bei diesen Prüfungen ein Mangel an der Anlage festgestellt, ist dieser unverzüglich zu beseitigen.

Mit Arbeiten an bestimmten Anlagen dürfen nach dem Wasserrecht nur zertifizierte Fachbetriebe beauftragt werden.

 

Die untere Wasserbehörde des Kreises Gütersloh überwacht private und gewerbliche Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallen. Dazu zählt auch, dafür zu sorgen, dass Anlagen rechtzeitig geprüft, Prüfberichte ausgewertet und Mängel behoben werden.

Genehmigungsverfahren für Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen gehören ebenfalls zum Tätigkeitsbereich der unteren Wasserbehörde

Kontakt und Ansprechperson

AwSV für die Bereiche Gütersloh, Verl, Rietberg, Rheda-Wiedenbrück, Langenberg und Schloß Holte-Stukenbrock:

Herr Altemark (05241/ 85-2629)

AwSV für die Bereiche Werther, Borgholzhausen, Halle, Steinhagen, Harsewinkel, Versmold und Herzebrock-Clarholz:

Frau Lehberg (05241/ 85-2633)

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