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Häufige Fragen zu Arsen
Stand: September 2026
In den folgenden FAQs finden Sie eine Zusammenstellung von Informationen zu häufig gestellten Fragen, die Ihnen helfen sollen, ein besseres Verständnis über Arsen zu erlangen.
- Was ist Arsen?
- Wie kommt Arsen in den Boden?
- Wie kann Arsen aus dem Boden in den menschlichen Körper gelangen?
- Welche Rolle spielen Staub und Bodenpartikel bei der Aufnahme von Arsen?
- Welche gesundheitlichen Folgen kann eine Belastung mit Arsen haben?
- Sind Kinder besonders gefährdet?
- Kann Arsen über selbst angebautes Gemüse und Obst aufgenommen werden?
- Welche Bedeutung hat Arsen im Boden für private Brunnen und die Trinkwasserversorgung?
- Quellenangaben und weitere Informationen
Was ist Arsen?
Arsen ist ein natürlich vorkommendes Halbmetall. Arsen kommt in verschiedenen Formen vor. Für die menschliche Gesundheit ist vor allem anorganisches Arsen von Bedeutung. Diese Arsenverbindungen sind deutlich gesundheitsschädlicher als viele organische Arsenverbindungen.
Wie kommt Arsen in den Boden?
Arsen kommt natürlicherweise in der Erdkruste vor. Anorganisches Arsen kann unter anderem in Böden, Grundwasser und Lebensmitteln vorkommen. Solche natürlich erhöhten Arsengehalte werden als geogen bedingt bezeichnet. Erhöhte Arsengehalte können innerhalb eines Gebietes kleinräumig variieren.
Daneben kann Arsen durch menschliche Aktivitäten in den Boden gelangen. Mögliche Quellen sind beispielsweise frühere industrielle und gewerbliche Tätigkeiten wie die Verhüttung arsenhaltiger Erze oder die Verbrennung fossiler Brennstoffe (mit natürlichen Arsengehalten). Auch Auffüllungen oder Ablagerungen von belastetem Boden- oder Bauschutt können z.B. in Wohngebieten zu erhöhten Arsengehalten führen.
Wie kann Arsen aus dem Boden in den menschlichen Körper gelangen?
Menschen können beispielsweise mit Arsen belastete Bodenpartikel versehentlich über den Mund aufnehmen. Dies kann insbesondere beim Spielen von kleinen Kindern auf belasteten Böden eine Rolle spielen. Auch der Kontakt von Boden mit der Haut sowie das Einatmen von aufgewirbelten Bodenpartikeln kann grundsätzlich zu einer Exposition beitragen.
Arsen kann von Pflanzen aus dem Boden aufgenommen werden. Dadurch kann es unter bestimmten Bedingungen auch in selbst angebautes Obst und Gemüse gelangen.
Weiterhin kann unter bestimmten Bedingungen Arsen aus dem Boden freigesetzt werden und mit dem Sickerwasser in tiefere Bodenschichten und schließlich in das Grundwasser gelangen. Wird belastetes Grundwasser als Trinkwasser genutzt, kann dies für die menschliche Gesundheit relevant sein.
Welche Rolle spielen Staub und Bodenpartikel bei der Aufnahme von Arsen?
Bodenpartikel können insbesondere bei Kontakt mit den obersten Bodenschichten beispielsweise beim Spielen, bei Gartenarbeiten oder bei trockener Witterung aufgewirbelt werden.
Welche gesundheitlichen Folgen kann eine Belastung mit Arsen haben?
Für die gesundheitliche Bewertung ist insbesondere anorganisches Arsen relevant und wie viel Arsen tatsächlich aufgenommen wird.
Eine kurzfristige Aufnahme hoher Mengen löslicher anorganischer Arsenverbindungen kann zu akuten gesundheitlichen Beschwerden führen. Eine längerfristige Aufnahme kann unter anderem Hautveränderungen, Schädigungen des Nervensystems und der Blutgefäße sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen.
Anorganisches Arsen ist außerdem als krebserzeugend für den Menschen eingestuft. Langfristige Belastungen wurden insbesondere mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebserkrankungen wie Haut-, Lungen- und Blasenkrebs in Verbindung gebracht.
Sind Kinder besonders gefährdet?
Ja, Kinder können aufgrund ihres Spielverhaltens und ihrer Nähe zum Boden häufiger und intensiver mit Boden in Kontakt kommen. Beim Spielen können beispielsweise Bodenpartikel versehentlich über den Mund aufgenommen werden.
Bei einem festgestellten erhöhten Arsengehalt sollte daher insbesondere bei regelmäßigem Spielen auf offenem Boden eine individuelle Bewertung erfolgen. Bis zur Klärung können einfache Maßnahmen wie eine dichte Bodenbedeckung, beispielsweise durch Rasen, oder die Vermeidung von offenem Bodenkontakt sinnvoll sein sowie darauf geachtet werden, dass keine Erde über den Mund aufgenommen wird.
Kann Arsen über selbst angebautes Gemüse und Obst aufgenommen werden?
Ja, grundsätzlich kann Arsen aus dem Boden von Pflanzen aufgenommen werden. In der Regel jedoch nehmen Pflanzen Arsen aus dem Boden über die Wurzeln nur in sehr geringem Maße auf. Wie viel Arsen in eine Pflanze gelangt, hängt unter anderem von der Arsenkonzentration im Boden, den Bodeneigenschaften und der jeweiligen Pflanzenart ab.
Welche Bedeutung hat Arsen im Boden für private Brunnen und die Trinkwasserversorgung?
Eine Arsenbelastung des Bodens bedeutet nicht zwangsläufig, dass auch das Grundwasser oder ein privater Trinkwasserbrunnen belastet ist.
Zwischen Boden und Grundwasser bestehen jedoch Wechselwirkungen. Wenn Arsen aus dem Boden freigesetzt wird und in das Grundwasser gelangt, kann dies bei entsprechender Nutzung des Grundwassers als Trinkwasser relevant werden.
Bei privaten Trinkwasserversorgungsanlagen kann deshalb eine Untersuchung des Trinkwassers erforderlich sein, wenn Hinweise auf erhöhte Arsengehalte im Grundwasser bestehen.
Quellenangaben und weitere Informationen
Informationen zu:
- Arbeitshilfe Arsentransfer
- LABO-Arbeitshilfe „Arsentransfer aus Böden in Nahrungs- und Futterpflanzen – Gefahrenbeurteilung und Maßnahmen
- LABO-Musterempfehlung „Anbau von Nutzpflanzen auf arsenbelasteten Böden Handlungsempfehlung für Landwirte und Gärtner
Informationen zu:
- Weitere Sachverhaltsermittlung bei Überschreitung von Prüfwerten nach der BBodSchV für die Wirkungspfade Boden-Mensch und Boden-Nutzpflanze
Informationen zu:
- Gesundheitliche Auswirkungen, Aufnahmewege und Bedeutung von anorganischem Arsen (auf Englisch)
Informationen zu:
- Grenzwert für Arsen im Trinkwasser
Hotline
Sie erreichen die Hotline für Fragen zu Arsen im Kreis Gütersloh unter der Telefonnummer: 05241 -85 4545