Von der Haftung des Architketen bis zum Artenschutz

Ca. 80 Architekten und Behördenvertreter trafen sich zum 15. Architektentreff beim Kreis Gütersloh. Das Angebot zu unkomplizieten Dialog und fachlicher Weiterbildung unter Moderation von LKBD Bernhard Bußwinkel kann bereits auf eine 16 jährige Tradition zurückblicken.

Architektenhaftung: Frank Siegburg überzeugt in lebhaftem Dialog

Einlader und Referenten
Wolfgang Schulze, Dietmar Buschmann, Bernhard Bußwinkel, Frank Jungeliges, Martin Venne, Frank Siegburg, Gerd Serges und Thorsten Meer Bild: Jan Focken

Auf mehrfachen Wunsch aus der Architektenschaft war mit 1,5 Stunden Schwerpunkt der Veranstaltung die Durchleuchtung der privaten Haftungsrisiken des durch einen qualifizierten externen Referenten lebendig vermittelt. Rechtsanwalt Frank Siegburg ist Partner der Kölner Kanzlei Hecker, Werner, Himmelreich Rechtsanwälte, hat sich auf Architektenrecht und privates Baurecht spezialisiert und ist Lehrbeauftragter an der RWTH Aachen. Anhand einer Powerpointpräsentation wurde das sehr breit gefächerte Thema - "Wer schuldet was und wer haftet?" - pointiert aufgearbeitet und fließend in den Dialog mit der Architektenschaft übergeleitet. Nach reger Diskussion konnte Herr Siegburg sicher sein, mit dem Thema den "Nerv" des Publikums getroffen zu haben und gerade für die Feinheiten des Vertragsrechtes:

Der Architekt schuldet neben der vertraglich vereinbarten Beschaffenheit zumindest die Einhaltung der öffentlich-rechtlichen Vorschriften und die der allgemein anerkannten Regeln der Technik.

  • Doch was sind wirklich "allgemein anerkannte Regeln der Technik"?
  • Was ist die vertraglich vereinbarte Beschaffenheit.
  • Wie vereinbare ich diese "rechtssicher"?!
  • ...

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Artenschutz

Artenschutz ist für Architekten eigentlich ein "Nebenschauplatz", so Wolfgang Schulze von der Abteilung Umwelt. Er informierte über die Hintergründe der Artenschutzprüfung und erklärte, welche Pflichten auf den Bauherrn bzw. den Entwurfsverfasser bei der Antragstellung zukommen.

Viele Überprüfungen naturschutzfachlicher Gesichtspunkte bekommen der Antragsteller oder die Architekten nur am Rande mit. Anders sieht es jetzt bei der Artenschutzprüfung aus. Ursächlich hierfür sind die Europäischen Naturschutzrichtlinien, die FFH-Richtlinie und die Vogelschutzrichtlinie und die entsprechenden Artenschutzverordnungen. Diese sind umgesetzt in Nationales Recht, dem Bundesnaturschutzgesetz, direkt anzuwenden. Bei der Artenschutzprüfung wird die untere Landschaftsbehörde in vielen Fällen beteiligt, ihre sachliche und fachliche Kompetenz eingeholt insbesondere bei Vorhaben im Außenbereich und bei Abbrüchen.

Den anwesenden Architekten wurde plastisch erläutert welche Auswirkungen Artenschutz auch für Bauvorhaben im unbebauten Innenbereich und in Bebauungsplänen, die älter als 7 Jahre sind, hat und welche fatalen Konsequenzen durch eine fehlende Sensibilität bei der Antragserstellung für das Bauvorhaben entstehen können. Selbst in der lockeren Runde im Anschluss wurde am Beispiel des Kolpinghauses in Rietberg klar, welches Proble