Keuchhusten

Keuchhusten ist eine häufige Infektionskrankheit, die von Bakterien (Bordetella pertussis) ausgelöst wird und die Atemwege befällt. Sie tritt zwar im gesamten Jahr auf, ist aber im Herbst und Winter häufiger.

Wie wird Keuchhusten übertragen?

Keuchhusten  ist hoch ansteckend.  Der Erreger wird beim Husten, Niesen oder Sprechen durch Tröpfchen aus dem Nasen-Rachenraum der Erkrankten übertragen und kann auch Abstünde bis zu einem Meter Luftweg überwinden. Die Ansteckungsfähigkeit ist am höchsten während der ersten beiden Erkrankungswochen und kann bis zu drei Wochen nach Beginn der krampfartigen Hustenanfälle dauern. Die Einnahme von Antibiotika verkürzt die Dauer der Ansteckungsfähigkeit auf etwa 5 Tage nach Therapiebeginn. 

Wie äußert sich die Erkrankung?

Keuchhusten kann über mehrere Wochen bis Monate dauern und verläuft in drei Stadien:

1. Stadium (Dauer 1-2 Wochen): Grippeähnliche Symptome wie Schnupfen, leichter Husten, Schwächegefühl prägen diese Phase.

2. Stadium (Dauer 4-6 Wochen): In dieser Phase treten anfallsweise krampfartige Hustenstöße auf (gehäuft nachts), gefolgt von dem typischen keuchenden Einziehen der Luft. Häufig werden die Hustenanfälle mit dem Hervorwürgen von zähem Schleim und anschließendem Erbrechen begleitet.

3. Stadium (Dauer 6-10 Wochen): Die Hustenattacken klingen allmählich ab. Bei Jugendlichen und Erwachsenen steht ein lang anhaltender Husten im Vordergrund, weniger die typischen Hustenanfälle.

Wer ist besonders gefährdet?

Besonders gefährdet im Hinblick auf schwerwiegende Komplikationen sind Säuglinge (vor allem Ungeimpfte unter 6 Monaten) und ältere Menschen sowie Menschen mit Grunderkrankungen. Die häufigste Komplikation ist die Lungenentzündung, aber es können auch andere Erkrankungen wie Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen, Krampfanfälle können auftreten.

Wie kann man sich schützen?

Vorbeugend empfiehlt die Ständige Impfkommission die Grundimmunisierung von Säuglingen und Kleinkindern zum frühestmöglichen Zeitpunkt, es sollte unmittelbar nach Vollendung des 2 Lebensmonats damit begonnen werden (in 4 Teilimpfungen bis zum 14. Monat und je eine Auffrischung mit 5-6 Jahren und im Alter von 9-17 Jahren).
Weil zwei Drittel der Erkrankten älter als 19 Jahre alt sind, gibt es eine ausdrückliche Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO)für Erwachsene, bei der nächsten Auffrischung gegen Tetanus und Diphtherie auch gegen Keuchhusten zu impfen. Sofern in den letzten 10 Jahren keine Pertussis-Impfung stattgefunden hat, sollen Frauen im gebärfähigen Alter und Personal im Gesundheitsdienst sowie in Gemeinschaftseinrichtungen eine Dosis Pertussis-Impfstoff erhalten. Dies gilt auch für enge Haushaltskontaktpersonen (Eltern, Geschwister) und Betreuer (z.B. Tagesmütter, Babysitter, ggf. Großeltern) von Säuglingen spätestens vier Wochen vor Geburt des Kindes.
Der Schutz nach einer Impfung hält ca. 3,5 bis 12 Jahre, der Schutz nach einer durchgemachten Erkrankung ca.7 bis20 Jahre. Wer nicht geimpft ist, sollte nach Kontakt mit Erkrankten vorsorglich antibiotisch behandelt werden, damit die Erkrankung nicht ausbricht.

Was ist zu beachten für Patienten und Kontaktpersonen?

Im Krankenhaus behandelte Personen sollten für fünf Tage nach Beginn einer antibiotischen Behandlung von anderen Patienten isoliert werden.
An Keuchhusten Erkrankte oder Verdächtige dürfen nach Infektionsschutzgesetz keine Lehr-, Pflege-, Aufsichts- oder sonstigen Tätigkeiten ausüben, bei denen sie Kontakt zu dort Betreuten haben. Dies gilt solange, bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Erkrankung durch sie ausgeschlossen ist. Auch Erkrankte dürfen die Gemeinschaftseinrichtungen nicht betreten, Einrichtungen der Gemeinschafseinrichtung nicht benutzen und an Veranstaltungen der Gemeinschaftseinrichtung nicht teilnehmen, bevor sie fünf Tage eine effektive Antibiotikatherapie durchgeführt haben.

Erkrankte sollten möglichst räumlich getrennt sein von Säuglingen, Kleinkindern, älteren und chronisch kranken Menschen. Enge Kontaktpersonen sollten möglichst frühzeitig antibiotisch behandelt werden.

Weitere Informationen (auch mehrsprachig): http://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/keuchhusten/

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