Bildungs-Wegweiser

Entscheidungshilfen bei der Wahl der weiterführenden Schule

  • Kinder sind zwar junge Menschen, aber sie haben wie Erwachsene das Recht, in ihren Bedürfnissen ernstgenommen zu werden. Kinder sind nicht nur Schüler*innen, sondern haben auch ein Recht auf ihr Kindsein und auf außerschulische Interessen. Sie brauchen Spiel und Bewegung, neben ihren festen Terminen viel freie, unverplante Zeit, neben Pflichten genauso selbstbestimmte Freiräume.
  • Betrachten Sie unter diesen Gesichtspunkten Ihr Kind und nehmen Sie seine ganze Persönlichkeit (und nicht nur die Noten) als Maßstab für die anstehende Wahl der weiterführenden Schule.
  • Kinder brauchen es, so akzeptiert und geliebt zu werden, wie sie sind. Darum versuchen Sie bitte nicht, eine Schulform auszuwählen, die Ihnen am liebsten wäre, und Ihr Kind daran anzupassen. Denn erfahrungsgemäß wird weder ihr Kind dabei glücklich, noch werden sich Ihre Hoffnungen und Erwartungen erfüllen.
  • Berücksichtigen Sie auch, wie gerne Ihr Kind für die Schule arbeitet und wie selbstständig es dabei ist. Denn "Man kann den Hund nicht zum Jagen tragen." Wenn ständige Aufforderungen oder gar Zwang nötig scheinen, geht die für den langfristigen Schulerfolg so wichtige Lebensfreude verloren.
  • Entscheiden Sie sich für die Schulform, in der Ihr Kind mit größter Wahrscheinlichkeit erfolgreich sein kann. Erfolge spornen an; das ständige Ankämpfen gegen den Misserfolg aber zermürbt und kann letztlich krank machen. Das gilt übrigens auch für ständige Unterforderung.
  • Nehmen Sie Ihr Kind und seine Argumente bei der Wahl der weiterführenden Schule ernst, aber stehen Sie auch zu Ihrer Verantwortung als Eltern. Vor allem, wenn es sich von Argumenten leiten lässt, die nur kurzfristig bedeutsam sind. Mit Ihrer Hilfe lässt sich die durchaus schmerzhafte Trennung von Schulfreunden bald überwinden; neue Freunde werden sich finden. Aber Über- oder Unterforderung in der Schule haben langfristige und oft schwerwiegende Folgen.
  • Nutzen Sie jede Gelegenheit zur Beratung in der Schule! Sprechen Sie mit allen Lehrkräften; je mehr Sie über Ihr Kind in der Schule erfahren, desto besser. Dabei sollte es nicht nur um die Noten, sondern eher darum gehen, wie sich Ihr Kind fühlt, wie es ihm geht, welche Rolle es in der Klassengemeinschaft spielt. Bedenken Sie, dass sich Ihr Kind in der Schule ganz anders verhalten kann als zu Hause.
  • Die richtige Wahl der weiterführenden Schule ist für Ihr Kind zwar wichtig, aber sie entscheidet nicht allein über seine Zukunft. Die Biografien vieler berühmter Menschen zeigen: Es gibt keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Erfolg oder Misserfolg in der Schule und dem Erfolg oder Misserfolg im späteren Leben. Der Übertritt ist nur eine erste Weichenstellung, der noch viele weitere folgen werden.

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