Gewaltprävention im Kreis Gütersloh

Netzwerk Gewaltprävention

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Zahl der gewaltbereiten Schüler*innen entgegen der allgemeinen Erwartung nicht zugenommen hat. Drei bis fünf Prozent aller Schüler*innen waren und sind zu gewalttätigen Handlungen bereit. Sicher ist aber auch, dass sich die Qualität von Gewalt an Schulen verändert hat.

Es existiert ein gleichbleibend hoher Beratungs- und Fortbildungsbedarf bei Lehrer*innen im Kreis Gütersloh zum Umgang mit antisozialem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen.

Weniger die Anzahl der außergewöhnlichen Vorfälle, sondern vielmehr der allgemein zunehmende respektlose, herabwürdigende Umgang der Jugendlichen und manchmal auch der Kinder untereinander, aber auch der von jungen Menschen mit Erwachsenen machen Pädagog*innen zu schaffen.

Mit dem Wandel in den gesellschaftlichen Strukturen erhöht sich die Erziehungsverantwortung von Erziehungspersonen in Kindergarten und Schule. Insbesondere im Zeitalter der neuen Medien bedarf es einer erheblichen Anstrengung, den Kindern und Jugendlichen bei ihrer Entwicklung zu persönlich gefestigten und gesellschaftsfähigen jungen Menschen zu verhelfen. Auch wenn der Einfluss diesem Bemühen entgegenstehender Strukturen manchmal überwältigend scheint, ist es dennoch um so wichtiger, für eine pro-soziale Kultur in Kindergarten und Schule zu sorgen und diese täglich vorbildlich zu leben bzw. sie einzufordern.

Zu den Voraussetzungen einer pro-sozialen Kultur gehören notwendigerweise Grenzsetzungen durch die Erwachsenen, die die Kinder und Jugendlichen brauchen und suchen. Die Einigkeit der Pädagog*innen untereinander und in Abstimmung mit den Eltern ist dafür eine wichtige Bedingung. Weitere Voraussetzungen sind die Sensibilisierung der Kinder und Jugendlichen für die eigenen Gefühle und die anderer, sowie die Möglichkeit, innerhalb der gegebenen Regeln das Gefühl der Freiheit zu erfahren und Verantwortung übernehmen zu können, um darüber zu neuen Herausforderungen zu kommen, an denen eine Weiterentwicklung möglich ist. Kinder und Jugendliche brauchen generell Strukturen der Sicherheit und Verlässlichkeit, d.h. vor allem ein berechenbares Verhalten der Erwachsenen. Dieses können Einzelne innerhalb eines Systems, wie z.B. einer Kindertagesstätte oder Schule, nur innerhalb des eigenen Handlungsrahmens leisten, es kommt jedoch darauf an, dass diese Berechenbarkeit möglichst über alle erziehenden Personen mindestens in der Einrichtung hinweg erfahren wird. Noch besser wäre ein gleichermaßen praktiziertes Handeln auch im jeweiligen Elternhaus, daher bedarf eine erfolgreiche Erziehung in öffentlichen Einrichtungen einer intensiven Elternarbeit.

Bei klar definierten, altersgemäßen Grenzen, der verlässlichen Einforderung und Durchsetzung der Beachtung derselben, der Arbeit des Kollegiums als Team, der vorbildmäßigen Wertschätzung und dem respektvollen Umgang miteinander, bei Achtsamkeit und Zuwendung gegenüber den anvertrauten Kindern und Jugendlichen besteht nachgewiesenermaßen (vgl. z.B. die Arbeiten von Olweus) die höchste Chance, dass Gewalt und andere Formen negativen sozialen Verhaltens in einem erträglichen Ausmaß gehalten werden können.

Vernetzung der pädagogischen Einrichtungen im Kreis Gütersloh

Zur gegenseitigen Unterstützung der pädagogischen Einrichtungen im Kreis bei der Umsetzung ihres Erziehungsauftrages hat sich das "Netzwerk Gewaltprävention im Kreis Gütersloh" etabliert. Es ist eine Dienstleistung des Kreises in Kooperation mit kreisinternen und -externen Partnern für die 167 Kindertagesstätten, 140 Schulen, 39 offenen Jugendhäuser und 60 Familienzentren im Kreis in Form einer Plattform für Begegnung, kollegialen Austausch und Kooperation, Präsentation von Objekten, Fortbildungen und fachliche sowie finanzieller Anschubfinanzierung von Projekten und Maßnahmen. Die Struktur und Inhalte des Netzwerkes sind geprägt von den Bedarfsmeldu8ngen der Einrichtungen und unterliegen somit seit dem Start des Netzwerkes im Jahr 1999 einem kontinuierlichen Wandel.

Weitere Auskünfte zum Netzwerk sowie zu konkreten gewaltpräventiven Maßnahmen und Fortbildungen erhalten Sie über Frau Herdmann, Bildungs- und Schulberatung.

Ausschreibungsrunde für Projekte:

Im Rahmen des jährlichen Förderverfahrens haben auch in diesem Jahr pädagogische Einrichtungen im Kreis Gütersloh die Möglichkeit eine Anschubfinanzierung beim Netzwerk Gewaltprävention zu beantragen, um gewaltpräventive Projekte nachhaltig zu implementieren. Gemeint sind langfristige Maßnahmen, die ein gewaltfreies und konstruktives Miteinander sowie soziale Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen fördern. Dazu zählen auch Projekte, die eine Willkommenskultur in Ihrer Einrichtung nachhaltig anlegen und entwickeln. Darüber hinaus werden in dieser Ausschreibung auch Angebote unterstützt, die die Gender-Sensibilität stärken. Alle Projekte sollten vor dem Hintergrund der Umsetzung des "Werte-RADes" (Respekt - Achtsamkeit - Disziplin) angelegt sein.


Projektantragsverfahren Ausschreibungsrunde 2019-2020 (Antragsfrist 31.7.2019)

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