Die "Mobilmachung" der Ernährung im Ersten Weltkrieg

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Sommer 1914 herrschte Hochsaison in der Landwirtschaft. Die Aufrechterhaltung der Ernte und die Sicherung der Ernährung für das kommende Jahr waren daher von Beginn an ein zentraler Aspekt der „Mobilmachung“ im zivilen Bereich. Maßnahmen wie die Heranziehung von Schulklassen oder die vorübergehende Freistellung von Bauern und Landwirtschaftshelfern vom Kriegsdienst schufen nur vorübergehend Abhilfe. 

Ab 1915 wurde daher in großem Maße Kriegsgefangene in der Landwirtschaft angesetzt. Hinzu kamen Erntehelfer aus Osteuropa, die nach Kriegsausbruch nicht in ihre Heimatländer zurückkehren durften sowie teilweise Zwangsarbeitskräfte, die in der ersten Kriegshälfte vor allem aus Belgien deportiert wurden.

Mit zunehmender Dauer wurde die Ernte- und Ernährungssituation trotzdem immer schlechter, so dass Regierung und Verwaltung zu Festpreisen und Rationierungen griffen und zum Einsatz von Ersatzsstoffen, wie Obstkernen und Bucheckern als Ölfrüchte, aufriefen.



Beispielquellen und Bilder


Bestände im Kreisarchiv

Akten der Landratsämter zur Sicherung der Ernährung und zum Einsatz von Kriegsgefangenen

Erntestatistiken

Aufrufe und Druckschriften der Landratsämter und der Militärverwaltung

Literatur und Links

Onlineausstellung OWL und der Erste Weltkrieg 1914-1918

Katja Kosubek / Wolfgang Kosubek/ Ralf Othengrafen, 2020: Die Chronik des Haller Rektors Christian Frederking zum Ersten Weltkrieg, Kreisarchiv Gütersloh

Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden.