Energie aus Blühpflanzen

Die Biologische Station Gütersloh/Bielefeld und die Koordinierungsstelle Energie und Klima des Kreises Gütersloh haben 2014 mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer NRW sowie des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands e. V. den Anbau einer neuen Energiewildpflanzenmischung gefördert.

Wiese mit Pflanzen
Energieblühpflanzen im 1. Standjahr

Da die Biogasproduktion recht flexibel hinsichtlich der eingesetzten Pflanzenarten und -sorten ist, kann bei der Suche nach alternativen Energiepflanzen durchaus experimentiert werden. Aus Ertragssicht gibt es kaum Konkurrenz zum Mais, dafür können Alternativen in anderen Bereichen deutlich punkten.

Einen besonders innovativen Ansatz wählte die Firma Saaten-Zeller und entwickelte eine aus 25 Wild- und Kulturpflanzen bestehenden Saatmischung. Die heimischen Pflanzen können über mindestens 5 Jahre genutzt werden und begeistern im Gegensatz zur üblichen Konkurrenz mit einer bunten Blütenvielfalt. Dies zieht sehr viele Insekten, vor allem auch Bienen an, die ansonsten immer weniger Nahrung finden.

Die Energiewildpflanzen bedeuten mit einer Düngung sowie einer Ernte pro Jahr und kaum Pflanzenschutzmitteleinsatz für den Landwirt relativ wenig Aufwand. Gleichzeitig können sie sich mit etwa 12-16 Tonnen Trockenmasseertrag ab dem 2. Standjahr auch im Ertrag durchaus sehen lassen. Durch die späte Ernte bieten die Flächen auch Schutz für Tiere und minimieren so die typischen Wildtierverluste.

Ernte im zweiten Standjahr in Brockhagen
Ernte im zweiten Standjahr in Brockhagen





2014 wurden im Kreis Gütersloh die ersten Flächen von vier Landwirten angelegt, 2015 folgten weitere 5 engagierte Biogasanlagebetreiber. Insgesamt gab es im zweiten Jahr also fast 25 Hektar mit Energiewildpflanzen, die sich auf Rietberg, Steinhagen, Harsewinkel, Borgholzhausen, Werther und Herzebrock-Clarholz aufteilen. Die Ernten haben in ersten beiden Jahren gezeigt, dass der Biogasertrag erwartungsgemäß nicht mit Mais mithalten kann. Da sich die Erträge aber über die Jahre hinweg steigern, kann der Ertragsindikator erst in folgenden Jahren abschließend beurteilt werden. Die o. g. ökologischen und organisatorischen Vorteile haben in den ersten beiden Jahren im Kreis Gütersloh schon überzeugt.

Um die weitere Nutzungsverbreitung der Energiewildpflanzen zu unterstützen werden Landwirte im Kreis Gütersloh die Landwirte beim Erwerb des Saatgutes sowie durch fachliche Begleitung in Kooperation mit der Biostation und der Saatenfirma Zeller beraten.


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