Kreis Gütersloh vergibt drei Heimatpreise und einen Sonderpreis

Projekte zur kulturellen Begegnung, Flüchtlingshilfe und sozialen Teilhabe werden geehrt

Elke-Maria Hardieck (Mitte), Vorsitzende der Jury des NRW-Heimatpreises auf Kreisebene, und Kreisarchivar Ralf Othengrafen (r.) mit den Preisträgern (v.l.) Reinhard Beckord und Hans-Hermann Strandt (Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz e.V.), Gerhard Blumenthal und Giesela Hörster (Flüchtlingshilfe St. Johanns Baptist Schloß Holte-Stukenbrock), Juliane Hiersemann und Ruth Prior-Dresemann (Gütersloher Tafel e.V.) und Friederike Hegemann (Interessengemeinschaft Künsebecker Bürger).
Elke-Maria Hardieck (Mitte), Vorsitzende der Jury des NRW-Heimatpreises auf Kreisebene, und Kreisarchivar Ralf Othengrafen (r.) mit den Preisträgern (v.l.) Reinhard Beckord und Hans-Hermann Strandt (Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz e.V.), Gerhard Blumenthal und Giesela Hörster (Flüchtlingshilfe St. Johanns Baptist Schloß Holte-Stukenbrock), Juliane Hiersemann und Ruth Prior-Dresemann (Gütersloher Tafel e.V.) und Friederike Hegemann (Interessengemeinschaft Künsebecker Bürger).


Gewinner des 1. Preises ist die Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz e.V. aus Gütersloh. Dem Verein ist es in den vergangenen 20 Jahren gelungen, mit ehrenamtlichem Engagement aus einem unscheinbaren kleinen Platz in Gütersloh einen identitätsstiftenden Ort der kulturellen Begegnung im Kreis zu erschaffen. Mit den für Besucherinnen und Besucher kostenlosen Formaten ‚Freitag18‘ und der ‚Woche der kleinen Künste‘ erreicht die Kulturgemeinschaft zum Teil mehrere tausend Menschen. Der gemeinsame Musikgenuss auf dem Dreiecksplatz fördert damit auch das kulturelle Zusammenleben im Kreis.

2. Preisträger ist die Flüchtlingshilfe St. Johanns Baptist Schloß Holte-Stukenbrock, die sich seit 2014 für die Betreuung und Integration von Flüchtlingen einsetzt. Im Fokus stand und steht die Vermittlung der deutschen Sprache durch Sprachkurse, ein Sprachcafé und eine Klönstube. Doch das ehrenamtliche Engagement der Flüchtlingshilfe Schloß Holte-Stukenbrock geht weit darüber hinaus. Hilfe bei der Wohnungssuche und der Beschaffung der Wohnungseinrichtung, ein Sozial-Shop, eine Nähstube und eine Fahrradwerkstatt gehören inzwischen ebenfalls zum Angebot. Auch die vielen ukrainischen Flüchtlinge unterstützt die Flüchtlingshilfe mit Sprachkursen. Mehrere Lieferungen mit Hilfsgütern, Lebensmitteln, Medikamenten, Hygieneartikeln und Kleidung wurden zudem bereits in die Ukraine geschickt.

Den 3. Preis erhält die Interessengemeinschaft Künsebecker Bürger, die mit ihren mehr als 170 aktiven und passiven Mitgliedern das Zusammenleben in dem Haller Ortsteil fördert. Die Interessengemeinschaft organisiert unter anderem den Kultursommer Künsebeck. Mit ehrenamtlichem Engagement wurde eine Art Naturbühne gebaut, welche als Auftrittsort dient. Während des Kultursommers haben heimische Künstlerinnen und Künstler aus Künsebeck und den benachbarten Orten die Möglichkeit, die Bühne für sich zu nutzen. Als Rahmenprogramm bietet die Interessengemeinschaft ein kostenloses Dorfkino für Groß und Klein an, ebenso einen Flohmarkt und Führungen auf dem geologischen Gesteinspfad Künsebeck.

Aus besonderem Anlass hat der Kreistag zudem beschlossen, einen Sonderpreis an die Gütersloher Tafel e.V. zu vergeben. Seit 25 Jahren ist die Gütersloher Tafel im Kreis Gütersloh aktiv. 450 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sammeln monatlich zwischen 100 und 130 Tonnen Lebensmittel ein. An 54 Verteilstellen werden diese an drei Tagen in der Woche an etwa 4.600 Bedürftige verteilt. Damit setzt die Gütersloher Tafel nicht nur ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung. Sie ermöglicht bedürftigen Menschen zudem eine soziale Teilhabe, so dass mehr Geld zur Verfügung steht, um sich andere Wünsche zu erfüllen. Dieses besondere ehrenamtliche Engagement würdigt und unterstützt der Kreis Gütersloh mit dem Sonderpreis in Höhe von 5.000 Euro.

Zum Thema: ‚Nordrhein-Westfalen heimatet‘

Mehr als 260 Städte, Gemeinden und Kreise haben sich bereits dazu entschlossen, örtlich einen NRW-Heimat-Preis zur Würdigung des örtlichen Engagements zu vergeben. Mit der Auszeichnung rückt die NRW-Landesregierung in Kreisen, Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens herausragendes Engagement in den Fokus der Öffentlichkeit. Neben der Wertschätzung für die geleistete Arbeit verbindet sich damit auch die Chance, vor Ort über das Thema Heimat zu diskutieren, denn: Heimat ist vielfältig.