Erntedankfeste und dörfliche Gemeinschaft

Gute Ernten und ausreichende Ernährung waren über Jahrhunderte keine Selbstverständlichkeit. Deshalb haben Erntedankfeste eine lange Tradition. Dabei lässt sich gar nicht genau sagen lässt, ob das Dorffest mit Speis und Trank und einem Umzug oder die religiöse Tradition mit Gottesdiensten, Prozessionen und geschmückten Kirchen weiter zurückreichen.

Im NS-Regime wurden beide Traditionen von den Nationalsozialisten für ihre „Blut und Boden“-Propaganda vereinnahmt: Von 1933 bis 1937 fanden am Bückeberg bei Hameln die zentralen „Reichserntedankfeste“ mit Hunderttausenden Teilnehmern statt.

Nach 1945 knüpfte man wieder stärker an die religiösen und gemeinschaftlichen Traditionen an. Auch im heutigen Kreis Gütersloh gab und gibt es Orte, in denen Erntedank nicht nur in der Kirche oder dem Kindergarten gefeiert wird, sondern als großes Nachbarschaftsfest das ganze Dorf zusammenbringt oder sogar Gäste von außerhalb anlockt.  Dies gilt vor allem für die großen Festumzüge in Clarholz, Liemke oder Mastholte. wird Die Erntedankgemeinschaft Clarholz prägt auch ansonsten das Ortsleben mit einem Winterfest, Radtouren und Exkursionen. Im Rietberger Stadtteil Masthole hingegen wird wegen des hohen Aufwands statt dem großen Umzug seit 2025 nur noch ein kleineres „Dreschfest“ durchgeführt.

Beispielquellen und Bilder

Bestände im Kreisarchiv

Pressespiegel zu den Erntedankumzügen und ihren Vereinen, teilweise Festschriften

Fotosammlungen

Literatur

Heinz Günter Eisenhut, 1989: Erntedankumzug Clarholz - Phantasie in Blumen und Feldfrüchten, in Heimatjahrbuch Kreis Gütersloh 1989, S. 68ff.