Professionalisierung der Landwirtschaftlichen Ausbildung


Mit dem Aufkommen der Industrie und dem Wachstum der Städte wandelten sich auch die Anforderungen an die Landwirtschaft. Die Höfe produzierten nicht mehr für den 
Eigenbedarf einer Familie oder der Dorfgemeinschaft, sondern für den Markt und die Versorgung der Stadtbevölkerung. Gleichzeitig standen dafür weniger Arbeitskräfte zur Verfügung. Neben dem Einzug neuer Technik wurde diese Aufgabe durch eine Modernisierung der Ausbildung bewältigt. So entstand in der Zeit des Kaiserreichs ein Netz landwirtschaftlicher Fachschulen. Sie vermittelten Grundlagen in Pflanzenbau, Tierhaltung, Betriebswirtschaft und Naturwissenschaften und zeigten, wie sich neue wissenschaftliche Erkenntnisse und technische Entwicklungen in den  bäuerlichen Arbeitsalltag einbauen ließen.

Eine wichtige Rolle spielten die landwirtschaftlichen Winterschulen. Da die Schüler während der arbeitsreichen Sommermonate auf den elterlichen oder eigenen Höfen benötigt wurden, fand der Unterricht vor allem im Winter statt. Neben den mehrmonatigen Kursen organisierten die Landwirtschaftsschulen auch Kurzlehrgänge sowie Vortragsabende direkt in den Gemeinden. Auch die praktische Ausbildung auf den Höfen wurde durch Lehrhefte. Arbeitsmaterial und Richtlinien der Landwirtschaftskammern und -verbände stärker reguliert und standardisiert.

Beispielquellen und Bilder


Bestände im Kreisarchiv


Lehrpläne und Jahresberichte der Landwirtschaftsschulen

Denkschriften der landwirtschaftlichen Kreisvereine

Fotosammlung Ludwig Hermann Klack