Die Wurstküche Westfalens

Schwarz-weiß Foto, das Arbeiter in einer Wurstküche zeigt.

Die industrielle Herstellung von Fleisch- und Wurstwaren ist ein wichtiges Kapitel der Wirtschaftsgeschichte des heutigen Kreises Gütersloh. Der frühe Eisenbahnanschluss Güterslohs im Jahr 1847 erleichterte die Anlieferung von Schlachtvieh und den Versand der Wurstwaren. Bereits 1855 trugt die „Fleischwarenfabrik“ Marten die die industrielle Fleischwarenproduktion im Namen, zahlreiche weitere Betriebe folgten.

Noch stärker prägte die Wurst die Entwicklung Versmolds. Als die traditionelle Leinenwirtschaft im 19. Jahrhundert an Bedeutung verlor, bot die verbreitete Schweinemast eine wichtige Grundlage für den Aufstieg der Fleischwarenindustrie. Spätestens mit dem Anschluss an die Eisenbahn 1900 „boomten“ auch die Versmolder Wurstfabriken, um die herum sich ein ganzer Wirtschaftskreislauf von Zulieferern, Speditionen und Verpackungsherstellern entwickelte.

Dieses Netzwerk macht die Fleischverarbeitung in Versmold auch heute noch zu einem wichtigen Wirtschaftsfatktor, auch wenn mehrere kleine und mittlere Betriebe ab den 1970er Jahren verschwanden oder sich mit Konkurrenten zusammenschlossen.
Etwa zeitgleich entstand im Süden des Kreises ein neues Zentrum der Fleischverarbeitung. Die „Tönnies Fleischwerke“ aus Rheda-Wiedenbrück expandierten erst im regionalen Rahmen und sind unter den Namen „Premium Food Group“ mittlerweile deutschland- und europaweit aktiv.

Ausgewählte Quellen und Bilder

Bestände im Kreisarchiv

Akten der Fleischbeschauämter, der Lebensmittelkontrolle und der Ein und Ausfuhrüberwachung

 Teilweise Bau- und Erweiterungsanträge einzelner Fleischwarenfabriken

 Akten des Landwirtschaftlichen Kreisvereins Halle

 Pressespiegel und Festschriften zahlreicher Fleischwarenfabriken

Bestände im Stadtarchiv Gütersloh

Werbebroschüren und Kataloge von Gütersloher Fleischwarenfabriken