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Beirat der Schulleitungen
Stellungnahme zur gemeinsamen Verantwortung in der Mediennutzung
„Mit dieser Stellungnahme formulieren alle 108 Schulen im Kreis Gütersloh erstmals gemeinsam ihre Haltung“, sagt Marcus Indenkämpen, Schulleiter der Geschwister-Scholl-Realschule Gütersloh. „Damit machen wir auf die gemeinsame Verantwortung von Schulen und Eltern in Bezug auf Mediennutzung aufmerksam. Auch Kommunen und Politik müssen einbezogen werden.“
Die Digitalisierung verändert Wirtschaft, Kommunikation und Alltag rasant – und stellt damit auch Schulen vor zentrale Herausforderungen. Die Bildungsregion im Kreis Gütersloh hat sich eine kindgerechte, lernwirksame, verantwortungsvolle und souveräne Gestaltung digitaler Bildung zum Ziel gesetzt. „Neben einer systematischen Stärkung von Basiskompetenzen müssen Medienkompetenzen und -souveränität geschult werden. Datenschutz und IT-Sicherheit müssen gewährleistet sein, Risiken berücksichtigt werden“, erklärt Jörg Droste, Schulleiter des Einstein-Gymnasiums Rheda-Wiedenbrück.
In der Stellungnahme werden die Risiken der Mediennutzung klar benannt: Darunter Konzentrationsprobleme, verkürzte Aufmerksamkeitsspannen, Schlafstörungen, soziale Vergleichsdynamiken, Cybermobbing und suchtähnliche Muster. „Um dem entgegenzuwirken, ist die gemeinsame Übernahme von Verantwortung durch alle an der Erziehung Beteiligten entscheidend. Diese stärkt die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus, schafft klare Orientierung im schulischen Alltag und gibt Lehrkräften mehr Handlungssicherheit im Umgang mit digitalen Herausforderungen“, erklärt Heidrun Elbracht, Schulleiterin der Janusz Korczak-Gesamtschule Gütersloh. Ziel sei es, Schülerinnen und Schüler in Selbstregulation, Einsicht und Reflexionsfähigkeit zu fördern, damit sie sich im digitalen Raum bewusst, respektvoll und verantwortungsvoll verhalten.
Der Beirat formuliert daher konkrete Erwartungen. Die Eltern sollen ihre Kinder zum Beispiel bei der Mediennutzung begleiten, Grenzen setzen und Vorbild sein. Die Schulen sollen ihre Kontrollmöglichkeiten nutzen und die Kinder unterstützen zu lernen, digitale Impulse zu steuern, konzentriert zu arbeiten, Ablenkungen zu bewältigen und ihre Lernprozesse selbstständig zu organisieren und eigenständig zu lernen. Ebenfalls werden Erwartungen an Kommunen und Politik formuliert, unter anderem zur Sicherstellung nachhaltiger Finanzierungsmodelle für die IT-Infrastruktur.
Abschließend formuliert der Beirat in seiner Stellungnahme: „Die Bildungsregion Gütersloh hat wichtige Schritte zur Digitalisierung unternommen.“ Digitalisierung bleibe jedoch ein fortlaufender Prozess, der pädagogische Klarheit, politische Verlässlichkeit, gesellschaftliche Verantwortung und elterliche Mitwirkung erfordere. Andre Müller, Schulleiter der Martinschule Rietberg, ergänzt: „Durch die Einbeziehung der gesamten Schulgemeinschaft und die Unterstützung regionaler Strukturen können diese Haltungen aktiv gestaltend und nachhaltig umgesetzt werden.“
Zum Thema: Der Beirat der Schulleitungen
Der Beirat der Schulleitungen ist als Arbeitskreis ein elementares Gremium der Bildungsregion. Er setzt sich zusammen aus jeweils zwei Vertretungen pro Schulform, also zum Beispiel aus Grundschule, Realschule, Förderschule oder Berufskolleg.
Im Kreis Gütersloh wurden bereits vor Jahren mit vielen Bildungspartnern gemeinsam Strukturen geschaffen, um die Digitalisierung an Schulen weiter zu entwickeln. Dazu gehören beispielsweise kommunale Runde Tische, Fortbildungsangebote für pädagogisches Personal sowie regionale Netzwerke. Durch den Austausch von Erfahrungen und die Zusammenarbeit werden digitale Bildung, innovative Unterrichtsentwicklung, zukunftsfähige Lernkonzepte und Mediensouveränität nachhaltig gefördert.

Die Mitglieder des Beirates der
Schulleitungen Kreis Gütersloh sowie Vertreter des Bildungsbüros erarbeiteten
eine Stellungnahme zur gemeinsamen Verantwortung in der Nutzung von Medien.
Foto: Kreis Gütersloh