Viel Bewegung im Courage-Netzwerk

 

Drei neue Schulen, ein großes Lokaltreffen und viele Ideen für die kommenden Monate: Im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ im Kreis Gütersloh ist einiges in Bewegung.


Das Netzwerk wächst weiter: Gleich drei Schulen wurden vor den Sommerferien neu aufgenommen. Am 12. Juni feierte das Evangelische Stiftsgymnasium Gütersloh seine Aufnahme, am 19. Juni folgte das Gymnasium Schloss Holte-Stukenbrock und am 15. Juli wurde die Mosaikschule in Gütersloh Teil des Netzwerks. Damit gehören inzwischen 29 Schulen im Kreis Gütersloh zu „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Das bedeutet: Fast jede dritte Schule im Kreis setzt sich im Rahmen des Netzwerks mit Themen wie Rassismus, Diskriminierung, Vielfalt und einem respektvollen Miteinander auseinander und entwickelt dazu eigene Projekte und Aktionen.

© Dr. Thomas Göhler (links) Sabine Heidjann (rechts)
Aufnahmefeiern des Ev. Stiftischen Gymnasiums Gütersloh (links) und des Gymnasiums Schloß Holte-Stukenbrock (rechts)


Ein besonderer Höhepunkt war das Lokaltreffen am 8. Juli an der Anne-Frank-Schule in Gütersloh. Unter dem Motto „Gemeinsam stark für ein faires Miteinander“ kamen mehr als 100 Schülerinnen und Schüler sowie pädagogische Begleitkräfte aus den Courage-Schulen des Kreises zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie junge Menschen ihre Schule und ihr Umfeld aktiv mitgestalten können.

© Mark Graff, Anne-Frank-Gesamtschule
Lokaltreffen in der Anne-Frank-Gesamtschule Gütersloh


© Kreis Gütersloh
Referent Demokrat Ramadani während seines Vortrags. 

Für einen lebhaften Auftakt sorgte Demokrat Ramadani mit seinem interaktiven Vortrag „Demokratie gibt’s nur, wenn Jugendliche mächtiger werden“. Seine provokante Eröffnung – „Ich bin ein Erwachsener und ich habe die Macht“ – forderte die Jugendlichen unmittelbar heraus. Im weiteren Verlauf stellte er die Frage: „Muss das eigentlich so bleiben?“ Erste Antworten und Ideen wurden direkt im Vortrag diskutiert: In kurzen, immer wieder wechselnden Gesprächsrunden tauschten sich die Teilnehmer*innen miteinander aus und überlegten, wie mehr Mitbestimmung an ihrer Schule konkret aussehen kann.

In anschließenden Workshops entwickelten die Schülerinnen und Schüler diese Gedanken weiter. Es ging um SV-Arbeit, Arbeitsgemeinschaften und Schulprojekte ebenso wie um die Frage, wie sich weitere Jugendliche für solche Aktivitäten begeistern lassen. Während die Jugendlichen mit den vom Netzwerk Gewaltprävention ausgebildeten MIT-Trainer*innen arbeiteten, beschäftigten sich Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte gemeinsam mit Herrn Demokrat Ramadani mit ähnlichen Fragestellungen.

© Mark Graff, Anne-Frank-Gesamtschule 
Die Jugendlichen bezogen zu Themen wie Vielfalt, Rassismus und Zusammenhalt Stellung. 

Auch der Austausch untereinander kam nicht zu kurz. Ein vielfältiges Buffet mit mitgebrachten Speisen der Schulen, ergänzt durch Leckereien eines Caterers, bot Gelegenheit zum Kennenlernen und Vernetzen. Zum Abschluss entstand auf Initiative einer Schülerin sogar die Idee für eine eigene WhatsApp-Gruppe, über die sich die Jugendlichen künftig schulübergreifend austauschen können.

Möglich wurde der rundum gelungene Veranstaltungstag durch die Unterstützung der Bürgerstiftung Gütersloh, des Netzwerks Gewaltprävention, des Kommunalen Integrationszentrums und der Bundesorganisation „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sowie durch das große Entgegenkommen der Referent*innen. So konnte den mehr als 100 Teilnehmenden ein hochwertiges und abwechslungsreiches Programm geboten werden.

Und nach den Sommerferien geht es direkt weiter: Am 8. Oktober steht das Regionaltreffen in Bielefeld auf dem Programm. Dort geht es unter anderem um Hip-Hop und Rap als Medium diversitätssensibler Bildungsarbeit. Auch die einzelnen Courage-Schulen planen bereits ihre nächsten Aktionen und Projekte.

Gerade in politisch und gesellschaftlich bewegten Zeiten wird die Arbeit des Courage-Netzwerks wichtiger denn je. Wenn demokratische Werte, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander zunehmend infrage gestellt werden, braucht es Orte, an denen junge Menschen lernen, ihre Stimme zu erheben, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten und Verantwortung zu übernehmen. „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ schafft solche Räume: nicht als fertige Antwort, sondern als Einladung, sich einzumischen und die eigene Schule aktiv mitzugestalten. 29 Schulen im Kreis Gütersloh zeigen damit: Demokratie lebt davon, dass junge Menschen sie erleben, mitgestalten und für sie einstehen.


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