Artenschutz bei Bauvorhaben

Sie planen den Um- oder Ausbau Ihres Hauses? Die Fassade soll saniert, ein Dachboden ausgebaut, ein altes Gebäude sogar abgerissen werden? Dann sind neben den baurechtlichen Vorschriften auch die Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes zu beachten.

Demnach ist sicherzustellen, dass Tiere der besonders geschützten Arten - im Wesentlichen sind das alle europäischen Vogelarten, Kröten, Frösche, Molche und Eidechsen, Hornissen sowie alle Fledermäuse - weder getötet noch verletzt werden und dass deren Fortpflanzungs- und Ruhestätten (Nester, Balz- und Schlafplätze, Winter- und Sommerquartiere) nicht zerstört werden.

Wildlebende Tiere in Haus und Garten

Mehlschwalbennester
Mehlschwalbennester

Gebäude werden nicht nur von Menschen bewohnt. Oftmals im Verborgenen bieten sie auch zahlreichen Tieren Unterschlupf, darunter auch vielen besonders geschützten Arten. Typische Vogelarten an und in Gebäuden sind Schwalben und Mauersegler, Spatzen, Dohlen, Schleiereulen und Turmfalken. Wirbellose Tiere wie Wildbienen und Hornissen nisten in Hohlräumen, die sie in den Gebäuden oder in der Fassade finden. Fledermäuse nutzen im Jahresverlauf unterschiedliche Quartiere. Zur Aufzucht ihrer Jungen benötigen die Weibchen im Frühjahr und Sommer warme und zugluftfreie Wohnstätten, die sie zum Beispiel auf Dachböden oder hinter Fassadenverblendungen in alten Schuppen antreffen. Zur Überwinterung ziehen sie sich in kühlfeuchte und trockenkalte Verstecke zurück. Dann bewohnen sie Keller, Vorsprünge und tiefe Mauerspalten. Nicht selten sind bei Bauvorhaben auch Gehölze betroffen, die auf dem Baugrundstück stehen. Bäume sollen für einen Neu- oder Anbau gefällt werden, Hecken müssen zurückgeschnitten werden, für die Fassadensanierung sollen Kletterpflanzen beseitigt werden. Gehölze sind Lebensstätte zahlreicher Tierarten. Viele Vogelarten bauen ihre Nester in die Zweige. Baumhöhlen werden von Fledermäusen und Vögeln genutzt. Auch begrünte Fassaden dienen den Tieren oftmals als Unterschlupf.

Wie berücksichtige ich den Artenschutz?