NSG Jakobsberg

Der Jakobsberg wurde bereits 1941 erstmalig unter Naturschutz gestellt. Schutzgrund war und ist noch heute ein Massenvorkommen des Leberblümchens an seiner nordwesteuropäischen Verbreitungsgrenze.

Leberblümchen

Zehntausende der blauen Blütensterne bedecken ab Mitte März den Waldboden und bilden einen spektakulären Blütenteppich. Grund für das massenhafte Vorkommen ist die Niederwaldwirtschaft, die im Mittelalter entstanden ist: Um Holz zu gewinnen, wurden die Bäume im Abstand von 10-25 Jahren mit der Axt abgeschlagen und bildeten neue Ausschläge. Dieses "Auf den Stock setzen" vertragen besonders ausschlagfreudige Baumarten wie Hainbuche und Eiche. Durch die häufige Fällung hat der Niederwald einen lichten Baumbestand mit weniger Laub und weniger Biomasse für die Humusbildung. Es entstehen flachgründige Böden, die sich rasch erwärmen. Dies sind ideale Bedingungen für wärmeliebende Pflanzenarten wie das Leberblümchen.

Zum Artenspektrum der niederwaldgenutzten Kalkbuchenwälder gehören eine Fülle weiterer Frühblüher wie Aronstab, Buschwindröschen, Waldmeister und Gelbstern. Inzwischen breiten sich im Gebiet Ilex und andere konkurrenzstarke Straucharten aus. Sie werden als Naturschutzmaßnahme regelmäßig zurückgeschnitten, um die Leberblümchen nicht zu verdrängen. 

Den Besucher erwartet im Naturschutzgebiet eine aus Wiesen, Wäldern und offenen Triften bestehende eindrucksvolle Kulturlandschaft. Zahlreiche Rundwanderwege mit Informationstafeln führen durch das Gebiet. 

Steckbrief: NSG Jakobsberg:

Bild: Jakobsberg

Lage: im Ortsteil Amshausen der Gemeinde Steinhagen

Größe: 47,3 ha

Kennzeichen: Kalkbuchenwälder mit artenreicher Vegetation, Leberblümchenblüte jährlich ab Mitte März, extensives Grünland mit Hecken und Feldgehölzen, Bachlauf mit Nass- und Feuchtwiesen

Unterschutzstellung: 21.03.1941, seit 2000 Bestandteil des FFH-Gebietes "Östlicher Teutoburger Wald"

 Infos für Besucher:
- markierte Rundwanderwege mit Infotafeln
- Leberblümchenpfad
- Naturdenkmal 300-jährige Traubeneiche an der Gaststätte Friedrichshöhe
- fachkundige Führungen
- Veröffentlichung des Heimatvereins "Der Leberblümchenberg in Amshausen"
- Teil des Naturparks TERRA vita

Ansprechpartner:
Untere Naturschutzbehörde des Kreises Gütersloh, Ulrike Rediker-Authmann: geschützte E-Mail-Adresse als Grafik, Tel.: 05241/85-2723 
Heimatverein Amshausen

Weitere Infos im WWW:

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